Ein fester Termin am Ende eines Jahres: Das Nardo High Performance Event. 2009 treten 18 Boliden von 13 Tunern zur Hatz nach der einen schnellsten Runde an.
Aufstellung, bitte: Auf den Rundkurs dürfen allerhöchstens zwei Fahrzeuge gleichzeitig. Sicherheit steht bei Tempi um 300 km/h an oberster Stelle.
Ganz tief gestapelt: Diesen unscheinbaren Kombikarossen sieht man die insgesamt 20 Zylinder und 1249 Pferdestärken nicht wirklich an.
Trotz überbordender Leistung: Es bleiben normale Kombis mit viel Platz und hohem Freizeitwert. Und, machen die auch Spaß?
Ganz sicher sogar. Der Abt RS6 Avant stemmt 700 PS auf's Parkett und tänzelt dank Sechs-Stufen-Automatik lässig die Band entlang. Der Abt schafft Tempo 335.
Trio Infernale: Abt-Pressesprecher Florian Büngener, Technikchef Andreas Zeilbeck und Pilot Shane Williams - hoffnungsvoller Nachwuchsrennfahrer.
Der Manhart M3 5.0 V10 ist kein Wolf im Schafspelz – eher ein Biest in Lauerstellung. Gute 550 PS zerren an den Hinterrädern und machen den Kombi 317 km/h schnell.
Mit etwas schmaleren Räder wären vielleicht sogar noch ein paar km/h mehr drin gewesen.
Lassen sich von Technik-Tücken die Stimmung nicht vermiesen: Pressesprecher Armin Rügamer und Alex Kress, Testfahrer und Techniker bei GeigerCars.
Das Team aus München rückt in Nardo mit der 790 PS starken Corvette Z06 Bi-Turbo an.
Der grellgrüne Bolide geht mit einem Siebenliter-V8 an den Start und donnert mit Tempo 343 an der Lichtschranke vorbei.
Die zwei mit dem Gasmobil: Geschäftsführer Jürgen Hohenester und Mechaniker Harald Knorr.
Schneller Greis: innovative Technik unter alter Schale.
Der V6-Biturbo-Motor des Hohenester HS 50 G leistet 650 PS bei 7200 U/min. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft er in 4,0 s.
Auf dem Highspeed-Oval in Nardo spielt die Mittelklasse mit beeindruckenden 353 Sachen in der oberen Liga mit.
Elitäre PS-Boliden unter sich. Während eine Gruppe die Speed checkt, lauern andere auf ihre Chance.
Mercedes-Fanclub: MKB-Chef Pano Avramidis, Techniker Joachim Reiling, Fahrer Werner Gusenbauer und Fahrzeugbesitzer Henry Wetzel.
Dick im Geschäft: Das überbreite SL-Geschoss auf AMG-Black-Series-Basis läuft niemals Gefahr, übersehen zu werden.
Unter der Haube locken 751 PS und urwüchsige 1250 Newtonmeter Drehmoment. Der 330 km/h schnelle MKB SL 65/12 TT ist 376.924 Euro teuer.
Der schnellste Lauf: Mit Tempo 330 liegt der MKB gut im Rennen.
Löbliche Ausnahme: Diesel und Highspeed harmonieren nur in den allerseltensten Fällen.
Der AC Schnitzer ACS3 3.5d liefert solide 289 km/h ab. Leistung: 310 PS und knapp 700 Newtonmeter Drehmoment.
Massimo Serratore, Michael Fischer und Evangelos Hatzikoitsis vom Sportservice Lorinser.
Der getunte C 63 AMG durfte bereits in AUTO BILD SPORTSCARS 12/09 zeigen, was in ihm steckt: Das Auto wurde auf eigener Achse nach Nardo gefahren und rannte dort 313,1 km/h.
Lorinser C LV8 und der Hohenester Audi HS 650 G vor ihren finalen Turns.
Blitzgeschwind: Stephan Klasen von Klasen-Motors und Marcus Bernsdorf von Steinmetz.
Pampers-Bomber im Sturzflug: Glücksgefühle für Opel-Fahrer – 287 km/h sind eine echte Ansage. Modifikationen am Turbolader ermöglichen stramme 395 PS.
Kombi-Klotz: Die OPC-Limousine wäre wohl rund drei bis vier km/h schneller gewesen.
Fette Demütigung: Selbst ausgewachsenen Supersportwagen gelingt es nicht, diesen beiden Brocken davonzufahren.
Der Techart Cayenne wird von acht Zylindern befeuert. Gut 680 PS wuchten den 2,5-Tonner auf Tempo 321!
Sehr schnelle Truppe: Techart-Pressesprecher Tobias Beyer und Testfahrer Sandro Reuter.
Rasante Reinigung: Natürlich will der Cayenne Turbo nicht nur superschnell und ordentlich laut sein – sondern auch schön sauber.
Auf einem Cayenne Turbo aufbauend, rüstet der Techart den Motor gezielt auf – mit riesigen Ladern, Bauteilen aus dem Cayenne Turbo S und unzähligen weiteren Extras.
Über 321,2 km/h kommt Techart jedoch nicht hinaus. Die Automatik schaltet knapp jenseits der 320 km/h in die höchste Stufe. Aufgrund von deren ellenlanger Übersetzung hilft auch die kühlere Witterung nicht weiter.
Rare Spezies: Im alltäglichen Straßenverkehr wird dieses Duo wohl niemals aufeinandertreffen.
