Geländewagen im Großstadtrevier – das heißt Allrad auf Asphalt, Bodenfreiheit für den Boulevard, mit schwerer Kraxel-Technik zum Kindergarten. Das ist doch paradox. Aber äußerst erfolgreich. Das Segment ...
... der Alleskönner wächst scheinbar analog zu deren Höhe. Schon deshalb, weil immer mehr Hersteller mit kompakten Ablegern und sparsamen, starken Dieseln auf den Markt drängen. Doch wer verdient sich den Titel "Held des Alltags"? Im Vergleich ...
... treten an: der nagelneue Opel Antara, ein strammer Kerl mit 150 PS. Frisch zum Händler gerollt ist er dort für einen Preis ab 31.561 Euro zu haben. Der Rüsselsheimer misst sich ...
... in unserem Test mit der Neuauflage des Honda CR-V. Der Brummer hat 140 PS unter der Haube und kostet mindestens 29.400 Euro.
Auch mit dabei: der markante Mitsubishi Outlander mit 140-PS-Diesel von VW. Mindestens 28.990 Euro werden für den Japaner fällig. Ein traditionelles Gesicht ...
... hat Jeep dem Compass gegeben – obwohl die Traditions-Allradler mit ihm ein völlig neues Segment erschließen. Mit 140 PS ist der Ami ab 26.390 Euro zu haben.
Der Antara-Bruder Chevrolet Captiva ist ein weiterer Testkandidat. Wie der Opel hat auch er 150 PS, kommt aber etwas günstiger: 29.330 Euro. Last but not least ...
... stellt sich der BMW X3 der Konkurrenz. Die leicht überarbeitete Variante kommt gewohnt aggressiv daher, bietet 150 PS und einen stolzen Preis: ab 37.400 Euro. Das Krönchen bekommt schließlich auch ein anderer aufgesetzt, ...
... nämlich der Mitsubishi Outlander. Mit 459 von 600 möglichen Punkten sahnt er die Goldmedaille ab – und zwar gleich doppelt.
Denn er schnappt sich aufgrund des vergleichsweise niedrigen Basispreises auch den Preis-Leistungs-Sieg.
Der Mitsubishi zeigt ein stabiles Fahrverhalten, federt straff aber nie unangenehm. Auch bei Ausweichaktionen zeigt er keine Schwäche.
Imposant: Der stattliche Japaner schmückt sich den Hintern mit LED-Rückleuchten. Seinen drehmomentstarken, recht ungestümen Motor ...
... hat er bei VW geshoppt. Damit schafft er 187 km/h und einen Sprint auf 100 in 11,2 Sekunden. Sein Durst hält sich in Grenzen: Mit durchschnittlich 6,9 Litern fährt er den zweitbesten Verbrauchswert ein.
Ein Lenkrad wie ein Gamepad: Im Cockpit des Outlander hat Bequemlichkeit Vorrang. Der Dicke zeigt sich ...
... auch von seiner verspielten Seite – Klima und Lüftung werden über knuffige Regler bedient.
Ordnung muss sein: Das zweigeteilte Handschuhfach bringt System in den üblicherweise umherfliegenden Krempel.
Beim Sitzkomfort gibt's nichts zu meckern: Die Sitze stützen gut und sind bequem. Lediglich ...
... in der dritten Reihe kann sich bei den Passagieren ein beklemmendes Gefühl einstellen. Da bleibt nur Bauch ein- und Beine anziehen. Praktisch: Die Rücksitze sind elektrisch umklappbar und offenbaren so ungeahnte Weiten sowie ...
... ein echtes Argument für den Outlander. Die mindestens 541 Liter Kofferraumvolumen können auf 1691 Liter vermehrt werden – damit fasst der Outlander von allen Kandidaten am meisten Gepäck.
Und die Aussicht aus dem Heckfenster? Könnte besser sein. Der Knick im Fenster schränkt die Sicht ein.
Behangen mit Silber schwingt sich der Honda CR-V aufs Treppchen. Mit 457 Punkten ist er seinem Landsmann haarscharf auf den Fersen.
