Allrad-Kombis mit Turbo-Sechszylindern im Vergleich – der Opel Insignia Sports Tourer OPC fordert den Volvo V70 T6 AWD R-Design by Heico Sportiv heraus.
Der Opel wirkt als Sports Tourer etwas füllig; im V70 schlummert noch immer die Stilistik des Hackebeil-Designs zahlreicher Volvo-Urgesteine. Alle ...
... 100 Exemplare des Heico-V70 kommen in Saphirschwarzmetallic. Der Insignia lässt da mehr Farb-Raum.
Die Basis – logisch – ist Stangenware, wie man sie für 47.990 Euro in der
V70-Broschüre ankreuzen kann: sechs Zylinder, aufgereiht im Spalier, turbogeladen, per Allrad traktionsversichert und regulär 304 PS stark. Die ausschlaggebenden ...
... 26 PS, die den T6 letzten Endes ins Guinnesskapitel der Konzernannalen hieven, bekommt er jedoch nicht in Göteborg, sondern im hessischen Weiterstadt bei Haustuner Heico Sportiv eingeimpft.
Genau das richtige Auto für jene treue Fangemeinde, die auch heute noch die unumstößliche Meinung vertritt, ein Auto gehöre mit Geodreieck und Lineal gezeichnet. Und zwar ausschließlich. Gleichzeitig ist der T6 jedoch genau das Falsche für Leute, die den Gattungsbegriff Sportkombi zu wörtlich nehmen. Denn ...
... obwohl die Heico-Jungs ein straffes Fahrwerk unterziehen, 245er Reifen in die Radhäuser zwängen und die Karosserie 30 Millimeter näher an den Asphalt pressen, gleicht präzises Kurvenfahren dem Versuch, sich mit Wollfäustlingen die Schuhe zu binden.
Draußen die perfekte Dosis Tuningwürze: glanzpolierte Endrohre links und rechts, muskulöse Schweller rundum, dezenter Dachkantenspoiler.
Dem traditionell quer eingebauten Reihensechser verpasst Haustuner Heico Sportiv 26 Extra-PS, macht unterm Strich 330. Im mittleren Drehzahlbereich zieht er ordentlich an. In 24 Sekunden geht es von 0 auf 200, bei 250 km/h ist Schluss (abgeregelt).
Die handschmeichlerischen Ledersitze eignen sich eher für lange Autobahnetappen als für die wilde Kurvenhatz, ...
... gleiches gilt für den Sechsstufen-Wandler.
Drinnen eine Eleganz, so kühl wie Småland im Januar. Dunkles Leder kontrastiert mit Aluleisten, die Zeiger der Runduhren gleiten über eisblaue Ringeinlagen, und Passagiere sacken auf knautschige Bicolorsitze nieder.
Trotz Heico-Nachbehandlung bleibt der
V70 ein reiner Autobahnsportler. Preis: 70.193 Euro.
Der
Insignia ist das Musterbeispiel des Softturbos: kein Zusammensacken beim Anfahren, kein Einbrechen beim Ausdrehen, kein Imponiergehabe in der Mitte, sondern Kraft, wie am Lineal gezogen. Saugmotorlike, aber eben mit diesem zarten Extrakick.
Der
V70 hechtet einen Tick energischer in Richtung der 200er-Marke. Abzuhängen vermag er den
Insignia (0-200 in 24,4 Sekunden, Vmax: 250 km/h) aber nicht. Und mal im Ernst: Machen vier Zehntel Differenz wirklich den Braten fett? Eben!
Während der
V70 wie ein angeschossener Gondoliere um die Ecken taumelt, tief in die Federn taucht und beim Anpeilen des Scheitelpunkts immer wieder korrigiert werden will, scheint einen der
Insignia einfach auf die Ideallinie zu gurten.
Verbindliche Lenkkommandos, griffige Bremsen, ein anständiges Schaltgetriebe, grandiose Sitze und ein tolles Fahrwerk. Ob im Sportprogramm mit gerafften Kennlinien oder im relaxten Tour-Modus - querdynamisch macht der
Opel mit dem
V70, was er will.
Sachte aufgeladener V6 mit 325 PS; die 435 Newtonmeter verwertet ein Allradantrieb.
Einfach nur perfekt: serienmäßige Sportsitze aus dem Hause Recaro.
Abgesehen von den Aluimitat-Einlagen im Lenkrad wirkt das
Insignia-Mobiliar lieblos; auf der OPC-Taste lässt sich das Lieblings-Set-up abspeichern.
Die schmucken 19-Zöller gehören ebenso zum Serienumfang wie Navi, Xenon-Scheinwerfer und die herausragend verzögernde Brembo-Bremsanlage. Der Preis für den Opel: 48.090 Euro.
Das Kürzel "OPC" ist quasi das neuzeitliche "GSI". Den Volvo lässt der "werksgetunte" Opel jedenfalls hinter sich.
Also, liebe Väter, aufgepasst: Der
Opel ist in diesem Vergleich der sportlichste Kombi. Aber wie gesagt – Kombi! Ein Sportler ist er nicht.
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