Wie regt man den Appetit auf ein neues Auto an? Gut gewürzte Neuigkeiten häppchenweise serviert. Nach technischen Details folgt nun auch der Name zum neuen Einstiegsmodell von Rolls-Royce: Ghost. Damit bleiben die Engländer den mystischen Namen treu und schlagen eine Brücke in die Vergangenheit.
Einstiegsmodell? Klingt nach Verzicht. Statt Hummer und Schampus also nur noch Lachsersatz und Aldi-Prosecco? Keine Sorge, auch der Baby-Royce wird die Millionäre dieser Welt standesgemäß und sänftengleich zum roten Teppich chauffieren.
Erste Überraschung: Der 5,40 Meter lange Ghost bekommt mehr Leistung als der Phantom, der mit 460 PS aus 6,75 Litern Hubraum und zwölf Zylindern auch nicht schwächlich daherkommt.
Im Einstiegsmodell, immerhin fast einen halben Meter kürzer als der große Bruder, kommt ein nagelneuer 6,6-Liter-V12 zum Einsatz, der es mit Turboaufladung auf 507 PS bringen soll.
Der Kraftfluss wird von einer Achtgang-Automatik koordiniert, die ZF zuliefert. Weil der Ghost deutlich kleiner und damit auch leichter ist als der Phantom, soll er auch beim CO2-Austoß aus den fetten Auspuffrohren kleinere Brötchen backen.
Die Seitenlinie des Ghost ist ein Mix aus Tradition und Moderne: Aristokratisch, unverkennbar der Tradition verpflichtet, aber für einen Royce ungewohnt athletisch.
Die Fondtüren des 5,40 Meter langen Ghost klappen wie beim Phantom nach hinten auf. Die Kunden mögen diesen Gag nicht mehr missen, heißt es seitens der Briten.
Innen fühlt sich der Lord, als wäre er in einen Smoking geschlüpft – Luxus und teuerstes Material ...
... paaren sich mit einwandfreiem Geschmack – handschuhweiches Leder, wunderbar schlichte Türverkleidungen, stilgerecht verarbeitetes Holz.
Luxus ohne Protz: Ein Rolls-Royce pflegt die feineren Genüsse – makelloses Leder und Hochglanzfurniere (hier Palisander), der Bildschirm versteckt sich vornehm hinter einer Holzblende.
Es sitzt sich etwas erdnäher als im Phantom, aber im Fond wartet auch hier ein Kanapee mit seitlich herumgezogenen Wangen. Und die C-Säulen sind breit genug, um vor neugierigen Blicken zu schützen.
Rund 200.000 Euro soll der etwas kleinere Royce kosten – ein wahres Schnäppchen, verglichen mit den 380.000 Euro, die sein ausgewachsener Stallgenosse Phantom verschlingt. Selbigen lies Rolls-Royce auf dem Genfer Salon 2009 ...
... in überarbeiteter Optik vorfahren. Dabei halten es die Briten gewohnt klassisch dezent und führen nur leichte Retuschen am Blechkleid durch.
Aus dem kleinen Schwarzen von Chanel macht Lagerfeld schließlich auch keinen Mini-Rock. Also wurde in Goodwood lediglich der Kühlergrill etwas flacher angestellt.
Außerdem rollt die Ikone serienmäßig auf 21-Zoll-Leichtmetallrädern. Der Kunde darf wählen, ob sie in mattem oder poliertem Finish montiert werden.
Das Statement heißt weiterhin: Hier kommt einer, der es geschafft hat.
Details wie die gegenläufig angeschlagenen Türen darf der Rolls-Royce Phantom natürlich behalten, ...
... auf Wunsch gibt es den Briten mit Bayernherz auch in modischem Weiß.
Wie üblich verschwindet Emily auf Knopfdruck elektrisch im refreshten Grill aus rostfreiem Stahl.
Auch ein Rolls-Royce muss mit der Zeit gehen, deshalb finden die Fondpassagiere im überarbeiteten Phantom Anschlüsse für elektronische Geräte an die zwölf Zoll großen Monitore. Neue Lampen an den C-Säulen erhellen Interieur und Gemüt.
Zugeständnis an die Moderne: Die Türgriffe werden durch LED-Technik beleuchtet.
Hier lässt der Besitzer fahren, der Chauffeur genießt Holz und Leder satt.
