Ohne viel drin, ohne viel dran und mit eher sparsamen Motoren darunter. Opel Agila, Daihatsu Cuore, Peugeot 107 und der Neueste im Quartett, der Nissan Pixo, begeistern in erster Linie durch ihren niedrigen Preis.
Autofahren der einfachsten Art: Je nach Ausstattung wird noch an den Fensterkurbeln gedreht, ohne Klimaanlage geschwitzt – und beim Ausweichen ums Leben gefürchtet. Das ist die glanzlose Seite der Medaille. Alle vier Minis reisen in der Basis ohne ESP. Genau diese Tatsache ...
... bringt den Daihatsu Cuore mit 269 von 500 möglichen Punkten auf den letzten Platz. Ein Auto wie ein Überraschungsei – nur gefährlicher. Gut sind Fahrkomfort und Platzangebot, ...
.. schlecht ist hingegen das tückische Fahrverhalten. Hier besteht ganz akuter Nachbesserungsbedarf!
Berge versetzen – im Daihatsu ist das Aufgabe des Dreizylinders. Er holt alles motormögliche aus dem 1,0-Liter-Hubraum heraus und beweist, dass Freude auch mit 70 PS und 94 Nm aufkommen kann.
Keiner ist schneller: Der Cuore erreicht nach 11,7 Sekunden Tempo 100 und maximal 160 km/h. Im harten Test zeigt der Daihatsu allerdings erschreckend schlechte Werte, ...
... die wir heute nicht mehr hinnehmen wollen. 43,6 Meter Bremsweg! Und dann das Ausweichmanöver: diese nichtssagende Lenkung! Im Grunde braucht dieses Bild vom kippenden Japaner ...
... keinen Kommentar. Es steht für sich. Jeder, der das Foto sieht, hält die Luft an, schaudert und fühlt mit, ...
... wie es um den Fahrer im Wagen gerade steht. Nur wenige behalten in solchen Momenten einen kühlen Kopf. Für den Cuore ist ESP nicht mehr lieferbar. Mit dem neuen Modelljahrgang wurde der Schleuderschutz (750 Euro) als bestellbare Option gestrichen. Noch ist die von Daihatsu versprochene Lösung nicht verfügbar. Schade, ...
... denn ansonsten überrascht der Cuore positiv, etwa mit seinem Fahrkomfort. Auf Unebenheiten gibt er nach wie ein Sprungfedersofa, ...
... unterstützt von weich gepolsterten Sitzen. Darauf hält man es stundenlang ohne Rückenschmerzen aus.
Lichtblicke – das Nacht-Design macht den Unterschied. Daihatsu wählt lang gestreckte Leucht-Säulen.
Schlicht und praktisch: Etwas nervig ist der lange Schaltstock. Links neben der Klimaanlage (Serie) öffnet sich ein schmales Geheimfach. Einfache Bedienung.
Schiebung – aber unglaublich praktisch: Die Rückbank bewegt sich ...
... vor oder zurück. So variiert die Beinfreiheit zwischen Cuore und C-Klasse.
Durch die Variabilität im Gepäckraum fasst der Cuore zwischen 160 und 850 Liter – nur der Opel Agila transportiert notfalls mehr. Im Gegensatz zum Peugeot, ...
... der über eine ellbogentiefe innere Ladekante verfügt, breitet der Daihatsu eine leicht zu beladene Ebene aus.
Preisfrage: Für den Daihatsu Cuore in der Ausstattung Top werden 11.490 Euro fällig.
Ein Doppelgänger landet auf dem dritten Rang: Der Nissan Pixo erzielt 271 Punkte, ist technisch bis auf ein paar Kleinigkeiten ...
... ein karg ausgerüsteter Suzuki Alto – nur billiger.
Der ein Liter große Dreizylinder (68 PS, 90 Nm) springt etwas zögerlich an. Läuft er, arbeitet er kernig. Beim Überholen fehlt ihm der nötige Atem, ...
... um flott durchzuziehen – da hängen ihn die Konkurrenten ab. Tempo 100 steht im Nissan nach glatten 14 Sekunden ab, bei 155 km/h ist Schluss. ESP gibt es im Nissan nur gegen Aufpreis (590 Euro) und nur für die höhere Ausstattung Acenta. Beim schnellen Spurwechsel, der plötzliches Ausweichen simuliert, bedeutet das: Der Japaner droht ...
... mit dem Heck auszubrechen. Da heißt es, energisch gegenzusteuern. Allerdings gibt die Lenkung so viel Auskunft über die Stellung der Räder wie der Finanzminister über die nächste Steuererhöhung.
Der Pixo bevorzugt durchaus die sportliche Gangart. Auf Unebenheiten katapultiert er seine Insassen gern aus den Sitzen, durch Kurven geht er staatsmännisch aufrecht.
Ein wenig Komfort für die hinteren Passagiere: Für die Frischluftzufuhr in den Fond sorgen einfache Ausstellfenster.
Ungewöhnliches Design: Das Weiß in der Nissan-Pixo-Leuchte lässt dahinter einen Informationsschalter vermuten.
Plattenbau nach Pixo-Art: Das Plastik ist hart und schmutzempfindlich. Dafür ist der kleine Japaner solide verarbeitet. Der Schaltknauf liegt gut in der Hand.
Flaschen-Öffnung: Eine große Ablage ersetzt das Handschuhfach.
