Die Golf-Klasse ist gefragt: Kompakte sind sparsam, vielseitig und zeitgemäß – Autos im Goldenen Schnitt zwischen Kosten und Können. Was die Käufer genauso sehen: Jeder vierte Neuwagen in Deutschland ist ein Kompakter. Grund genug, ...
... zu überprüfen, ob der Namensgeber dieser Klasse auch immer noch der Platzhirsch ist. Gegen den Golf treten an: Honda Civic, Ford Focus, Fiat Bravo, Opel Astra, Toyota Auris, Kia cee'd, Renault Mégane und Citroën C4.
Im ersten Teil unseres Vergleichs beurteilen wir dir Karosserien der neun Kandidaten. Gewonnen hat diesen Kontest – auf manche Dinge ist eben doch Verlass – der Golf. Mit seinen inneren und äußeren Werten überzeugt er: zeitloses Design, viel Platz ...
... bequeme Sitze und durchdachte Schalterlandschaft. Im Innenraum gibt es nur einen Makel: Die helle Mittelkonsole spiegelt sich in der Frontscheibe.
Im Golf muss man weder gequetschte Knie noch eine Beule am Kopf fürchten: Nach vorne und oben ist ausreichend Platz vorhanden.
Passagiere im Fond kommen zudem noch in den Genuss von Luftdüsen. Gibt's für 131 Euro extra und nur im Golf.
Auch bei der Zuladung zeigt sich der Golf komfortabel: 530 Kilo dürfen in den Kofferraum gequetscht werden. Geöffnet wird dieses Ladeparadies ...
... mittels VW-Emblem, das eleganterweise als Türöffner fungiert.
Die Überraschung: Den Etappensieg muss sich der Golf mit dem Kia cee'd teilen. Beide erreichten bislang exakt 153 von 200 Punkten. Der Koreaner ist so richtig nach europäischem Geschmack. Schnörkellos, geräumig, solide.
Das Kia-Design müffelt nie nach Billigheimer – der Innenraum schon. Nachts geht hier die Sonne auf: Die Instrumente leuchten grell orange.
Vier elektrische Fensterheber gönnt Kia dem Basis-cee'd nicht. Da muss sich im Fond die Frischluft mit Muskelkraft erarbeitet werden.
Auf den festen Sitzen fühlt man sich gut aufgehoben und bereit für lange Strecken. In Sachen Raumangebot und Rundumsicht präsentiert sich der cee'd ebenfalls ...
... als Alltagsheld. Mit bis zu 1300 Liter Kofferraumvolumen und großer Ladeöffnung kann er punkten.
Hinter dem Sieger-Duo reiht sich mit nur einem Punkt Abstand der Opel Astra ein. Hier geht es etwas beengter zu, der Rüsselsheimer ist vorn wie hinten sechs Zentimeter schmaler als beispielsweise der Bravo.
Im Innenraum geht's etwas trist zu – den Klavierlack gibt es nur in der Topversion "Cosmo".
Die Sitze allerdings sind klasse, die besten im Test: lange Flächen, hohe Lehnen, weit verstellbar.
Auf der Rückbank machen sich die hohen Kopfstützen allerdings unnötig breit. Auch ärgerlich: Ein Vollwert-Ersatzrad unterm Kofferraumboden kostet 50 Euro extra.
Das Honda-Ufo landet auf dem vorläufig vierten Platz. Eines ist auf den ersten Blick klar: Bei dem Heck ist die Sicht zurück mau.
Alfa-Anleihe: Der hintere Türgriff des Civic versteckt sich tricky im Fenstereck.
Ist das ein Cockpit oder doch schon ein Kommandostand? Mittig angeordnet findet sich der Drehzahlmesser, dahinter in zweiter Reihe der Tacho. Obacht: Das glänzende Plastik ist kratzempfindlich.
In so ein Raumschiff geht 'ne Menge rein: Kein anderer Testkandidat hat einen so großen Kofferraum wie der Civic. Maximal 1352 Liter fasst er.
Auf Rang fünf: der Ford Focus. Bei seiner Länge von 4,34 Meter geht er nur knapp noch als Kompakter durch. Zumal das schräge Dach aus der gewohnten Steilheck-Schablone fällt.
Wie auch immer: Der Dachspoiler zeigt, dass der Focus im Kern ein Sportler sein will. Dazu passt ...