Nichts Neues unter der Haube: Das 6,75-Liter-Kraftwerk – standesgemäß mit zwölf Zylindern – leistet wie bisher 460 PS. Oder "genug", wie man ...
... bei Rolls-Royce sagen würde. Doch es geht auch noch exklusiver: Gentlemen, plündern Sie Ihre Konten. Hier kommt die ultimative Fahrmaschine ...
... für finanziell Unabhängige: das Rolls-Royce Phantom Coupé. Zwölf flüsternde Zylinder, 453 bärenstarke PS, 561 unverwechselbare Zentimeter.
Weltpremiere feierte das vierte Modell der Phantom-Baureihe auf dem Genfer Salon 2008.
Die offene Variante Drophead Coupé kostet 450.713 Euro. Preis-Abweichung zum immer geschlossenen Bruder: im Peanuts-Bereich. Bevor wir zu den Feinheiten des ...
... Non-plus-ultra-Coupés kommen, hier ein paar profane Daten: Radstand 3,30 Meter (fast doppelt so lang wie der des Smart fortwo), Breite knapp zwei Meter, Wendekreis 13,1 Meter. Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, elektronisch abgeregelt. Null auf 100: 5,8 Sekunden.
Die geteilte Kofferraumklappe, Picnic Boot genannt, kennen wir vom Drophead Coupé. Wenn sie heruntergeklappt ist, können zwei Personen darauf nebeneinander sitzen. Die Scharniere tragen ein Gewicht von bis zu 150 Kilo. Ebenfalls vom Phantom Cabrio bekannt: Die Türen sind hinten ...
... angeschlagen. Das trägt trotz alter Vorurteile ("Selbstmördertüren") zu mehr Sicherheit bei: Hinten angeschlagene Scharniere erlauben eine durchgehende A-Säule. Und damit eine steifere Karosserie. Für das Schließen von innen gibt es eine Taste am vorderen Ausstellfenster. Der Innenraum ...
... lässt selbstverständlich keine Wünsche offen. Holz, Leder, Cashmere, Chrom – mit anderen Materialien kommen die Passagiere nicht in Berühung. Serie: der dimmbare Sternendachhimmel. Optional: neun Lederfarben (von "Seashell" bis "Roseleaf") und sechs Holzsorten ("Elm Cluster" bis "Zebrano").
Die Qual die Wahl – die haben auch die Passagiere: Vorn sitzen und den Blick über die endlos lange Motorhaube schweifen lassen – oder hinten unterm künstlichen Sternenhimmel auf der Zweierbank lümmeln?
Das Herz des Phantom Coupé: Der 6,75 Liter große Zwölfzylinder arbeitet auch in den beiden Phantom-Limousinen (normaler Radstand und "Extended Wheelbase") sowie im Drophead Coupé. Bescheidene Verbrauchswerte erwartet hoffentlich keiner: 23,2 Liter Super Plus ...
... gibt Rolls-Royce als Durchschnittswert im Stadtverkehr an. Im Drittelmix bläst das 720 Newtonmeter mobilisierende Aggregat immer noch 15,7 Liter durch die bewusst sichtbaren Auspuffendrohre. CO2-Emissionen? Ähem, 377 g/km.
Keine falsche Bescheidenheit: Die 21-Zoll-Felgen sind in drei Designs erhältlich, darunter zwei Ausführungen aus geschmiedetem Leichtmetall. Und wo wir gerade dabei sind: Schon mal was von "Xirallic"-Lackierung gehört? Mehr geht nicht, würde der ...
... Lacker Ihres Vertrauens sagen. Zauberformel "5x5", sag ich nur: Jedes Phantom Coupé erhält mindestens fünf einzelne Schichten aus Farbe und Lack. Vor dem Auftragen der nächsten Schicht wird jede einzelne von Hand bearbeitet. Die fertige Lackierung ...
... wird anschließend fünf Stunden lang poliert. Auf diese Weise entsteht ein in der Automobilindustrie einzigartiger Glanz, verspricht Rolls-Royce. Zu den optionalen neuen Farben gehören so wohlklingende wie Darkest Tungsten, Anthracite und New Sable.
Basis des Coupé ist der Aluminium Space Frame, der zuerst im Phantom verwendet wurde. Jeder Space Frame wird mit einer Toleranz von maximal 0,1 mm von Hand hergestellt und anschließend per Lasermesssystem auf seine Genauigkeit hin überprüft.
