Im Frühjahr 2010 kommt der
Aston Martin Rapide in den Handel. Zeit für eine Preisansage: 180.000 Euro sind mindestens fällig. Vorher machte Aston Martin in Kuwait Station, um letzte Hitze-Tests zu absolvieren.
Wie läuft der Motor bei teuflischen Temperaturen? Wie regelt die Elektronik? Oder ist sie längst geschmolzen? Wie arbeitet die Klimaanlage, wird der Innenraum überhaupt noch gekühlt, oder schaufelt sie nur noch heiße Luft?
Und wie sieht es mit Sand und Staub aus? Halten Filter und Dichtungen? Fragen über Fragen, die sich mühelos im genauso mörderisch heißen Tal des Todes in Kalifornien beantworten ließen.
Die meisten anderen Autohersteller, um nicht zu sagen alle, führen solche Test im Death Valley durch. Ganz bequem. Aber nicht Aston Martin mit dem Rapide. Na gut: Wenn die feinen Briten das aushalten, kann das der AUTO BILD-Reporter auch.
"Der Rapide ist jede Reise wert", bilanzierte Dirk Branke. "Von mir aus auf den Mond, bis ans Ende der Welt oder eben in die Wüste. Er sieht dermaßen gut aus, dass sich die Strapazen auf jeden Fall lohnen."
Aston Martin baut ja seit einiger Zeit beachtliche Coupés und Cabrios, zeitlos schöne Autos. Die Herausforderung war, den Technikspender DB9 so umzubauen, dass die feine Linienführung erhalten bleibt. Gelungen.
Der Aston macht sich ziemlich genau fünf Meter lang und 1,93 Meter breit. Der Radstand wuchs gegenüber dem DB9 um fast 25 Zentimeter auf knapp 2,99 Meter.
Den ausgewogenen Proportionen schaden diese üppigen Dimensionen nicht, im Gegenteil: lange Motorhaube, geduckter Aufbau, perfekt integrierte Fondtüren, elegantes Heck.
Auch der in Köln handgefertigte, mächtige Sechsliter-V12 ist offensichtlich hitzefest. Im Rapide leistet er 477 PS, die 600 Nm liegen bei 5000 Touren an. Probleme mit den 1950 Kilo, etwa 100 Kilo mehr als beim DB9, hat er keine.
Die leicht nach oben schwingenden Türen ziehen die Blicke auf sich. Was die mobilen Händler im Hintergrund verkaufen, blieb unklar.
In Kuwait City lautete die Aufgabe Stop-and-go-Verkehr. Anfahren, beschleunigen, anhalten, stehen, warten, weiter. Höchstbelastung für alle Aggregate.
Im Hintergrund ruft der Muezzin zum Gebet, ...
... vorne wartet der Rapide auf die nächste Etappe der Hitzeschlacht.
Spät am Abend sinken die Temperaturen in Kuwait City auf ein erträgliches Maß. Dann bevölkern sich Straßen und Gehwege. Im Hintergrund leuchtet die Skyline.
Der flache, nur 1,36 Meter hohe Rapide ist immer ein Blickfang, der Morning-Frost-Lack schimmert edel.
Die schmalen Scheinwerfer erhalten Unterstützung von einem Tagfahrlicht aus LEDs.
Aufschwung: nach oben klappende Türen als zusätzlicher Blickfang.
Hinten gibt es zwei sportliche Einzelsitze, die ausreichend bequem sind. Überraschung: Es gibt sogar umklappbare Rücklehnen. Alles am Aston wirkt edel verarbeitet, Holz und Leder dominieren.
Nachdem der Rapide den ultimativen Hitzetest bestanden hatte, durfte er als Serienmodell zur IAA 2009 rollen.
Und hier kommt ein prominenter Gegner: Der
Panamera ist die Businessklasse von Porsche und tritt gegen den edlen Briten im Design-Duell an.
Jan Frank, Cheftester bei Porsche, chauffierte AUTO BILD-Autor Wolfgang König in einem Panamera Turbo ums Testgelände in Weissach. Dessen ...
... Achtzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung stammt aus dem Cayenne. 500 PS leistet das Topmodell. Rechter Fuß auf Anschlag und der lange Lulatsch fetzt mit maximaler Beschleunigung (0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden) bis auf 303 km/h. Nicht schlecht für ein Zwei-Tonnen-Geschoss.
Auf dem Beifahrersitz fühlt und hört sich der Panamera an wie ein reinrassiger Sportwagen. Der ...
... XL-Porsche segelt über die Piste, als wollte er der
Mercdes S-Klasse den Rang ablaufen.
Ehrgeizige Ziele: 20.000 Panamera will Porsche absetzen. Zu über 80 Prozent an Nicht-Porsche-Fahrer und an "Menschen, die aus Sozialdruck das Segment wechseln müssen". Übersetzt: Fahrer, die sich im dicken Super-SUV nicht mehr wohlfühlen, ...
... darunter sicher auch einige Cayenne-Absteiger. Porsche will also in vielen Teichen Kunden fischen. "Unsere Konkurrenten heißen
S-Klasse,
A8 und
7er BMW, aber auch Aston Martin Rapide oder
Maserati Quattroporte", so Porsche-Designer Michael Mauer.
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