... dann auch das nüchterne, funktionale Cockpit. Der Kunststoff ist weich geschäumt.
Aus seiner Länge macht der Focus recht wenig: Große drücken sich hinten die Knie platt. Die festen Polster der Sitze sind allerdings angenehm.
Die große, bis ins Dach reichende Heckklappe erleichtert das Beladen des ausreichend großen Kofferraums (385-1274 Liter).
Sollen wir ihn gleich Toyota Golf nennen? Der sechstplatzierte Auris ist dem Klassenbesten wie aus dem Gesicht geschnitten: wenig aufregendes Design, stämmige C-Säule, in Länge und Radstand fast gleich.
Genau hinschauen muss man beim Tacho: Die kleine Skalierung macht einiges Blinzeln nötig, bevor sich ihr Informationsgehalt dem Fahrer offenbart. Dafür sind die Anzeigen im poppigen Orange gehalten – ist ja auch schon mal was.
Ein Unterschied zum Golf: Im Auris sitzt man fünf Zentimerter höher. Der Gag ...
... mit der hohen Mittelkonsole entpuppt sich im Alltag als nutzlos. Der Platz hätte für mehr Ablagen besser genutzt werden können. Unpraktisch: Das vorhandene Staufach ist nicht einsehbar.
Die Rücksitzlehne des Auris erlaubt zwei Neigungswinkel. Zum Umlegen genügt ein Handgriff – klasse!
Es folgen die Franzosen. Zunächst der Renault Mégane, an dessen Hintern sich noch immer die Geister scheiden: Ist das nun ein Design-Highlight oder -Unfall? So oder so: Wirklich alltagstauglich sind weder die vorstehenden Stoßfänger, ...
... noch die schmale Ladeluke. Bei den Anzeigen reagiert der Rotstift: Der Diesel muss mit dem Drehzahlmesser der Benziner leben – einen roten Bereich gibt es nicht. Dafür aber Klima, Radio und vier elektrische Fensterheber serienmäßig.
Das hohe Dach des Mégane hat Vorteile: Hinten gibt's viel Kopffreiheit und auch die Sicht zurück ist gut.
Dank des sehr ausgeformten Popos sind schmutzige Hosenbeine beim Beladen wahrscheinlich. Allzu viel geht aber eh nicht rein: 330 bis maximal 1190 Liter.
Der Nächste, bitte. Und schon wieder müssen wir über Hintern reden. Denn der Citroën C4 hat einen wirklich schönen. Geschmückt mit feschen Rücklichtern lädt er zum Streicheln ein.
Auch von innen ist der Franzose nicht zu verachten. Orange scheint bei unseren Testkandidaten ein sich wiederholendes Stilelement zu sein – hier sind es nun aber nicht nur die Instrumente, sondern auch die Sitze.
Eigenwillig: Die Lenkradnabe steht fest, nur der Kranz bewegt sich. Wer's nicht mag, der urteilt: unpraktisch. Ist halt Gewöhnungssache.
Als Taxi taugt der C4 nicht: Lange stoßen mit dem Kopf ans Dach und mit den Knien an die Sitze. Allzu viel Gepäckk passt auch nicht rein, denn ...
... die schöne Form des C4 wirkt sich negativ im Heckabteil aus. Mit 320 bis 1023 Litern ist der Kofferraum der kleinste im Vergleich.
Vorläufiges Schlusslicht: der Fiat Bravo. Seine schönste Seite ist eindeutig der kleine Knutschmund.
Wilder Plastik-Mix im Inneren – nennen wir's einfach "italienischer Stil". Im Basismodell gesellt sich noch Purismus dazu: Radio und Klima gibt's nicht.
Vorne trohnt man im Bravo herrschaftlich. Allerdings rutscht man auf den glatten Polstern etwas haltlos umher. Im Fond wird es eng. Zudem mauert die ansteigende Keilform die Sicht nach hinten und zur Seite zu.
Beim Kofferraum stören die hohe Ladekante und die kleine Stufe bei umgelegten Lehnen.
Die Heckklappe öffnet auf Knopfdruck, ein Hebel fehlt hier. Wie sich unsere neun Testkandidaten im zweiten Teil des Vergleichs schlagen, sehen Sie in der AUTO BILD-Ausgabe 15/2007 und am 17. April ab 11 Uhr auch bei autobild.de!
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