Zweikampf der Motoren: Wir haben 20 Autos aus allen Klassen gegeneinander antreten lassen, um zu klären, ob der Diesel oder der Benziner die bessere Wahl ist. Im Vergleich:
Ford Focus,
BMW 7er,
Mazda CX-5,
Mercedes CLS Shooting Brake,
Peugeot 208,
Opel Zafira Tourer,
BMW 3er Touring,
Skoda Rapid,
Audi A3 und Mercedes A-Klasse.
Duell Nummer eins: BMW 3er Touring 328i gegen 330d. Äußerlich gibt es keine Unterschiede zwischen den beiden Motorisierungen, beide tragen links ein Doppel-Endrohr.
An diesen Motoren hätten die Herren Otto und Diesel wohl ihre helle Freude, beide. Auf der einen Seite der Benziner, ein Zweiliter-Vierzylinder mit Turbo, Direkteinspritzung und 245 PS, ...
... auf der anderen Seite der Diesel, ein Dreiliter- Reihensechszylinder mit 258 PS. Zweimal Technik vom Feinsten.
Dem Benziner, einem lebhaften Typ mit energischem Antritt, können wir rein leistungsmäßig nicht viel vorwerfen. Gefühlsmäßig schon, denn er läuft rau und grantelt mit einem Klang irgendwo zwischen brummig und banal herum. Vierzylinder eben.
Ganz anders der sonor klingende Diesel, der mit seiner unbändigen Kraft und hohen Laufkultur besser in den perfekt abgestimmten 3er Touring passt. Nur für Rechner: Günstiger bleibt der Benziner. Der kostet knapp 5000 Euro weniger, und diesen Vorsprung kann der Diesel trotz seines niedrigeren Verbrauchs (7,4 Liter zu 9,0 Liter) nicht aufholen.
Auch wenn er teurer ist, wir lieben ihn: Der geschmeidig drehende Reihensechszylinder-Diesel macht im 3er Touring richtig Freude. Bei 72 Cent pro Kilometer* (Benziner: 67 Cent) rechnet sich der Diesel ab 34.922 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 60.000 km
Duell Nummer zwei: Mazda CX-5 Skyactiv-G gegen Skyactiv-D. Wer geht hier baden? Keiner, aber es gibt einen eindeutigen Sieger.
Skyactiv nennt Mazda sein Sparpaket, das die Autos leichter und effizienter machen soll. Neue Triebwerke gehören dazu, Otto und Diesel kommen sich dabei sehr nah – beide Motoren sind mit 14:1 verdichtet. Also für Benziner extrem hoch, ...
... für Diesel extrem niedrig. Der Clou: Es funktioniert. Sowohl der Benziner als auch der Diesel entpuppen sich als sehr angenehme Aggregate.
Der Zweiliter-Otto (165 PS, 210 Nm) läuft mit rauchigem Grundton, beschleunigt den CX-5 flink und gefällt mit seiner gleichmäßigen Leistungsentfaltung.
Der 2,2-Liter-Diesel (150 PS, 380 Nm) hat sogar noch mehr Schmalz unter der Haube, zieht vehement durch, bleibt stets leise. Interessant wird es beim Verbrauch. Mit nur 6,5 Litern lief der Diesel im Test. Noch erstaunlicher sind jedoch die 7,3 Liter für den Benziner.
Zwei angenehme Motoren stehen beim Mazda CX-5 zur Wahl. Am Ende entscheidet die Kostenanalyse – und da liegt der Benziner vorn. Bei 49 Cent pro Kilometer* (Benziner: 46 Cent) rechnet sich der Diesel ab 35.431 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 60.000 km
Duell Nummer drei: Peugeot 208 VTi 82 gegen e-HDi 92. Kleinwagen und Diesel – bei uns nie eine ganz glückliche Kombination. Werden die sparsamen Minis doch häufig in der Stadt gefahren ...
