Leute, der Bus ist da!
Mercedes hat sein aktuelles Unimog-Modell mit einer dritten Achse aufgerüstet. Die nunmehr sechs wühlenden Räder erhöhen die Nutzlast, den Aufbauraum und natürlich auch die Traktion. Sie erschließen dem Überall-Durchkommer somit noch mehr Einsatzgebiete.
Absolut qualifiziert ist der Unimog U 5000 6x6 beispielsweise für Jobs im Tagebau oder im Katastrophenschutz. Dank spezieller Busaufbauten kann der Gelände-Profi auch als Truppentransporter für bis zu 30 Mann fungieren.
Seine 17 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und die Nutzlast von rund zehn Tonnen erlauben dem Dreiachser den Transport von schwergewichtigen Aufbauten wie etwa einem Kran oder auch Löschmitteltanks. Letztere können ein Volumen von 7000 Litern haben. In Verbindung mit der schützenden Ganzstahlkabine bahnt sich der Unimog dann seinen Weg zu großen Brandherden.
In Sachen Geländegängigkeit macht der U 5000 6x6 weder Experimente noch Kompromisse und setzt auf oft Bewährtes: Neben dem Allradantrieb auf allen drei Achsen gewährleisten zuschaltbare Differentialsperren, Schraubenfedern, acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge sowie die gleichmäßige Gewichtsverteilung auf die drei singlebereiften Achsen absolute Zuverlässigkeit im Gelände.
Auf Wunsch verbessert eine zusätzliche Geländegruppe mit je acht Vor- und Rückwärtsgängen das Handling im Gelände nochmals beträchtlich. Ergänzt wird dieses Portfolio noch durch eine optionale Reifendruckregelanlage.
Der Wendekreis-Durchmesser von 19,5 Metern macht den Gelände-Profi mit seinen 7,40 Metern Rahmenlänge zudem noch relativ wendig. Die Bodenfreiheit von 48 Zentimetern und den Böschungswinkel mit bis zu 50 Grad hat der 7,24 Tonnen schwere 6x6 vom zweiachsigen Bruder übernommen.
Angetrieben wird der Geländearbeiter durch ein Reihen-Diesel-Aggregat. Es leistet 218 PS und stellt ein Drehmoment von 810 Nm zur Verfügung.
Lust auf mehr Unimog? Auf den nächsten Bildern trifft die Legende von 1951 auf den Allzweckschlepper der Zukunft!
Vergangenheit trifft Zukunft: Zum 60. Geburtstag ehrte
Mercedes den Ur-Mog von 1951 mit einer Designstudie. Die hat zwar keinen Nutzwert, sieht dafür aber wirklich spacig aus. Und sie könnte dem Oldie glatt auf den Kopf spucken. Fast schüchtern ...
... steht der alte Recke neben dem imoposanten Geschöpf aus der Zukunft. Dabei ist das gar nicht nötig, denn was der Ur-Unimog im Gegensatz zur Studie reichlich hat, ist Charme.
Verglichen mit einem normalen Cabrio von heute fährt man im Unimog sehr langsam – maximal 50 km/h – und sehr offen. Verglichen mit ...
... einem normalen Traktor der frühen Nachriegszeit fährt man sehr gut wettergeschützt und sehr schnell. Der Urtyp rollte auf 20-Zoll-Rädern.
Auch in der Studie ist man ganz nah bei Mutter Natur. Ein Verdeck gibt es nicht. Wenn Euro 6 eingeführt ist (bis Ende 2013), soll der neue Unimog auf die Straßen kommen. Natürlich ...
... wird er nicht aussehen, wie die namenlose Geburtstagsstudie. Das Gesicht der neuen Produktgeneration soll aber von ihr inspiriert sein, wird also einem dynamischen, sportlichen Grill tragen. Das soll ...
