Was passiert, wenn man die Worte "Twin" (Zwilling) und "Easy" (einfach) einfach mixt? Ganz easy: Das Schachtelwort "Twizy", Marketing-lastiger Name für Renault kleinen Stadtfloh. Ab 2011 soll er gebaut werden.
Der wendige Winzling misst gerade einmal 2,30 Meter in der Länge und ist nur 1,10 Meter breit. Die beiden Sitze sind wie beim Zweirad hintereinander angeordnet. Daher auch das Namens-Bestandteil "Twin", aha.
Eine gewisse Motorrad-Affinität wird nicht schaden, wenn man mit dem Twizy glücklich werden will. Auf Heizung und Klimaanlage hat Renault nämlich gänzlich verzichtet.
Der Elektro-Antrieb mit 15 kW (20 PS) reicht für Tempo 75, nach 100 Kilometern muss der Twizy für dreieinhalb Stunden an die Steckdose und seinen Lithium-Ionen-Akku stärken.
In der engen Kanzel des Renault Twizy dürfte sich echtes Kabinenroller-Feeling einstellen.
Keine Heizung, dafür ein Blümchen: Sind die Blütenblätter ganz geöffnet, ist der Akku geladen. Je weiter sie sich zuziehen, desto weniger Ampere sind im Akku. Aber Vorsicht: Gießen hilft nix, es gibt höchstens einen Kurzen.
So kurz wie dieser elektrifizierte Praktiker: der Renault Kangoo Z.E. Concept. Der Alleskönner fährt ebenfalls mit 95 PS starker E-Maschine, ist 3,95 Meter lang und stolze 1,85 Meter hoch.
Neben viel Platz bietet der Zukunfts-Kangoo unter anderem ein Solardach, das beim Parken Strom für die Klimaanlage liefert.
Die speziell wärmegedämmte Karosserie funktioniert nach dem Prinzip einer Thermoskanne: Doppelte Wände ermöglichen eine Luftzirkulation, wodurch Energie für Heizung und Kühlung gespart wird.
Besonders innovativ ist laut Renault eine in die Fahrertür integrierte Akkuanzeige, die den Fahrer über den Ladezustand informiert, wenn er sich dem Fahrzeug nähert – damit er gleich weiß, ob sich das Einsteigen überhaupt lohnt. Hängt der Wagen an der Dose, schickt er dem Fahrer eine SMS, wenn die Akkus voll sind.
Markante Vorlage für ein Serienmodell: die aerodynamische Form und die schon übertrieben großen 21-Zoll-Räder. Ein ausfahrbarer Heckspoiler verbessert ab 90 km/h zusätzlich die Aerodynamik des Renault Zoe Z.E. Concept, dass nach dem IAA-Debüt 2009 bereits 2012 in Serie kommen soll.
Der Dritte im Bunde: Renault Zoe Z.E. Concept. Premiere feierte der Stromer auf der IAA 2009 im September.
Der E-Motor des Zoe Z.E. Concept leistet 95 PS und bringt den 4,10 Meter langen Franzosen bis zu 160 Kilometer weit, danach muss aufgeladen werden.
Mit 230 Volt dauert eine Standardladung zwischen vier und acht Stunden, eine Schnellladung unter 400-Volt-Starkstrom nur 20 Minuten.
Eine entsprechende Multi-Steckdose, die ein Netzwerk von Ladestationen in Europa ermöglichen soll, ist in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger RWE und weiteren Autoherstellern geplant.
Mit einer Länge von 4,10 Meter und einem Radstand von 2,60 Meter vertritt der Zoe ein typisches Kompaktwagenmaß.
Sonnendeck: Wabenförmige Fotovoltaik-Zellen auf dem Dach des Zoe wandeln Sonnenenergie in elektrische Energie um.
Falls es mal übel riecht, verteilt der Zoe ätherische Öle und Anti-Stress-Substanzen im Innenraum. Renault hat die Duftprofile zusammen mit einem Kosmetikhersteller entwickelt.
Optische Highlights der Studie sind die elegant nach oben schwingenden Flügeltüren und der futuristische Innenraum mit "frei schwebenden" Sitzen, die im Dachhimmel verankert sind.
Den klassischen Schalter hat Renault im Zoe abgeschafft. Statt dessen ist das Cockpit mit einer Membran versehen, in der Berührungs-Sensoren eingebaut sind. Ein ganz leichter Fingerdruck genügt.