... und kommen auf nur geringe Jahresfahrleistungen. Auch wegen der hohen Kfz-Steuer rechnet sich das meist nicht. Den endgültigen Todesstoß verpasst dem Selbstzünder ...
... die neue Generation von kleinen, günstigen Dreizylinder-Benzinern. Der im Peugeot 208 (82 PS) ist zudem ein gelungenes Exemplar: sympathischer Klang, gute Fahrleistungen und mit einem Testverbrauch von sechs Litern ausreichend sparsam.
Da hat der kaum genügsamere Diesel (92 PS) wenig Chancen, auch wenn der laufruhige Vierzylinder zu den besten Selbstzündern auf dem Markt gehört, ...
... und so gewinnt der Benziner den Vergleich.
Der sparsame Diesel ist einer der besten Selbstzünder auf dem Markt. Trotzdem gewinnt der fast genauso sparsame, sympathische Benziner. Bei 71 Cent pro Kilometer* (Benziner: 64 Cent) rechnet sich der Diesel ab 37.655 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 30.000 km
Duell Nummer vier: Opel Zafira Tourer 1.4 Turbo gegen 2.0 CDTI. Schickes, aber zurückhaltendes Design, praktisch geschnitten, mit einer Menge pfiffiger Ideen und riesigem Innenraum ist er der Familienliebling schlechthin. Nur mit Papa könnte es Probleme geben, ...
... denn die Antriebe sind mittlerweile hoffnungslos veraltet. Der Benziner klingt mit seinem rauen Lauf irgendwie nach Gebrauchtwagen, das Getriebe schaltet sich knorpelig, ...
... und trotz Turboaufladung wirkt der 1,4-Liter (120 PS, 200 Nm) im Alltag zahnlos. Mit einem Testverbrauch von 8,6 Litern ist der Opel nicht einmal besonders sparsam.
Auch der Diesel (110 PS, 260 Nm) hat seine besten Jahre hinter sich. Er nagelt laut, wirkt brummig, ...
... hat aber immerhin das höhere Drehmoment als der Benziner und wegen seines niedrigen Verbrauchs von sechs Litern unsere Empfehlung. Oder noch viel besser – auf die neuen Motoren warten. Sie kommen schon 2013.
Der Benziner wirkt zahnlos und verbraucht zu viel. Also lieber den Selbstzünder nehmen – auch wenn der nur bedingt überzeugen kann. Bei 50 Cent pro Kilometer* (Benziner: 52 Cent) rechnet sich der Diesel bereits ab 10.919 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 60.000 km
Duell Nummer fünf: Mercedes CLS 350 Shooting Brake gegen 350 CDI Shooting Brake. Willkommen in der 300-PS-Liga, und wer hätte hier nicht gern die Wahl?
Die Otto-Fraktion vertritt im CLS ein frei atmender 3,5-Liter-V6 mit 306 PS (Bild), das Diesel-Team ein Dreiliter-V6-Turbo mit 265 PS. Der kraftstrotzende 3,5-Liter verwöhnt Fahrer und Luxus-Passagiere ...
... mit einem wunderbar heiseren Wohlklang, tritt bullig an und beschleunigt den mächtigen CLS durchaus nachhaltig. Ein standesgemäßes Triebwerk.
Doch der Dreiliter-Diesel erledigt das alles noch eine Spur souveräner, lässiger. Verantwortlich dafür sind vor allem die fetten 620 Nm, die der V6 schon bei 1600 Touren auf die Kurbelwelle schaufelt. Und, Überraschung, ...
... der Diesel bleibt noch eine Spur leiser als der auch schon zurückhaltende Benziner. Zudem verbraucht er mit 7,4 Litern spürbar weniger als der Benziner mit seinen 9,7 Litern.
Wenn schon CLS, dann Shooting Brake. Und wenn Shooting Brake, dann 350 CDI. Stark, lässig, souverän – und sogar noch günstiger als der Benziner. Bei 80 Cent pro Kilometer* (Benziner: 87 Cent) rechnet sich der Diesel bereits ab dem ersten Kilometer.