... mehr Energie ausdrücken, fortschrittlich wirken. Der Aktuelle sieht ja doch etwas brav aus, findet Unimog-Chef Yaris Pürsün. Zurzeit werden 2000 Unimog pro Jahr gebaut. "Trotz der relativ kleinen Stückzahl sind wir mit dem Unimog sehr profitabel. Außerdem ist er eine Ikone bei Mercedes, die viel Gutes fürs Image der Marke bewirkt", so Pürsün.
Erfolg ist der Unimog gewohnt. Schon Ende 1946 stellt man bei der Metallwarenfabrik Eberhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd den ersten Prototypen fertig. Als Motor ist ein 1,7-Liter-Benziner von Daimler-Benz eingebaut. Die Fertigung des neu konstruierten Getriebes übernimmt die Werkzeugmaschinenfabrik Boehringer. Schon der erste Unimog wurde gut nachgefragt. Obwohl ...
... das neue, geniale Arbeitsgerät 13.800 DM kostete, wurden von 1948 bis 1950 rund 600 Exemplare gebaut. Wieso aber feiert Mercedes dann erst jetzt den 60. Unimog-Geburtstag – und nicht schon vor drei Jahren? Ganz einfach – weil der Unimog anfangs noch kein Mercedes war.
Angesichts der guten Nachfrage stoßen Boehringer und Eberhard bald an ihre Kapazitätsgrenzen und übergeben ihr Baby schließlich an Mercedes. Die Fertigung unter Daimler-Regie startet am 3. Juni 1951 im Werk Gaggenau; zunächst noch ohne Stern und mit dem roten Ochsenkopf als Markenzeichen. Erst seit 1953 tragen alle Unimog das Mercedes-Logo.
Wer im Zuge des nahenden Modellwechsels eine Revolution beim Unimog befürchtet, kann sich entspannen. So schlimm wird es schon nicht kommen. Der Neue muss schon deswegen konventioneller als die Studie daherkommen, weil sonst all die Koffer-, Feuerwehr- und Spezialaufbauten nicht mehr mit dem Fahrerhaus zusammenpassen würden.
Sicher wird der nächste schwere Unimog auch keine sternförmigen Räder haben – aber ...
... einen etwas bequemeren Fahrerplatz. Die nur rudimentär gepolsterten Blechsitze und das ...
... Metalllenkrad sind cool: wortwörtlich. Außer wenn es draußen warm ist: Dann sind sie heiß.
Eine Reihe lustiger Schalter schaltet in der Studie irgendwas. Was, muss man
probieren.
Die Farbe sieht nicht zufällig so giftig aus: Die Designer haben sich hier vom kolumbianischen Pfeilgiftfroschs inspirieren lassen. Die Assoziation ist klar. Die kleine Amphibie ...
... ist äußerst geländegängig, lebt im Matsch, kann kraxeln, überquert Flüsse – und ist außerdem gefährlich. Lezteres allerdings ist einem Unimog eigentlich fremd. Von Natur aus will er helfen, sich nützlich machen.
Die tolle Technik, die den Unimog ausmacht, besitzt auch diese Studie, sie stammt aus dem Modell 5000: Er hat Portalachsen, das Achsrohr liegt also viel höher als der Radmittelpunkt. Die Kraft wird erst direkt am Rad mittels Zahnrädern zur Achsmitte geleitet.
Er hat zudem ein Schubrohr, in dem die Kardanwelle geschützt läuft, weshalb ihn auch keine Gelenkwellenwickler behindern können, bei denen sich Gestrüpp in der Kardanwelle verheddert und die Geländefahrt blockiert.
Dazu kommen Sperrdifferenziale hinten und vorn, und wenn der Allradantrieb
elektropneumatisch eingeschaltet wird, dann ist vorn mit hinten starr verblockt. Zudem ...
... hat er eine enorme Achsverschränkung von 60 Zentimetern durch die langen Federwege und den bewusst verwindungsweichen Rahmen.
Im Folgenden gibt's noch mehr Details des extravaganten Unimog im Supermannkostüm ...
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