Das hier ist der kleinste Kofferraum des Vergleichs: Der Nissan packt nur 129 Liter ins Heck, ...
... lässt sich durch Umlegen der Rückbank aber immerhin auf 774 Liter erweitern – auch da sind alle anderen besser.
Preis-Leistungs-Sieger: Mit 9780 Euro (inklusive Safety-Paket für 590 Euro) bleibt der Nissan Pixo als einziger in diesem Vergleich unter der 10.000-Euro-Marke.
Auf dem zweiten Platz landet mit 278 Punkten der Peugeot 107. Kleinwagen müssen nicht unbedingt süß sein, es geht auch herzhaft, wie der ...
... Dreizylinder des Peugeot 107 – purer Zucker ist der nicht. Dafür läuft er viel zu rau. Kraftvoll, kernig – diese Umschreibungen treffen den Charakter der Einliter-Maschine (68 PS, 93 Nm) besser, ...
... auf jeden Fall ist er ein leckeres Stück. Und ziemlich flott im Abgang, wenn es ums Beschleunigen aus dem Stand heraus geht. Von 0 auf Tempo 100 braucht der flotte Franzose 13,5 Sekunden, ...
... er erreicht 157 km/h Spitze. Der Spritverbrauch verdient eine Verbeugung: 4,8 Liter im Schnitt – so viel, wie der Sparzwerg Cuore nippt.
Mit 3,43 Metern ist der 107 der Kürzeste der Minis. Konstruktionsbedingt bietet er weniger Platz. Aber welche Überraschung: beim Platzangebot auf der Rückbank sticht er den deutlich längeren Pixo aus.
Ikea auf Französisch: günstig ja, aber mit Geschmack. Das Schalten bereitet wenig Freude, der Hebel liegt wie ein Kochlöffel in der Hand. Die Mittelkonsole wird ...
... unten transparent hinterleuchtet, in die linke Ablage passt eine Evian-Flasche.
Micky-Maus-Ohr mit Ausschlag: Der Drehzahlmesser wirkt albern und eher wie billiges Spielzeug.
Ein Ärgernis: Hinter der hübschen Glasheckscheibe steckt zwar ein halbwegs brauchbarer Kofferraum (130 bis 782 Liter), ...
... aber die innere Ladekante ist ellbogentief und nervt.
Das zweitgünstigste Angebot im Vergleich: Für den 107 Filou 70 berechnet Peugeot 11.220 Euro. Das 420 Euro teuere ESP ist schon eingerechnet.
Viel Platz, viel Komfort – der Agila hat mehr, als man von einem Kleinwagen erwarten kann. Das bringt 304 Punkte und den ersten Platz in diesem Vergleich.
Opel holt aus drei Zylindern und einem Liter Hubraum 65 PS und 90 Nm Drehmoment. Mit der schwächsten Maschine ...
... sprintet der Agila dem Testfeld hinterher, bis er Tempo 100 erreicht, vergehen 15,2 Sekunden. Dafür liegt er mit 160 km/h Spizte zusammen mit dem Daihatsu ganz vorne.
Die größte Stärke des Agila steckt im Namen: Er fährt sich agiler als die anderen. Seine Lenkung übermittelt ...
... alle wichtigen Infos von der Straße, das Getriebe nimmt kurze Wege und rastet präzise ein.
Opel formt einen Pfeil am Agila-Heck. Das Rücklicht entfaltet sich im Dunkeln wie ein Spinnennetz.
Fein sind die Materialien im Cockpit, zumindest für diese Klasse. Zwar verzichtet auch Opel aus Kostengründen auf gummierten Kunststoff, trotzdem wirkt das Interieur hochwertiger als das der Konkurrenz. Blitzsauber verarbeitet und überhaupt nicht peinlich, ...
... nur der Drehzahlmesser taucht wie ein Sehrohr aus dem Armaturenbrett – irgendwie kindisch, oder?
Mehr Grip mit Grips: ESP mit abschaltbarer Traktionskontrolle. Diese Option kostet allerdings 390 Euro Aufpreis.
Der Opel überzeugt nicht nur mit dem besten Platzangebot, auch das Gepäckabteil schafft ordentlich was weg. Es schluckt immer 225 Liter, ...
... sind die Rücksitzlehnen komplett gefallen, gehen sogar 1050 Liter ins Agila-Heck.
Kostspielig: Mit 13.510 Euro ist der Opel Agila 1.0 Edition mit Abstand der teuerste Testkandidat. Das ESP (bereits eingerechnet) kostet bei den Rüsselsheimern 420 Euro.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko: "Sparen nach Schottenmuster – der Vergleich zeigt, es geht auch ohne viel drunter. Selbst kleine Dreizylinder können für Fahrvergnügen sorgen, 65 bis 70 PS ...
... reichen im Alltag aus. Hauptsache, den vier Kleinwagen stellt sich nichts in den Weg. Dass alle ESP brauchen, zeigt die lebensgefährliche Reaktion des Daihatsu Cuore beim Ausweichmanöver. Testsieger wird der Opel Agila. Weil er nicht nur anständig aussieht, ...
... sondern auch so fährt. Für einen Kleinwagen geizt er mit nichts: überzeugendes Fahrverhalten, viel Platz. Aber auch für ihn gilt ESP-Pflicht. Sonst geht es selbst Schotten an den Kragen."
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