*gerechnet auf vier Jahre und 80.000 km
Duell Nummer sechs: Audi A3 1.8 TFSI gegen 2.0 TDI. Audi setzt beim A3 auf klare Kante statt auf marktschreierisches Design. Steht dem Kompakten gut.
Wie sich die Zeiten ändern. Noch vor ein paar Jahren hätte die Leistung des Audi A3 2.0 TDI jedem GTI zur Ehre gereicht – heute sind 150 PS fast schon Normalität in der Kompaktklasse. Der neu konstruierte Diesel passt dabei gut in den A3, ...
... er hält sich akustisch angenehm zurück und liefert dank 320 Newtonmeter Drehmoment schon aus dem Drehzahlkeller ordentlich Kraft. So viel sogar, dass der Vorderradantrieb auf nassen Straßen überfordert ist.
Kein Unterschied zum TSI – der mit Turboaufladung sein maximales Drehmoment sogar noch früher erreicht.
Weil der 1,8-Liter-Benziner 30 PS mehr leistet als der Diesel, wirkt er im Alltag noch eine Spur sportlicher. Mehr Motor braucht kein Mensch, zumal er mit 6,9 Liter Verbrauch vorbildlich sparsam bleibt.
Empfehlen können wir beide: Kräftig, sparsam und leise sind sowohl Diesel als auch Benziner. Der Selbstzünder lohnt sich aber nur für Vielfahrer. Bei 62 Cent pro Kilometer* (Benziner: 58 Cent) rechnet sich der Diesel ab 27.697 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 40.000 km
Duell Nummer sieben: Mercedes A 180 gegen A 180 CDI. Mit Lob überhäuft haben wir die neue A-Klasse bisher ja nicht gerade, ...
... sie ist kein schlechtes Auto, aber zu straff und zu laut. In diesem Vergleich bestätigt besonders der Diesel dieses Urteil.
Der 1,8-Liter pflegt eine betont rustikale Gangart, läuft rappelig und rau. Und dabei ist er mit einem Verbrauch von 5,7 Litern nicht einmal übermäßig sparsam.
Der 1,6-Liter-Benziner kommt da schon sympathischer rüber. Ein munterer, wenn auch besonders bei mittleren Touren brummiger Typ. Er ist wesentlich flotter unterwegs als der Diesel.
Wie bei dem hakt übrigens das Zusammenspiel mit dem 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe (2166 Euro) – es wirkt unentschlossen, ruckelt häufig beim Schalten. Wir empfehlen es nicht.
Der Benziner ist klar die erste Wahl, passt mit seinem munteren Wesen zur straff ausgelegten A-Klasse. Der ruppige Diesel ist keine Alternative. Bei 68 Cent pro Kilometer* (Benziner: 63 Cent) rechnet sich der Selbstzünder ab 24.975 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 40.000 km
Duell Nummer acht: Skoda Rapid 1.2 TSI gegen 1.6 TDI. Der Rapid zeigt eindrucksvoll, warum VW-Tochter Skoda momentan so erfolgreich unterwegs ist. Die Limousine bietet so viel Platz wie ein Kompakter, kostet aber gerade mal so viel wie ein Kleinwagen.
Und so reichen die jeweils 105 PS im Diesel und im Benziner (Bild) vollkommen aus. Während der Diesel etwas bessere Fahrleistungen bietet, ...
... bringt der Benziner die deutlich besseren Manieren mit. Schon ab Leerlaufdrehzahl zieht er kräftig durch und marschiert spielerisch leicht durch das Drehzahlband.
Der Diesel geht zwar noch bulliger zu Werke, nagelt durch die etwas zu sparsam verbaute Dämmung aber lautstark, ...
... und obwohl der Selbstzünder über einen Liter sparsamer ist, rechnet er sich wegen des deutlich höheren Grundpreises erst bei einer relativ hohen Jahreslaufleistung.
