Das kanarienvogelgelbe Flügelmonster bittet zum Tanz: Der neue Porsche 911 Turbo stellt sich bei einer Winterfahrt in Finnland vor und ...
... kämpft dort trotz seines Allradantriebs gehörig um Traktion. Kein Wunder bei 60 PS Leistungszuwachs und 120 Nm mehr Drehmoment im Vergleich zum Vorgängermodell.
Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm: Friedlich parkt der Turbo vor der behaglichen Hütte – ein beschauliches Bild.
Fahrtests auf abgesperrten Flächen: Gut zum eingewöhnen – die Straßen in der finnischen Wildnis sind eng und jenseits des Wegesrandes warten unbarmherzige Nordmanntannen.
Da kann der Porsche die Haube noch soweit aufsperren, vom Motor ist wenig zu sehen: Schade eigentlich, denn hier tobt ein Sechszylinder-Boxer mit 480 PS und dank Overboost bis zu 680 Nm Drehmoment.
Hier atmet die Maschine ein: Die riesigen Lufteinlässe sitzen in den dick aufgeblasenen Backen.
Erkennungszeichen: Hinten geben flache Auspuffendrohre, eine tief nach unten gezogene Heckschürze und ...
... der beim Turbo schon traditionelle Spoiler dem Betrachter das Nachsehen, ...
... vorne unterstreichen Allerfresser-Schürze, böse blitzende LED-Blinker und Nebelleuchten im Cayman-Look das Überholprestige. Der 911 Turbo ist ganz eindeutig ein Wolf im Wolfspelz.
Hier geht noch deutlich mehr: Das Cockpit wirkt für den 911 Turbo irgendwie zu brav und überfrachtet.
Schönen Gruß vom Getriebe: Die Tiptronic-Tasten im Lenkrad führen beim Umgreifen fast zwangsläufig zum Verschalten.
Irgendwo in Finnland: Trotz der unaussprechlichen Ortsnamen fühlt sich der 911 Turbo auf den endlosen Schneepisten schnell zu Hause.
Erstaunlich: Das Biest im Heck genehmigt sich laut Porsche im Schnitt nur 12,8 Liter Super plus auf 100 Kilometer. Das ist ein Schnapsglas weniger als beim Vorgänger, den ...
... der neue Turbo in der Höchstgeschwindigkeit (310 km/h) um fünf km/h schlägt. In Sachen Beschleunigung ...
... ist ebenfalls reichlich Feuer unterm Coupédach: Mit Schaltgetriebe sprintet der zwangsbeatmete 911er in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Tiptronic-Variante ist sogar noch ein Zehntel schneller.
Schon auf den ersten Kilometern kristallisieren sich zwei wesentliche Unterschiede zum Vorgänger heraus: Der Fahrkomfort ist besser geworden, der 911 Turbo rollt jetzt geschmeidiger ab. Daneben hat vor allem ...
... der Allradantrieb zugelegt. Die Kraft kann nun dank hydraulisch gesteuerter Lamellenkupplung bis zu 100 Prozent an Hinter- oder Vorderachse verteilt werden.
Beherrschbar trotz hecklastiger Gewichtsverteilung: Der 911 Turbo carvt extrem präzise über das finnische Eis.
Da steht er: Riesige Bremsscheiben, Sechskolben-Sättel und ein giftig kalibriertes ABS sorgen für Verzögerungen, die man nicht für möglich hält. Ab Mitte April 2006 auch auf schneefreien deutschen Straßen. Der Preis steht allerdings noch nicht fest.
Am Anfang der Turbo-Geschichte des 911er steht der Typ 930. Er holte aus drei Litern Hubraum 260 PS. Wichtigstes Erkennungsmerkmal: extrem breite Backen.
1990 folgte 911 Turbo Nummer zwei. Das Coupé wurde mit 320 PS aus 3,3 Litern Hubraum befeuert.
Mit dem Typ 993 wächst das Volumen des Sechszylinder-Boxers auf 3,6 Liter. Er startete mit 408 PS und brachte es später auf satte 450 PS.
Bei der vierten Turbo-Generation wurde der Motor zwar nicht mehr größer, aber an der Basis stärker. 420 PS setzten den 911 Turbo Typ 996 anfangs unter Dampf, später waren es wie beim 993 450 PS.
Der edle englische Porsche-Konkurrent Vanquish S holt aus seinem 5,9 Liter großen V12 inzwischen 528 PS. Damit ist der ...
... Aston Martin in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Erst bei 320 Sachen ist Schluß mit Vortrieb.
Soviel Fahrleistung hat natürlich ihren Preis: Aston Martin verlangt für den Vanquish S stolze 255.000 Euro.
Auch gegen ein deutsches Coupé muß sich der neue 911 Turbo behaupten. Am Preis des M6 (108.500 Euro) könnte sich die Zuffenhauser Fahrmaschine schon die Zähne ausbeißen, zumal ...
... die Fahrleistungen auch stimmen: In 4,2 Sekunden erledigt der potente Bayer den Prestigesprint, wird bei seinem Vorwärtsdrang allerdings bei 250 km/h von der Elektronik eingebremst. Auf der linken Spur kommt es so nicht zum Duell mit dem Porsche.
Kraftpaket: Die insgesamt fünf Liter großen Brennräume des V10 schicken 507 PS in den Antriebsstrang. Bei Drehzahlen von über 8000/min kommt echtes Rennsport-Gefühl auf und ...
... wenn der stärkste BMW dumpf donnernd über die Piste brät, stellen sich auf den Unterarmen die Härchen auf.
Der Porsche-Rivale aus Übersee ist besonders giftig: die Viper SRT-10 von Dodge.
Amerikanische Rakete: 3,9 Sekunden reichen bis Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 306 km/h.
Ein Bild von einem Motor: roter Schrumpflack an den Ventildeckeln, verchromte Kraftstoffleitungen und keine Kunststoffabdeckungen am V10. Die 506 PS und 712 Nm Drehmoment kann man fast sehen.
Den offenen Fahrspaß in der stärksten Viper gibt es für 109.000 Euro.
Ob der neue 911 Turbo auch mit diesem Hengst Schlitten fährt? Der Ferrari 575M ist schon ein dicker Brocken, ...
... mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h. Außerdem ist er mit 4,2 Sekunden im Prestigesprint auch gehörig schnell auf Touren. Dafür verantwortlich zeichnet der ...
... 5,7 Liter große V12 mit 515 PS.
Und weil ein Ferrari ein Luxusgut erster Klasse ist, darf er auch ruhig etwas teurer sein: Mit 188.000 Euro steht der 575M in der Preisliste.
Der Stier schart kräftig mit den Hufen: Wie der Porsche 911 Turbo kommt auch der Lamborghini Gallardo serienmäßig mit Allradantrieb. Dank der guten Traktion ...
... durchbricht der Italiener in 4,2 Sekunden die 100-km/h-Marke. Spitze: 315 Sachen.
Erstarkt: Ab dem Modelljahr 2006 leistet der Fünfliter-V10 520 PS.
Gelbe Flunder im Vollgasrausch: In dieser und anderen Farben ab 149.060 Euro beim Lamborghini-Händler.
Im März 2006 bekommt der Mercedes-Benz SL 55 AMG ein Facelift und der Porsche 911 Turbo einen frischen Konkurrenten, dessen ...
... V8 dann satte 517 PS leistet. Mercedes-Benz verspricht damit 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Der Preis für den neuen SL 55 AMG ist ähnlich stolz wie seine Leistung: 133.980 Euro.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.