Renault feiert das 50-jährige Jubiläum des historischen
Alpine A110 in Monaco mit der Enthüllung der spektakulären Studie Alpine A110-50 Concept. Der Name ...
... weist auf das 50-jährige Jubiläum ...
... des historischen
Alpine A110 hin (im Bild hinten). Der A110 ...
... war ein hochkarätiger Sportwagen mit lautem, aber herrlichem Klang und sensationellem Fahrverhalten.
Der Retro-Alpine basiert auf der
Elektro-Studie DeZir, die auf dem Autosalon Paris 2010 Premiere feierte.
Im Heck des neuen Alpine arbeitet allerdings kein Elektromotor, sondern das höchst potente Benzin-Aggregat ...
... aus dem Renngerät
Mégane Trophy: ein 3,5 Liter großer V6, der für den Einsatz im Alpine von 360 auf 400 PS hochgezüchtet wurde. Der mittig verbaute Rennmotor dreht bis 7200 Touren und schickt satte 422 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse.
Der Alpine A110-50 überträgt seine Kraft über ein halbautomatisches sequenzielles Sechsgang-Getriebe mit Schaltwippe am Lenkrad und Zweischeiben-Kupplung an die fetten 21-Zöller. Das Getriebe ist längs hinter dem Motor eingebaut.
Frischluft bezieht das Aggregat über eine Ansaugöffnung, die in das Dach integriert ist – wie einst beim historischen Vorbild. Doch die Franzosen-Flunder hat nicht nur reichlich Power unterm Kohlefaserkleid, sie ist mit 880 Kilo ...
... auch ein echtes Leichtgewicht. Die Gewichtsverteilung ist mit ...
... 48:52 Prozent (vorn:hinten) nahezu perfekt ausbalanciert. Für Stabilität sorgt ein Rohrrahmen aus Stahl. Das Alpine Concept ist 4,33 Meter lang, 1,96 Meter breit und nur 1,23 Meter hoch.
Den Radstand von 2,63 Metern übernimmt die Studie vom
Mégane Trophy. Die Spurweite ist jedoch auf 1,68 Meter vorne und 1,69 Meter hinten verbreitert, wodurch sich das Einlenkverhalten in Kurven verbessern soll. Variable Stoßdämpfer bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Fahrwerksabstimmung.
Der verstellbare Heckflügel verstärkt die Bodenhaftung zusätzlich. Die beiden armdicken Auspuffrohre liegen oberhalb des Diffusors, darüber platziert
Renault ein durchgehendes Band aus LEDs.
Der Alpin streckt alle viere von sich: Links ist übrigens hinten, und genau dort ...
... arbeitet der V6 aus dem Mégane Trophy.
Der erste Spyshot ins Cockpit zeigt: Mit gemütlichem Cruisen hat der neue Alpine nix im Sinn. Profi-Lenkrad, Sportschalen und Überrollkäfig sprechen die klare Sprache des Rennsports.
Rückblick auf die Elektro-Studie DeZir: Die Elektro-Studie feierte auf dem Autosalon Paris 2010 Premiere. Das Design war wegweisend für das neueste Alpine-Konzept.
AUTO BILD durfte bereits 2010 mit dem scharfen DeZir auf Tour gehen. DeZir heißt übersetzt "Begierde" – und die weckte der zweisitzige Sportler bei unserer ersten Probefahrt ...
... nicht nur hinterm Lenkrad, sondern anscheinend auch bei seinen geistigen Vätern.
"Wir könnten das Autos in Kleinserie mit Elektro-Antrieb bauen lassen", sagte Axel Breun, bei Renault Direktor für Showcars. Eine neue
Alpine für unter 50.000 Euro – das würde sicher nicht nur Öko-bewegte Autofans in Spannung versetzten.
Tatsächlich hat der DeZir optisch alles, was an den legendären A110 erinnert: Ein ...
... nur 1,16 Meter tiefes Dach, ...
... die gedrungene Statur und dramatische Design-Details ...
... wie das Heck mit einem Mix ...
... aus Wurlitzer-Box und Postmoderne.
Diese Studie ist schon im Stand schnell, ...
... eine zur Form gegossene Begierde – und damit genau das, was ...