Alle Informationen werden zentral auf einem TFT-Display dargestellt, das in einer Glaskugel untergebracht ist. Übrigens passt sich das "Lichtambiente" im Innenraum des Zoe über einen Sensor im Sitz automatisch der Kleidung des Fahrers an. Darauf haben Autofahrer seit Jahrzehnten gewartet!
Die vorderen Sitzlehnen sind asymmetrisch geformt und die Lehnen frei schwebend am Dachhimmel verankert. Die hinteren Rücklehnen lassen sich versenken, das Gepäckabteil fasst je nach Sitzkonfiguration 500, 325 oder 150 Liter.
Renault schwimmt ganz oben mit auf der Welle der Elektroautos und zeigte auf der IAA 2009 in Frankfurt gleich vier Konzeptfahrzeuge mit elektrischem Antrieb.
Der Renault Fluence Z.E. Concept basiert auf dem gleichnamigen Stufenheckmodell Renault Fluence.
Der Mégane mit Stufenheck geht bereits 2010 mit konventionellen Otto- und Dieselmotoren in Serie.
Die Elektroversion des Renault Fluence soll ab 2011 zu kaufen sein. Der E-Motor leistet 95 PS.
Weiter als 160 km kommt der an sich reisetaugliche Fluence mit E-Motor nicht. Dann heißt es warten, denn die Ladezeit bei 230 Volt beträgt zwischen vier und acht Stunden.
Außen blitzt der E-Fluence mit verchromtem Kühler und studientypisch monströsen 21-Zöllern.
Solarzellen im Dach, auf dem Armaturenbrett und der Hutablage sammeln zusätzliche Energie und speisen sie in den Akku ein.
Der Elektro-Fluence ist mit energiesparenden LED-Scheinwerfern ausgestattet.
Bei VW abgeschafft, bei Renault in der Zukunftsstudie zu sehen: blaue Cockpitbeleuchtung.
Die elegant gezogene Mittelkonsole mit Klima-Bedientasten und integriertem Freisprech-Handy zieht sich durch den gesamten Innenraum.
Der Kofferraum fasst 327 Liter, das ist durchschnittliches Kompaktwagenmaß. Die Akkus sind zwischen Rücksitzbank und Kofferraum angeordnet.
Überblick über die neue Elektro-Flotte von Renault: Mal abwarten, was die Zukunft bringt. Ebenfalls kündigten die Franzosen auf der IAA ihre Kooperation ...
... mit dem Energiekonzern RWE an. Hier geht es um die Verbreitung von speziellen Stromtankstellen im gesamten Bundesgebiet. Elektro-Ambitionen zeigt Renault schon länger, etwa bei den ersten Testfahrten ...
... mit dem Renault Kangoo Be Bop Z.E., augenscheinlich der Vorgänger des oben gezeigten Kangoo Z.E. Concept. Dank Lithium-Ionen-Akku ...
... sollen er, wenn er 2011 auf den Markt kommt, 160 Kilometer Reichweite schaffen.
Den Hightech-Speicher entwickelt parallel zum Auto die Automototive Electric Supply Corporation, ein Joint-Venture von NEC und Renault-Partner Nissan.
Zeitgleich arbeitet der Hersteller auch an einem Recycling-System für die Batterien. Der Be Bop macht den Auftakt für eine kleine Modellfamilie: 2011 sollen ...
... noch zwei weitere Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb und Renault-Rombus in Europa zum Verkauf anstehen. Neben einer Familien-Kutsche soll auch die Langversion des Kastenwagen, der Kangoo Express, elektrifiziert werden.
Außerdem soll in demselben Jahr noch ein komplett neu konstruierter Stadt-Mini kommen, den Renault mit dem Projekttitel "Urban Car" versehen hat. 2012 schließlich ...
... folgt ein Kompakter mit Fließheck in der Mégane-Klasse. Diese Fahrzeuge sollen auch für einen blitzschnellen Batteriewechsel optimiert werden, falls sich das System der Batteriewechselstationen gegenüber dem der Stromtankstellen durchsetzen sollte.
Der Kangoo wird damit noch nicht ausgestattet werden. Seine Akkus wiegen 250 Kilogramm, das Leergewicht des gesamten Autos wird mit rund 1,59 Tonnen angegeben.
Die Höchstgeschwindigkeit des Strom-Mobils wird mit 130 km/h angegeben. Zwischen Motor und angetriebenen Rädern befindet sich nur ein Vorgelege, aber weder Kupplung noch Getriebe. Vorteil: Man kann den Motor nicht abwürgen.
