AUTO BILD ging einer spannenden Frage nach: Was macht eigentlich einen echten Porsche aus? Auf dem Spreewaldring traten ...
... 911 Carrera, GT2 und Cayman (von links) an, um zu klären, welcher Zuffenhauser Sportler den Geist des Unternehmens am stärksten atmet.
Das Original aus Zuffenhausen: Seit 45 Jahren wird der Puristen-Porsche 911 Carrera ohne Unterbrechung gebaut.
Unter dem automatisch ausfahrenden Heckflügel steckt der Treibsatz: 325 PS und 370 Nm Drehmoment aus einem 3,6 Liter großen Sechszylinder-Boxer ...
... schieben den Basis-Elfer in 5,3 Sekunden aus der Parkposition auf Landstraßentempo. Wer den rechten Fuß konsequent unten lässt, ...
... erreicht nach 19,1 Sekunden bereits Tempo 200. Maximal sind 285 km/h möglich.
Da ist eine kundige Hand gefragt: Mit abgeschaltetem Stabilitätsprogramm zeigt das Elfer-Heck in den anspruchsvollen Wechselkurven des Spreewaldrings ...
... durchaus ein munteres Eigenleben. Mit der superpräzisen Lenkung und der aggressiven Gasannahme wird der Hecktriebler für Könner zum faszinierenden Tanzpartner.
Filigrane Zehnspeichen-Räder im 18-Zoll-Format sind beim 911 Serie. Wer die größeren 19-Zöller vom Carrera S haben will, zahlt Aufpreis.
Blick in die Informationszentrale: Drehzahlgrenze bei 7200 Touren, Tacho bis 330 km/h – schon im Stand wird die urwüchsige 911-Kraft sichtbar.
Der Elfer bietet zahlreiche Verstellmöglichkeiten, zum Beispiel für Spoiler und Fahrwerk. Ungeübte Fahrer sollten unbedingt die Finger von der ESP-Taste lassen.
Geschenkt gibt es den Fahrspaß aus Zuffenhausen natürlich nicht: Wer einen Porsche 911 Carrera pilotieren möchte, muss sich auf einen Basispreis von 81.128 Euro einstellen.
Er sieht zwar aus wie ein Porsche 911, aber der GT2 ist ein ganz anderes Auto. Er basiert auf dem Turbo, hat aber noch mehr Leistung und weniger Gewicht.
Sieht üppig aus, erfüllt aber durchaus seinen guten Zweck: Unter dem ausladenden Heckspoiler wütet ein doppelt aufgeladener 3,6-Liter-Boxer, der aus sechs Zylindern 530 PS und 680 Nm Drehmoment presst.
Bei vollem Gaseinsatz schießt der GT2 wie von der Tarantel gestochen davon: In nur 3,8 Sekunden pulverisiert der weiße Sportler die 100-km/h-Marke, ...
... nach 11,6 Sekunden stehen bereits 200 Sachen auf der Uhr. Passend zu dieser Raserei liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 329 km/h. So ein wildes Tier ...
... will aber auch irgendwie im Zaum gehalten werden. Die Keramik-Bremsen erledigen den Job sehr zuverlässig.
Den Allradantrieb aus dem Turbo hat Porsche beim GT2 weggelassen. Da die unbändige Kraft nur an der Hinterachse anliegt, lässt sich ausgezeichnet driften, ...
... wenn die elektronische Stabilitätskontrolle abgeschaltet ist.
Die Uhrensammlung im GT2: Zeiger in Orange, Tacho bis 350 – und die schafft der Porsche sogar fast.
Selbstverständlich ist der GT2 Porsche pur. Das merkt man übrigens auch am Preis, der mit 189.469 Euro mehr als doppelt so hoch ist, wie der des 911ers.
Zumindest im Stand kann es der Cayman auch mit dem 911er aufnehmen. Nach dem Starten ...
... ist auch die Motorenfrage positiv: Sechszylinder hinterm Fahrer, aber vor der Hinterachse. Der 2,7 Liter große Boxer schickt 245 PS und 273 Nm an die Hinterachse.
In Sachen Beschleunigung kann der Cayman mit 911 und GT2 nicht annähernd mithalten, aber 6,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100, ...
... 23,9 Sekunden bist Tempo 200 sowie 260 km/h Spitze sind ja nun auch nicht so schlecht.
Gutmütig: Sogar Anfänger können sich problemlos auf das Handling des Cayman einstellen. Aber das ist genau sein Manko – der Normal-Cayman ist schlicht zu handzahm. Er ist nur ein Porsche light.
Porsche stellt den Cayman serienmäßig auf 17-Zöller. Gebremst wird ganz konventionell mit Stahlscheiben.
Abgespeckt: Die Instrumente ähneln denen im 911, doch fehlen Öltemperatur und -druck.
Einer weniger: Der Cayman-Pilot muss bei der Schaltarbeit mit fünf etwas zu lang übersetzten Gängen auskommen – GT2 und 911 haben jeweils sechs.
Das Sonderangebot dieses Vergleichs ist der Cayman – er kostet "nur" 48.879 Euro. Empfehlenswerter wäre aber ein Cayman S für mindestens 11.400 Euro mehr.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan: "Welcher Porsche macht am meisten Spaß? Geld spielt keine Rolle. Was für ein Traumauftrag. Die Antwort ...
... ist aber schwieriger als geahnt. Die Vermutung 'der Cayman reicht' stimmt nur so bedingt wie ...
... die Erwartung 'aus dem GT2 willst du nicht mehr raus'. Alle drei machen ihre Sache gut ...
... und sind echte Porsche. Für mich ganz persönlich ist es der Carrera. Er ist und bleibt das Original."
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