Tolle Kisten: Der Kangoo (rechts) machte die Wagen-Klasse der coolen Kisten populär, die Konkurrenz musste mitziehen. Nun hat Renault ihn gründlich renoviert. Ist der Franzose wieder die Nummer eins unter den Kästen?
VW vorneweg: In den vergangenen Jahren hatte der Caddy Life die Pole Position in der Kasten-Kaste inne, landete in der Pkw-Zulassungs-Statistik auf Rang 36. Der in die Jahre gekommene Kangoo belegte weit abgeschlagen Platz 96. Nun, frisch renoviert, ...
... fährt die 18.500 Euro teure Franz-Kiste (Testwagenpreis) selbstbewusst mit breiter Brust vor: Sie wuchs in der Länge um 18 Zentimeter, in der Breite um 16. Mit dem Wachstum des Neuen passte sich Renault auch ...
... den gestiegenen Komfortwünschen der Kundschaft an. So gibt es auf Wunsch Klapptischchen an den Vordersitzlehnen, Einparkhilfe hinten oder einen tragbaren DVD-Player. Die Kunststoffe sehen aber aus wie grob gebürstet, und die Bedienung des Cockpits ist gewöhnungsbedürftig.
An Temperament mangelt es dem Franzosen etwas: Er braucht vergleichsweise lange 13,2 Sekunden, um Tempo 100 zu erreichen - nur der schwere VW braucht noch ein Zehntel länger. Trotzdem ist der Renault ...
... der Durstigste im Quartett, ließ im Test 7,6 Liter durch seine Düsen laufen. Gemessen am Nutzwert dieser Hochdach-Typen ist das aber immer noch okay.
Kein Kurvenproblem: Der Kangoo bleibt gutmütig und mit ESP (300 Euro Aufpreis) auch in der Spur. An die etwas gefühllose Lenkung gewöhnt man sich schnell.
Bei diesem Anblick bekommen Sportwagen-Fahrer Pipi in die Augen: 660 Liter Volumen! Bei aufgestellter Rückbank! Und wenn ...
... das nicht reicht, klappt die Lehne ruckizucki um, die Sitzfläche rutscht nach vorn, und fertig ...
... ist das Ladeparadies mit 2688 Litern. Darin kann man nicht nur Omis Hausstand transportieren, sondern angesichts der ...
... 2,5 Meter Durchladefläche (inklusive umgeklappter Beifahrersitz-Lehne, 150 Euro im Paket) auch gerne mal ein Reisebettchen bauen.
Da zwickt nix: Die Sitze sind angenehm und gut ausgeformt.
Zum Abheben: Auf Wunsch gibt es unterm Dach zwei Ablagefächer - vorn offen, hinten wie im Flugzeug mit drei Deckeln zu verschließen. Und wenn das nicht fürs Spielzeug reicht, ...
... ist unter den Füßen in den "Geheimfächern" noch Platz. Etwas rudimentärer ...
... ist die Tüdelkram-Unterbringung im Skoda Roomster, praktisch ist die tschechische Lösung aber allemal. Stauräume ...
... gibt's im Edel-Nutztier ohnehin genug - zumindest für Kleinkram. Für Großteile könnte es eng werden, denn maximal fasst der Kofferraum vergleichsweise geringe 1780 Liter. Doch der Ladeboden ...
... ist schön eben, und der Umbau zum Transporter gelingt schnell: Die Sitze ...
... lassen sich einfach herausnehmen, umstecken oder umklappen. Sind alle Plätze belegt, ...
... passen noch zusätzlich 450 Liter Gepäck in den Skoda-Kasten.
Da geht die Sonne auf: Das Roomster-Cockpit (aus dem Fabia) ist mit Abstand das freundlichste im Vergleich. Weitere Pluspunkte gibt es ...
... für die Kopffreiheit: Vorne beträgt die Innenhöhe 102, hinten 99 Zentimeter.
Im Kapitel Fahreigenschaften ist der Tscheche den anderen weit voraus: Sowohl in Sachen Spitzengeschwindigkeit (182 km/h), Spurtqualitäten (11,6 auf Tacho 100) und Verbrauch (7,6 Liter Diesel, 860 Kilometer Reichweite) setzt der Roomster ...
... die Bestmarke im Vergleich. Eine Ursache für den Erfolg ist sein Gewicht: Mit 1350 Kilogramm bringt er am wenigsten auf die Waage, Vetter Caddy ...
... wiegt fette 280 Kilo mehr, muss aber mit dem gleichen Herzen leben. Auch hat er die wesentlich größere Stirnfläche, was ihn mit 7,2 Litern 0,9 Liter mehr verbrauchen lässt. Und ihn in Sachen Höchstgeschwindigkeit ...
... im Vergleich mit den drei Mitstreitern recht alt aussehen lässt: 166 km/h sind drin, mehr nicht.
Standfest: Die VW-Bremsen sind die besten. Warm steht die Handwerker-Kiste (Preis: 20.397 Euro inklusive Dieselpartikelfilter) nach 38,1 Metern. Der nagelneue Renault benötigt dafür 39,6.