... Renaults neuer Designchef Laurens van den Acker sich zum Einstand als seine erste Visitenkarte gewünscht hat. Nämlich ...
... ein starkes Statement, dass die Franzosen nun Schluss machen mit ihrer Langeweile aus
Laguna,
Mégane und
Twingo.
Zuletzt hatte die ehemaligen "créateurs d'automobiles" bei ihren Serienautos doch gewaltig der Mut verlassen. Van den Acker, der schon bei
Mazda ...
... ein Feuerwerk von Studien abgeschossen hatte, will die Franzosen ...
... nun auf eine neue Linie bringen, wie sie der DeZir verkörpert: Einfach, ...
... sinnlich und warm sollen die Renault von morgen aussehen.
Sofort beginnt am DeZir die Spurensuche: Wo erkennen wir den nächsten
Clio, der Ende 2012 als erstes Serienauto die neue Design-DNA tragen wird?
"Der Rhombus zeigt, wie das Markenlogo ...
... größer und besser präsentiert wird", sagt Axel Breun.
Zusammen mit den Scheinwerfern lässt sich hier das künftige Markengesicht ablesen.
Dahinter fließen und schwellen Kotflügel und Flanken, ...
... der markante Rücken ...
... und die exaltierten Flügeltüren (auf jeder Seite anders gestaltet) frei nach dem Motto: "more drama, baby".
Erlaubt ist, was auffällt. DeZir heißt auch: Man wird ja noch wünschen dürfen.
Früher wurden unter solchen Formen italienische 300-PS-Benziner verpackt – oder bei Studien zumindest versprochen. Heute steckt unterm Kevlar-Kleid des Renault ein
Elektro-Antrieb (wie sollte es bei Franzosen anders sein?).
Doch anders als bei manchem Showcar, das das Blaue vom Himmel herunter verspricht, besitzt der DeZir deutlich mehr Seriennähe. Der 150 PS starke Elektromotor soll schon 2011 in der E-Version des
Renault Fluence verkauft werden, auch mit den 24 kWh starken Lithium-Ionen-Akkus liegen die Franzosen europaweit recht weit vorne.
Chassis und Gitterrohrrahmen liefert die Rennversion des Mégane zu, womit sowohl ein sportliches Kampfgewicht als auch feuriges Temperament gesichert sind: Die nur 830 Kilo schwere Wagen ...
... soll in fünf Sekunden auf Tempo 100 sprinten und abgeregelte 180 km/erreichen. Die übrigen Fahrwerte, die der Pressetetext verspricht (mögliche 250 Spitze und 160 Kilometer Reichweite), ...
... verweisen wir mal ins Feld der physikalischen Rechenspiele.
Ob die Batterien am Ende wirklich so viel Feuer auf die Hinterräder loslassen können, wollen wir mal auf der Rennpiste testen, wenn es 2012 soweit ist.
Die Mischbauweise der Kevlar-Haut überm Rohrrahmen rückt den DeZir nicht nur näher an einen Kleinserienbau, sie weckt auch Erinnerungen an die ähnlich konstruierte Alpine A110. Schon bei deren Nennung zuckt Design-Direktor Breun leicht zusammen. Zu oft haben sich ...
... die Renault-Afficionados in der Firma eine Rückkehr der Sport-Division gewünscht, zu oft haben sie Planspiele betrieben und Modelle gebaut.
Genauso oft wurden die von der Konzernleitung abgesägt. Zu teuer, zu exotisch, zu riskant, zu emotional – doch die Strahlkraft der blauen Renner aus Dieppe blieb ungebrochen.
Während
Audi (quattro concept),
BMW (Project-i Coupé) oder
Peugeot (
RCZ) ihre alten Sportwagen-Schätze wieder belebt und als neue Marken-Botschafter aufpoliert haben, ruht der klangvolle Name Alpine, immerhin vielfacher Rallyesieger, bei Renault noch immer ungenutzt im Staub der Archive.
Der DeZir hätte das Zeug zur Alpine.
Wenn schon nicht als Kleinserie für Kunden, die einen europäischen
Tesla kaufen wollen, ...
... dann vielleicht als nationale Rennserie mit Elektro-Antrieb. Zumindest dem sperrig-trockenen Ideal der E-Autos könnte die Studie einen satten Schuss Begierde einhauchen.
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