Highspeed-Helden: Brabus-Mechaniker Dirk Berkenkopf, Pressechef Sven Gramm, Entwickler Jörn Gander und Technikchef Ulrich Gauffrés.
Der Brabus hört auf den Namen GLK V12. Die Leistung ist über jeden Zweifel erhaben: 750 PS. Der Preis: 383.000 Euro.
Die speziellen Scheibenräder sind vom TÜV abgesegnet.
Der Brabus GLK V12 schlägt den Techart um exakt 1 km/h. Tempo 322 zeigt der Tacho beim Bottroper.
Sportliche Kulisse: Aktions-Partner Continetal hilft manchem Tuner mit neuen Reifen aus.
Gut behelmt: Wenn schon das Auto ohne schützendes Dach fährt, kann ein Deckel auf dem Kopf nicht schaden – zumindest bei Highspeed.
Zu und weg: Geschlossen rennt der fixe AC Schnitzer ACS4 satte 303 km/h.
380 PS stecken unterm Blech. Die Maschine ist bekannt: 3,0-Liter-Reihensechszylinder.
Gegensätze ziehen sich an: Während sich der ACS4 konzeptionell vom Serienauto nicht allzu weit entfernte, zog 9ff erneut alle Register. Die schlanke Carrera-Karosserie ist komplett umgearbeitet.
Dynamisches Trio: die 9ff-Truppe. Allesamt bester Laune, und die Autos sind topfit.
Der brandneue 9ff Speed9 leistet 650 PS und stemmt in Nardo 288 Sachen in den Asphalt.
Check your Engine: Bevor es losgeht beäugen Techniker und Fahrer ihre Autos noch mal ganz genau.
Neues Gesicht: Das jüngst erfolgte Facelift am t% Multivan hat TH bereits einfließen lassen.
Der TH2 RS ist so unglaublich, dass man ihn gesehen haben muss. Der Fahrer pilotiert seinen 311 km/h schnellen Bus aus zentraler Position.
"Der Motor hat noch nicht einmal ganz ausgedreht", meint TH-Chef Sven Thomsen.
Die volle Dröhnung: Der Boxermotor im Heck ist keine Attrappe – sondern 780 PS stark.
9ff-Dirigent Jan Fatthauer im Gespräch mit AUTO BILD SPORTSCARS-Redakteur Ben Arnold.
Die Tuning-Manufaktur hat nebem dem 1000-PS-911er und dem Speed9 auch einen neuen Panamera dabei.
Der brennt in Nardo immerhin 308 km/h ins Speed-O-Meter. 50 Extra-PS hat der Zuffenhauser dank 9ff im Rücken.
Eine ganz enge Nummer: 9ff bekam seinen Panamera zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn, Edo gerade mal zwei.
"Der Zugriff aufs Steuergerät gestaltet sich hochkompliziert." Jan Fatthauer konnte sich dennoch rasch zurücklehnen – sein PT 55 rannte auf Anhieb 307,5 km/h.
Bei Edo reichte es im zweiten Anlauf für 305,4 km/h. Ziel also doppelt erreicht – trotz größerer Räder.
Tuner Edo spendiert dem Panamera 40 zusätzliche PS. "Mehr war in der Kürze der Zeit nicht möglich."
Das Boliden-Treffen in Nardo lässt selbst PS-verwöhnte Techniker die Digi-Cam zücken.
Underdog in Bestform: Abt holt aus deutlich weniger Hubraum das Optimum heraus.
Der getunte Audi R8 aus dem Allgäu leistet 560 PS. Von 0 auf 100 in 3,7 Sekunden. Der Wagen kostet 210.000 Euro.
Abt modifiziert die Maschine des Audi mit einem Schraubenkompressor.
314,3 km/h Spitze zeigt das Messgerät nach einem schnellen Ritt über drei Runden an.
Langsamer zwar als der Lamborghini – aber einwandfreie 13 km/h über der Werksangabe aus Ingolstadt.
Edo schickt einen recht puristischen Gallardo ins Rennen. Mit neuem Auspuff und optimierter Elektronik leistet dieser 600 PS.
Die haben es in sich: 339,8 km/h rennt der schnittige Italiener – statt serienmäßiger 325.
"Die Auf- und Abtriebswerte an Vorder- und Hinterachse wirken jenseits der 300 km/h jedoch recht unausgewogen", teilt Edo lapidar mit.
"Spiel mir das Lied vom Speed", so lautete das Motto des Tages.
Es ist ein Porsche, es ist ein 9ff: Übermächtige 1000 PS setzt der Boxer mit Bi-Turbo-Aufladung frei.
Und als hätten wir es geahnt – der 9ff TR 1000 ist 2009 das schnellste Auto in Nardo. Mit 376 km/h liegt er deutlich vor den Mitbewerbern.
Wie man ein 1000-PS-Auto baut? Indem man ein paar Bauteile austauscht, erneuert und optimiert. Das Resultat wirkt nicht einmal besonders spektakulär: Der TR 1000 unterscheidet sich optisch nur in Details vom normalen 911 Turbo.
Kurz nach Nardo wagt 9ff einen weiteren Versuch – in Papenburg. Resultat: verbriefte 391,7 km/h. Warum es noch schneller ging? Wegen eines neuen ESP-Datenstands.
Ende gut, alles gut: Keinerlei echte Ausfälle waren zu beklagen – alle angereisten Fahrzeuge vermochten sich auch nach Abschluss des Events noch aus eigener Kraft fortbewegen.
Die deutsche Tuninggilde hat damit ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen, dass allerhöchste Performance sehr wohl mit Standfestigkeit einhergehen kann.
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