In Herten, ganz in der Nähe von Gelsenkirchen, gingen 50 Männer und Frauen bei der Vorrunde der Nissan 4x4 Challenge bis an ihre Grenzen.
Der wilde Westen beginnt nur einen Steinkohlewurf weit von Gelsenkirchen entfernt. Das riesige Gelände der stillgelegten Zeche Ewald im Ruhrgebiet bot diesmal die skurrile Kulisse für die zweite Qualifikationsrunde zur 4x4 Challenge von AUTO BILD und Nissan.
Das nennt man wohl die Exotik des Alltags. Pechschwarze Kohleberge, düsterer Himmel, dazwischen weiße Nissan-Offroader und über allem thront das 60 Meter hohe Metall-Gerippe des ehemaligen Förderturms.
"Mit Offroadfahren allein kommst du draußen in der Wildnis nicht weit", erklärt uns Instrukteur Rudi. "Fitness, Mut und ein wacher Geist für spontane Herausforderungen gehören genauso dazu."
Diese Bandbreite versucht die 4x4 Challenge seit nunmehr acht Jahren abzudecken. Wer also ins Finale nach Kanada will, ...
... muss sich solche Gemeinheiten von uns gefallen lassen - und noch andere mehr. Gleich die erste Aufgabe, die es zu bewältigen galt, war nichts für Warmduscher: Abseilen aus 50 Meter Höhe.
Beim Mountainbike-Race hoch zum Aussichtsberg zeigte sich der matschige Kohleboden äußerst ungnädig. So wurden sofort ...
... die eigenen Grenzbereiche ausgelotet. Nicht selten wurde auch Übermenschliches vollbracht.
Grenzerfahrung: Wer hier nicht fit ist, sieht ganz alt aus.
Das Gefühl, den eigenen Schweinehund gekonnt besiegt zu haben, entschädigte für Qual und Pein.
Unter dem imposanten Stahlkoloss ...
... wurde es langsam Ernst. Volle Konzentration hieß die Devise, als es darum ging, ...
... in die Offroader einzusteigen. Die Nissan-Allradler X-Trail und ...
... Patrol wühlten und pflügten sich ihren Weg durch die Zeche Ewald.
Gerade die unerfahrenen Gelände-Piloten unter den Teilnehmern taten sich jetzt schwer, die Aufgaben ...
... schnell und möglichst ohne Strafpunkte zu meistern. Bergauf, bergab, ...
... Tore umfahren, bloß nirgends anecken, Differrenzialsperre rechtzeitig rein, halt – nicht zu viel Gas geben, ...
... hier nur nicht stehenbleiben, sonst sackst du ein und kommst nie wieder raus.
Rausgekommen sind sie alle. Die einen besser, die anderen weniger gut.
Aber die hatten in der nächsten Disziplin alle Chancen, den Punkterückstand aufzuholen. Mit einem Mini-Mobil ...
... durch den Parcours zu zirkeln - kein Kinderspiel, sondern eher eine weitere Konzentrationsübung. Wer behält die Nerven?
Noch können diese Herren nach Herzenslust lachen. Der kurzzeitige Spaß sei ihnen gegönnt, denn nur kurze Zeit später ...
... hieß es: Baumstämme schleppen!
Ich glaube, der jungen Dame war noch nicht wirklich bewusst, was vor ihr liegt. Grinsen und lachen tun sie alle, aber ...
... als es darum ging, die Baumstämme (wohlgemerkt in der Mehrzahl) übereinander zu stapeln, versteiften sich die Gesichtsmuskeln ...
... zu schmerzverzerrten Gesichtern, die sich am liebsten an dem schweren Holz festbeißen wollten, um den letzten Baumstamm zu wuppen.
Das Quadfahren sorgte eher für gemütliche Entspannung zwischendurch. Trotzdem, jede Sekunde zählt. Wer mit dem Quad schnell unterwegs sein will, braucht viel Mut und einen guten Gleichgewichtssinn.
Zudem hatten tagelange Regenfälle den Untergrund in der schwarzen Grube aufgeweicht und in eine glitschige Pampe verwandelt.
Und zum krönenden Abschluss: Traktor-Pulling. Hier musste ein Pick-up am Bergegurt nur durch Körperkraft ...
... 20 Meter bis über die Ziellinie gezerrt werden. Als einzige Frau traute sich Justine, Software-Entwicklerin aus Hameln, an diese (Männer-)Disziplin.
Gegen die Uhr, gegen die anderen Teilnehmer, mit den Anfeuerungszurufen aller. Kein Wunder, dass die Gesichtsausdrücke für sich sprachen: "Ich will nach Kanada!"
Und die Nissan 4x4 Challenge sucht wirklich nur die willensstarken Kontrahenten. Die richtige Mimik brachte diese "Traktor-Pulling-Machine" auf jeden Fall mit.
Und zum Schluss noch eine Mutprobe: Mit dem T.O.R.M (Tour On Road Mobil) lassen sich atemberaubende Schräglagen simulieren.
And the winner is: Am Ende des erlebnisreichen Tages stand fest, wer Ende August zum Finale nach British Columbia reist.
Der Sieger: Mike Möller (36) aus Stuttgart. Seine Spezialität: Mountainbiking und Halbmarathon. Zweiter wird Jörg Ellers aus München, ebenfalls passionierter Radler und Snowboarder. Als Dritte springt Motorrad-Fan Kathrin Kortenbach (27) aus Witten auf den Kanada-Zug.
Das dort das eigentliche Abenteuer erst anfängt, konnten die Sieger nach diesem beinharten Tag tief im Westen kaum glauben. Ein letzter Termin steht noch aus: Auf der Insel Rügen kämpfen vom 11. bis 13. Juli 2008 die letzten Bewerber um die begehrten Plätze nach Kanada.
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