Doch es sind in erster Linie nicht die Fahrleistungen, die Kasten-Lenker an ihrem Auto schätzen. Sondern die Variabilität und der enorme Stauraum. Und den ...
... hat der Caddy wirklich: Mit 750 bis 2850 Liter Ladevolumen ist der Wolfsburger der Geräumigste der vier Kandidaten.
Hoch und weg: Die Sitze lassen sich leicht hochklappen, müssen dann aber abgestützt werden.
Bekannter Anblick: Auf den Vorderstühlen grüßt Bruder Golf.
Schiebung: Wie der Skoda ist auch der VW im Fond mit einem praktischen Schiebefenster ausgerüstet.
Der Opel Combo auf Basis des alten Corsa ist der Oldie in diesem Quartett. Seit 1994 schlägt er sich tapfer auf dem Markt, konnte aber Image und Stückzahlen des Franzosen nie erreichen.
Schnäppchen: Der Rüsselsheimer ist mit 16.720 Euro das günstige Fahrzeug im Vergleich. Allerdings ist die Sicherheitsausstattung (fehlende Seiten-/Kopfairbags, kein ESP lieferbar) auch magerer als bei der Konkurrenz.
Ratterdizong: Im Combo geht es ganz schön laut zu - ob Tempo 50 oder 130, hier wurde der höchste Lärmpegel gemessen.
Mit Stock und Hut sitzt man hier gut: Der Innenraum bietet in der Höhe sensationelle 1,20 Meter Platz für den Fahrer, im Fond sind es sogar noch zwei Zentimeter mehr. Die Armaturen und das Lenkrad mit den winzigen Huptasten stammen aus dem Corsa.
Handwerker-Charme: Der Opel hat am wenigsten Luxus, zeigt hinten viel nacktes Blech. Dafür ...
... bietet er bis zu 2695 Litern Gepäck Raum. Bei aufgestellter Rückbank sind es maximal 510 Liter.
Auf-Klapp-Preis: Opel berechnet als einziger Hersteller für die asymmetrisch teilbare Rückbank 120 Euro extra.
Immer rin da! Die "Stopfablage" vorn über dem Fahrer schluckt einiges. Aber Vorsicht, Kleinkram kann an der Innenleuchte ganz vorn wieder herausfallen. Mehr Platz ...
... ist in den Netzen an den Seiten.
Fazit von Redakteur Diether Rodatz: "So wie die Kombis irgendwann die gesellschaftliche Akzeptanz erfuhren, so wird es diesen Kastenwagen gehen. Raus aus der Nutzfahrzeug-Ecke, rein in die Allrounder-Abteilung." Ist aber nicht doch ein Van die bessere (Familien-)Lösung? Zum Beispiel ...
... ist doch der Renault Scénic eine ganze Ecke schicker als der Kangoo. Der frisch geliftete Kasten überragt den Van jezt deutlich. Nicht nur in der Höhe (17 Zentimeter), sondern auch im Platzangebot. Der Neuling bietet ...
... mehr Schulterbreite, mehr Kopffreiheit und den klar größeren Kofferraum (660 zu 430 Liter bei stehender Rückbank, maximal 2866 zu 1840 Liter, im Bild der Scénic). Einparkfreundlicher ...
... ist der fünf Zentimeter kürzere Kangoo auch. Zudem kostet der Scénic (Foto) mit 1,5-Liter-Diesel ab 22.700 Euro, 4500 Euro mehr als der Kangoo. Fazit: Der Kangoo ist das günstigere, geräumigere Familienauto, das mit knuffigem Charme gefällt.
Combo oder Zafira? Diese Frage stellt sich niemand - die beiden Opel sind nicht zu vergleichen. Wer den Combo als Alternative zum Zafira ins Auge fasst, sollte spartanische Sparsamkeit mögen. Der luftige Kasten ...
... wirkt im Vergleich zum Zafira (Foto) nackt, sein Corsa-Fahrwerk bietet nur Kleinwagen-Komfort im Vergleich zum erwachsenen Zafira. Der Combo ist ...
... 13 Zentimeter kürzer, innen schmaler und hat den größeren Kofferraum (Zafira maximal 1820 Liter, Foto). Der Van ist außerdem auf Wunsch sogar mit sieben Sitzen zu haben und kostet 7000 Euro mehr.
Roomster statt Touran (Foto) – Der kleine Kasten hat alles, was die normale Familie braucht - und das für 4410 Euro weniger (beide mit 105-PS-Diesel).
Was spricht noch für den VW Touran? Der etwas größere Kofferraum (maximal 1989 Liter), die dritte Reihe als Option und das komfortablere Fahrwerk auf Golf-Basis. Innen fühlt sich der kantige Van mit elf Zentimetern mehr Schulterbreite ...
... eine ganze Klasse bequemer an, vor allem auf den Vordersitzen. Der Caddy Life, als dritte Variante, lässt dagegen jeglichen Charme vermissen - in ihm herrscht die nackte Kargheit eines Lieferwagens. Allerdings bietet er in diesem Trio das beste Preis-Platz-Verhältnis.
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