Schmale Fenster, leichte Zutaten: Mit Ausnahme der Kofferraumklappe, der Edelstahl-Motorhaube und des Rahmens der A-Säule bestehen alle Karosserieteile des Coupés aus Aluminium. Der V12 entwickelt ein gewaltiges Drehmoment – 75 Prozent liegen bereits bei ...
... 1000 Umdrehungen an. Das erklärt die unangestrengte Leistungsabgabe: Der Motor liefert seine 338 kW (453 PS) bei 5350/min und besagte 720 Nm bei 3500/min. Um das Understatement perfekt zu machen: Bei 160 km/h zeigt das Instrument für die ...
... Leistungsreserve an, dass 90 Prozent der Motorleistung noch ungenutzt sind. Wer die sechs Gänge der butterweich schaltenden Automatik höher ausdrehen will, kann am Lenkrad das "S"-Knöpfchen betätigen. Die Sporttaste aktiviert ein neues Getriebeprogramm.
Über das Rolls-Royce eigene Individualisierungs-Programm "Bespoke" kann man alternativ zu den neun neuen Coupé-Lackfarben zwischen insgesamt 44.000 Farbtönen wählen. Immer dabei: die Kühlerfigur, auch bekannt als "Spirit of Ecstasy". Diese funkelnde Gestalt ...
... gehört zur Phantom-Limousine mit verlängertem Radstand. Preis für dieses Stück Ingenieurs- und Handwerkskunst: 476.000 Euro.
Wie gemacht für den Staatsbesuch: Rolls-Royce Phantom mit Schwenkdach. Die Komfort-Vision von Zulieferer EDAG erlaubt aufrechtes Ein- und Aussteigen. Und würdevolles Winken bei Regen von links.
Der offene Bruder: Das Riva-Sportboot-ähnliche Heck des Drophead Coupé getauften Phantom Cabriolets sucht selbst in der obersten Luxusklasse seinesgleichen.
Hinten angeschlagene Türen - damit hat die BMW-Tochter eine lange totgeglaubte Karosserie-Feinheit wieder ausgegraben.
Nicht über einen Kamm scheren, bitte: "Coupé und Drophead sind zwei unterschiedliche Autos mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und sehr individuellen Leistungsmerkmalen", erklärt Ian Cameron, der das Design-Team leitet.
Rolls-Royce Silver Seraph, gebaut von 1998 bis 2002. Unter der Haube säuselte der BMW-V12 aus dem 750i.
Die Karosserie des Silver Seraph war bis auf geringe Unterschiede baugleich mit der des Bentley Arnage.
Barock-Engel: Das bildschöne Cabriolet Corniche wurde nach einer Küstenstraße bei Monaco benannt und in fünf Modellvarianten von 1971 bis 1995 und 2000 bis 2002 gebaut. Im Bild: ein Corniche V von 2002.
Das Camargue Coupé (1975-1986) entstammte der Feder des berühmten Designers Pininfarina.
Edel-Klassiker der Siebziger: Rolls-Royce Silver Shadow (1965-1980), ab 1970 mit mächtigem 6,75-Liter-V8 und Dreigangautomatik.
Der verstorbene Modezar Rudolph Moshammer ließ sich gern im Silver Shadow durch München kutschieren, besaß aber auch einen Silver Seraph und Silver Dawn. 2005 kamen die Nobelkutschen bei ebay unter den Hammer.
Rolls-Royce Silver Cloud (1955-1996), im Bild die zweite Generation, die zwischen 1959 und 1962 vom Stapel lief. Der Silver Cloud spielte in zahlreichen Bond-Filmen mit.
Fast schon Lkw-Maße: der riesige Phantom VI, produziert von 1968 bis 1991. Das Sechs-Meter-Schiff brachte 2,5 Tonnen Leergewicht auf die Waage.
Zählte zum Fuhrpark von Queen Elizabeth II: Rolls-Royce Phantom IV (1950-1956). Nur 18 Stück wurden gebaut.
Rolls-Royce Silver Ghost (1906-1925): Der mächtige Siebenliter-Sechszylinder leistete bescheidene 48 PS. Für wohlhabende Kunden ...
... der damaligen Zeit kein Grund, nicht das Scheckbuch zu zücken: 7874 Exemplare wurden gebaut. Dem berühmten Kommunisten-Anführer Lenin gefiel die Luxus-Kutsche so gut, dass er auf der Londoner Motorshow 1920 gleich neun Stück orderte.
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