Doch der E-Antrieb hat gegenüber dem Verbrennungsmotor noch andere Vorteile; zum Beispiel die geringe thermische Energieentwicklung. Das 60-PS-Maschinchen kann bis zu 12.000 Touren hochdrehen, ohne dass ein Schaden droht.
Im Cockpit des Renault Kangoo Be Bop Z.E. sieht es überraschend konventionell aus. Nur der Schaltknüppel fehlt, denn dank stufenlosem Antrieb gibt es keinerlei Gangwechsel.
Ein Blick auf die Instrumente: freundliches Design im Zwei-Farb-Look mit Alu-Optik, Umweltschonen soll schließlich Spaß machen.
Lade-Luke: Die spannendste Frage beim Elektro-Auto war ja bisher: Wie parke ich ein, um an die Steckdose zu gelangen? Beim Renault Kangoo Be Bop Z.E. lautet die Antwort: vorwärts! Der Stecker befindet sich neben dem rechten Scheinwerfer.
Kammerflimmern: Ein neckisches Lichtband auf den Türen zeigt dem Fahrer - oder den Autodieben der Zukunft - schon von weitem den Ladestand der Akkus. Wie bei Handys, Akkustaubsaugern oder anderen gebräuchlichen Haushaltswaren.
Das Heck des Strom-Kangoo sieht relativ unverändert aus. Das Fahrwerk wurde tiefergelegt, zusammen mit verblendeten Alufelgen verbessert das den Luftwiderstandswert. Außerdem gibt es in dem aufgedoppelten Unterboden nun mehr Platz für die Akkus.
Im Falle des Leer-Stands kann die Batterie per Schnellladung zu 80 Prozent regeneriert werden - allerdings braucht es dazu einen 400-Volt-Anschluss. Wer mehr Zeit hat, hängt die Kiste einfach ans Hausnetz und fährt nach ca. acht Stunden wieder los.
Stromfraß adé: Die Frontleuchten sind mit sparsamen LED bestückt, um den Energieverbrauch gering zu halten. Die Karosserie wurde strömungsoptimiert. Rechts vom Licht die bereits erwähnte Steckdosen-Klappe. Wer nur 220 Volt hat, lädt daran den Akku in acht Stunden wieder voll.
Die Renault-Nissan-Allianz hat bereits mit 24 Regierungen, Städten, Energieunternehmen und anderen Organisationen Partnerschaften abgeschlossen, um die Entwicklung und die weltweite Vermarktung von Elektrofahrzeugen voranzutreiben.
Ja, wo laufen sie denn? Die Akkus sucht man hier vergebens; der Stauraum wurde nicht eingeschränkt. Renault hat den Batterieblock unter dem Wagenboden montiert.
Ansonsten unterscheidet sich das seriennahe Modell wenig vom klassischen Be Bop. Der bietet viel zum kleinen Preis.
Auf nur 3,87 Metern bringt Renault zwei Ausstelldächer sowie ein festes und ein aufschiebbares Glasdach unter. Leider fehlen Sonnenschutzrollos innen.
Die Verwandlungskünste lassen kaum Wünsche offen.
Die Farbgebung (Fun) und Materialanmutung im Cockpit treffen nicht unbedingt jeden Geschmack.
Das hintere Glasdach lässt sich nach vorn schieben, erlaubt so Sperrguttransporte.
Die Heckscheibe lässt sich elektrisch versenken.
Vier längs verschiebbare Einzelsitze, die hinteren höhergelegt, falt- und ausbaubar, sorgen für ein großzügiges Platzangebot und vielversprechende Variabilität.
Der Be Bop sieht flippig aus und passt mit nur ...
... 3,87 Meter Außenlänge gut in unsere Zeit (Kangoo: 4,21 Meter).
Beim Fahren muss der kurze Kasten dem Mini-Radstand von 2,31 Metern Tribut zollen.
Der Zustieg fällt über nur drei Türen schwer. Lange Kerls reisen eher hockend, ...
... bei ausgebauten Fondsitzen entsteht (1462 Liter Kofferraum) kein ebener Ladeboden.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka: "Ein witziges Auto, dieser Be Bop. Das Dachdesign verdient einen Kreativitätspreis – nur reicht das bei diesen Preisen als Kaufanreiz? Ganz ehrlich, ich habe da meine Zweifel."
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