Hier ist er, der böse Blick des Veritas RS III. Auf der britischen Nobel-Autoshow "Salon Privé" in London stand das fertige Serienprodukt in ganzer Pracht.
Und erstmals hat die Vermot AG, die den Veritas baut, auch einen konkreten Preis genannt: 342.000 Euro kostet die Flunder, netto ohne Steuern.
Im Gegensatz zu den bisher gezeigten Prototypen erhielt der Bolide eine neue Front und Motorhaube, die den RS III noch aggressiver dreinblicken lassen.
Vorläufige Eckdaten des Flitzers: Fünfliter-V10 von BMW, 600 PS, 347 km/h Spitze, 3,2 Sekunden von null auf 100 km/h, 1170 Kilogramm Gewicht.
Es ist dem Veritas nicht anzusehen, aber er ist fast fünf Meter lang (4,99) und zwei Meter breit, dafür aber weniger als einen Meter hoch. Exakt sind es 974 Millimeter.
Bereits 2007 durfte AUTO BILD einen Prototypen über die Rennstrecke schubsen. Keine Frage, die an die Rennwagen aus den 40er-/50er-Jahren angelehnte Linienführung des Veritas RS III ist schon einzigartig.
Cool: lange Schnauze wie die Rennsportahnen aus den späten 40ern.
Ein Heck wie aus dem Comic-Heft, damals noch fettes V8-Geblubber aus den dicken Endrohren, Carbonkarosserie über Gitterrohrrahmen.
Die Lenkung des Veritas-Prototypen stammt aus dem M3-Vorvorgänger (E 36). Das Lenkrad ist abnehmbar.
Sitzspezialist König steuert die Schalen bei, beledert werden sie bei Veritas.
Schön-schlichtes Cockpit mit zentralem Drehzahlmesser. Der Schalthebel sitzt rechts unter der Abdeckung. Gestartet wird per Knopfdruck.
Der Motor stammte da noch aus dem alten M5 und wurde von 400 auf 420 PS gesteigert. 480 PS waren geplant, 600 sind es geworden.
Die gelochten, dreiteiligen Brabham-Felgen entstehen in Handarbeit.
Wunderbarer Tankdeckel als Reminiszenz an die Rennsporthistorie.
Auf der Müllenbachschleife des Nürburgrings drehen wir Ende Juni 2007 erste Runden mit dem RS III, der in einer Auflage von 30 Stück gebaut werden soll.
Es handelte sich zwar noch um ein Conceptcar, doch der Funke sprang schnell über.
Angetrieben von einem V8-Motor mit 420 PS (stammt aus dem alten M5), bollert dumpf ein feiner Klang aus dem Stüber-Auspuff mit manuell schaltbarer Klappenmechanik.
Man sitzt tief in der Karosserie auf edel belederten König-Schalen und blickt auf die endlos wirkende Schnauze.
Für das außergewöhnliche Retrodesign zeichnet der freie Designer und Autodidakt Michael Söhngen verantwortlich.
Mit der sehr leichtgängigen Lenkung lässt sich der Veritas (lateinisch: Wahrheit) präzise dirigieren.
Das Setup des einstellbaren Öhlins-Fahrwerks ist gerade auf Hockenheim getrimmt und entsprechend hart.
In der Serie sollen die liegenden Feder-Dämpfer-Einheiten eine etwas komfortablere Abstimmung erhalten, aber weiterhin in Zug und Druck einstellbar bleiben.
Vor Produktionsbeginn will die verantwortliche Veritas AG mit Wilfried Laufer (PR), Michael Trick (Vertrieb) und Bernd Paetz (Produktion) noch Tests im Windkanal machen und den Segen des TÜV einholen.
Zudem soll der erste produzierte Veritas einen neuen Gitterrohrrahmen und ein Monocoque aus Kohlefaser erhalten.
Bis dato ist das Conceptcar nur etwa 1500 Kilometer gefahren, ausführliche Testfahrten mit den beiden Motoren in ihrer endgültigen Leistungsstufe (V8 mit 480 PS, V10 mit 600 PS) stehen noch aus.
Als Anzahlung für den RS III waren zu diesem Zeitpunkt 30 Prozent der Kaufsumme von 330.000 Euro für den V8 und 400.000 Euro für den V10 fällig – viel Vorschussvertrauen in ein Fahrzeug, das in der angekündigten Auslegung bislang noch nicht existiert und dessen enorme Leistungsdaten (Vmax 329 bzw. 347 km/h) noch nicht belegbar sind.
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