Beide Motoren passen prima zum relativ leichten Rapid. Der Benziner ist unterm Strich aber günstiger und zeigt die besseren Manieren. Bei 56 Cent pro Kilometer* (Benziner: 53 Cent) rechnet sich der Selbstzünder ab 22.709 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 40.000 km
Duell Nummer neun: Ford Focus 1.0 EcoBoost gegen 1.6 TDCi. Ein Dreizylinder in der Kompaktklasse, kann das gut gehen? Es geht. Und wie! Ohne Wenn und Aber ...
... ist der Einliter-EcoBoost mit 125 PS einer unserer absoluten Lieblingsmotoren. Das Prinzip – kleiner Hubraum, Aufladung, Direkteinspritzung – ist dabei gar nicht so neu. VW baut die TSI seit 2005, ...
... doch Ford hat die Idee meisterlich umgesetzt. Der Dreizylinder, sehr kompakt und leicht (98 Kilo), ist ein sympathisches Kraftpaket. Er summt fröhlich, wird nie laut, bleibt frei von größeren Vibrationen, dreht wie eine Turbine. Und verbraucht nur 5,9 Liter.
Da kommt der 1,6-Liter-Diesel (115 PS) einfach nicht hinterher. Dabei können wir ihm nicht viel vorwerfen: ein ordentliches Aggregat, lebhaft und sparsam (4,9 Liter), ...
... doch er rechnet sich trotzdem erst bei hohen Jahreslaufleistungen. Ford hat mit dem Dreizylinder alles richtig gemacht, kein Wunder, dass zum Beispiel BMW und VW bald nach ziehen.
So sieht Fortschritt aus: kompakt, intelligent, sparsam. Und dazu macht der quirlige Dreizylinder im fein abgestimmten Focus jede Menge Spaß. Bei 62 Cent pro Kilometer* (Benziner: 58 Cent) rechnet sich der Selbstzünder ab 29.417 Kilometern im Jahr.
*gerechnet auf vier Jahre und 40.000 km
Duell Nummer zehn: BMW 750i xDrive gegen 750d xDrive. Zahlen lügen doch. Früher hat die Modellbezeichnung bei BMW einen Rückschluss auf den Hubraum ermöglicht – vorbei.
Am Heck beider 7er prangt zwar Stolz eine 750, doch fünf Liter Hubraum hat weder der Achtzylinder-Benziner noch der Sechszylinder-Diesel. Macht aber nichts, Kraft haben beide im Überfluss.
Wirklich standesgemäß arbeitet allerdings nur der Benziner (V8, 4,4 Liter, 450 PS, 650 Nm). Ein Sahnemotor, flüsterleise und mit den besten Manieren, ...
... mit einem Testverbrauch von 11,9 Litern pro 100 Kilometer nicht einmal absurd durstig.
Auch wenn der Triturbo-Diesel (Sechszylinder, 3,0 Liter, 381 PS, 740 Nm) rund drei Liter sparsamer ist, können wir ihn im 7er nicht wirklich empfehlen. Er läuft in dem noblen Ambiente eine Spur zu rau ...
... und knurrt bei voller Beschleunigung. Kein Wunder, hat ihn doch der hauseigene Tuner M GmbH entwickelt.
Auch wenn die nackten Zahlen für den Diesel sprechen: Wir empfehlen den kräftigen, samtigen Benziner, dessen Verbrauch im Rahmen bleibt. Bei 110 Cent pro Kilometer* (Benziner: 122 Cent) rechnet sich der Selbstzünder ab dem ersten Kilometer.
*gerechnet auf vier Jahre und 80.000 km
Nein, da war nicht viel zu machen für den Herrn Diesel. Die Ottomotoren setzen sich eindrucksvoll durch. Wohin die Richtung geht, zeigen vor allem Ford mit dem EcoBoost, Mazda mit dem Skyactiv, Skoda und Audi mit den TSI/TFSI. Großartige Benziner.
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