Die beiden machen Alarm auf der linken Spur: Audi rückt Porsche auf die Pelle. Mit einem aggressiv ...
... gezeichneten R8, der die Ikone 911 überholen soll. Dabei macht Audi alles anders als Porsche: Mittel- statt Heckmotor, ...
... Acht- statt Sechszylinder, Alu- statt Stahlkarosserie. Reicht das für den Sieg?
Zum Vergleich sind die beiden Anwärter auf die Sportwagen-Krone auf dem EuroSpeedway Lausitz angetreten. Da kann zwar der Audi ordentlich Punkte sammeln, am Ende ...
... ist aber der alte König auch wieder der neue. In der Summe aller Eigenschaften ist der Zuffenhauser der bessere Sportwagen.
Wo bitte geht's hier zum Motor? Porsche verdeckt den Blick auf den Sechszylinder-Boxer mit viel Kunststoff. Das Aggregat holt aus 3,8 Liter Hubraum 355 PS und 400 Nm Drehmoment, die ...
... den 1,5 Tonnen schweren Elfer in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Wer den Fuß auf dem Gaspedal lässt, ...
... durchbricht nach glatten 16 Sekunden die 200-km/h-Marke. Maximal sind 294 km/h möglich.
Die gelben Bremssättel zeigen: Dies sind Keramikscheiben. Die kosten 7830 Euro und bringen den Elfer nach 34,3 Metern (warm) aus Tempo 100 zum stehen.
So muss es sein: Verarbeitung und Materialien sind im Porsche erstklassig, alle Schalter liegen griffgünstig, und ...
... fünf große Rundinstrument liefern jede Information, die der Pilot benötigen könnte.
Vorteil Porsche: Die exakte Schaltung erlaubt blitzartige Gangwechsel.
Für die Rennstrecke: Die Stoppuhr ist Teil des aufpreispflichtigen Sport-Chrono-Pakets und lässt sich über einen Hebel am Lenkrad bedienen.
In den Kofferraum unter der Fronthaube passen nur bescheidene 105 Liter, aber der 2+2-Sitzer hat viel Platz auf der Rücksitzanlage.
Der Allradantrieb im Porsche ist ein Erfolgsmodell: Jeder zweite Elfer ist ein Carrera 4.
Überzeugend auf der Rennstrecke: Der Carrera 4S lenkt spontaner ein als der R8 und ...
... liefert mehr Rückmeldung ins Lenkrad.
Preis-Leistungs-Sieger: Mit einem Grundpreis von 96.717 Euro ist der 911er der deutlich günstigere Quertreiber in diesem Vergleich.
Der zweite Platz geht an den den R8. Bei besseren Fahrleistungen im Vergleich zum Elfer wirken sich vor allem die höheren Kosten auf das Ergebnis aus.
Angeber: Mit dem optionalen Lichtpaket des R8 wird der Motor effektvoll beleuchtet. Nun, mit vollen Hosen ...
... ist aber auch gut stinken: Der V8 holt aus 4,2 Litern Hubraum 420 PS und 430 Nm, die ...
... den R8 in 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 katapultieren.
Ziel verfehlt: Die versprochenen 301 km/h gibt es nicht. Ein Imageverlust, auch wenn gemessene 295 Sachen nicht wirklich lahm sind.
Option: Serienmäßig rollt der R8 auf 18-Zöllern, auf Wunsch und gegen Aufpreis wird er aber ab Werk mit Rädern im 19-Zoll-Format bestückt.
Brutale Stopper: Wer öfter auf die Rennstrecke muss, kann den Audi auch mit einer Keramikbremse ausstatten.
Durchgestylt bis ins kleinste Detail: Auf den in mehreren Farben lieferbaren "Body Panel" ...
... prangt ein Tankverschluss mit R8-Logo.
Kunstwerk: Grimmig schaut der R8 aus engen Schlitzen. Noch hat nur das Tagfahrlicht LED-Technik – Ende 2007 soll es dann den kompletten Scheinwerfer mit Leuchtdioden geben.
Hier steckt ein bisschen TT: Das Innenleben der Rückleuchten erinnert an das kleine Sportcoupé.
Der Achtzylinder bläst sein imposantes Vollgaskonzert über vier Endrohre in die Landschaft. Im Innenraum klingt er aber nur halb so spektakulär.
Ehrensache: Im schnellsten Audi reisen die Passagiere auf ledernen Sportsitzen, aber ...
... ganz perfekt passt Ingolstädter Sportler nicht: Die Schenkelauflage ist kurz, der Seitenhalt nicht optimal.
Typischer Audi-Stil: das abgeflachte Lenkrad gibt es auch im RS4 und im TT. Die Materialanmutung dürfte stellenweise etwas besser sein.
Die Instrumente wohnen in kleinen Höhlen. Außenrum gibt es Carbon, das ...
... auch die Innenverkleidung der Türen ziert.
Die glänzende Edelstahl-Schaltkulisse hat Audi aus Italien mitgebracht. Den Knauf gibt's auch in Leder – sogar ohne Aufpreis.
Nur für kurze Wochenenden: Im Bug bietet der R8 100 Liter Stauraum – da gehen nur zierliche Reisetaschen rein.
Der quattro-Antrieb kennt kaum Traktionsprobleme, aber wenn der Motor plötzlich über die Räder herfällt, muss die Elektronik doch eingreifen. Um den Audi ...
... in den Drift zu zwingen, bedarf es einer gekonnt provozierten Lastwechselreaktion. Im Normalfall ...
... bestraft der Audi zu hohe Kurvengeschwindigkeiten mit Untersteuern. Wer es richtig macht, ...
... schafft die schnellste Runde auf dem EuroSpeedway in 2:03,52 Minuten – mehr als zwei Sekunden schneller als der 911er (2:05,78 Minuten).
Ein Buchstabe, eine Zahl und ein sechsstelliger Kaufpreis: Für den R8 verlangt Audi stolze 104.400 Euro.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan: "Einen Elfer stößt so leicht keiner vom Sockel. Am Denkmal 911 kann auch der R8 nicht rütteln. Klar, er bringt die Sportwagen-Welt durcheinander, ...
... fällt wahnsinnig auf und brüllt durch Gassen wie ein Italo-Exot. Auch auf der Rennstrecke kann er überzeugen. Aber all das reicht nicht: Der bessere 'Rundum-glücklich-Sportwagen' ist der Porsche."
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