Angenehme Federung und die zügigste Beschleunigung im Starterfeld – 10,6 Sekunden bis Tempo 100 – lassen den CR-V ordentlich punkten.
Hintenrum hat sich der neue CR-V der Masse angepasst: Die Heckklappe schwingt nun konventionell nach oben auf. Der bärenstarke Honda-Motor mit satten 340 Newtonmetern Drehmoment ...
... gibt sich kultiviert – nur unter Last macht er sich akustisch bemerkbar. Wie der Outlander schafft auch der CR-V maximal 187 Sachen. An der Zappfsäule gibt er sich aber bescheidener: 6,5 Liter verlangt er durchschnittlich.
Für blaue Stunden im Cockpit: Die farbig eingerahmten Anzeigen sorgen für einen netten Akzent. Mal was anderes: der hochplatzierte Schalthebel. Das gut ...
... abgestufte Sechsganggetriebe und die exakte Führung der Schaltung machen Spaß.
Vorne wie hinten erhält der CR-V-Pilot Unterstützung: Mit Rückfahrkamera ...
... und radargesteuerter Abstandsregelfunktion am Lenkrad geht hoffentlich nichts mehr schief.
Die Passagiere können im Honda fürstliche Platzverhältnisse und ein luftiges Raumgefühl genießen. Dafür sorgen auch ...
... die flachen Kopfstützen, die einen unverbauten Blick nach Hinten gewähren.
Die Fondsitze sind klapp- und verschiebbar und schaffen schnell einen alltagsfreundlich großen Kofferraum mit 1532 Litern Ladevolumen. Die erlaubte Zuladung allerdings ist nicht gerade ein Knaller: 395 Kilo sind bestenfalls unteres Mittelmaß.
Der dritte Platz geht nach München. 445 Punkte konnte der leicht überarbeitete BMW X3 sammeln. Besonders der hohe Preis hat ihn hier ausgebremst. Aber eines ...
... ist ganz klar: In Sachen Fahrdynamik ist der X3 Meister. Lenkung und ESP arbeiten vorzüglich zusammen und bieten eine Extraportion Fahrspaß. Die Bremsen ...
... unterstützen das noch: Sie sind standfest, lassen auch im Dauerstress nicht nach.
Weiterer Pluspunkt: Der X3 verfügt über ein adaptives Bremslicht. Allerdings macht das brettharte Fahrwerk auf die Dauer Kopfschmerzen. Und auch der Motor kann nicht so recht überzeugen. Der kernig klingende Vierzylinder zieht seine Kraft ...
... vorrangig aus dem Turbo. Der hält sich beim Anfahren aber noch komplett zurück, sodass der Vorwärtsdrang des X3 an der Ampel nicht sehr ausgeprägt ist. Zündet der Turbo aber, dann geht's voran: Mit 198 Spitze ist der Bayer der Schnellste im Test.
Der Verbrauch ist entsprechend hoch: 7,2 Liter spült der X3 im Mittel durch. Ein Partikelfilter macht den 150-PS-Diesel aber zu einer relativ sauberen Angelegenheit.
Für mehr Sportlichkeit in der SUV-Klasse sorgt das Cockpit des Bayern. Das griffig-dicke Lederlenkrad und die Alu-Akzente wirken hochwertig.
Der kostspielige X3 rechtfertigt seinen Preis durch eine umfangreiche Ausstattung, viel Sicherheit, ausreichend Platz und tolle Sitze. Auch im Fond ...
... kann man sich's richtig nett machen: Die Ablage in der Mittelkonsole und der Getränkehalter fassen alles, was die Mitfahrt schöner macht. Der Blick nach hinten ...
... zeigt aber nicht nur glückliche Mitreisende, sondern auch eine gute Sicht aus dem Heckfenster.
Beim Kofferraum verhagelt's einem die gute Laune leider etwas: Bei geklappter Fondbank entsteht kein ebener Ladeboden. 1560 Liter maximales Ladevolumen sind zudem mäßig begeisternd. Auf den undankbaren ...
... vierten Platz fährt der Antara. 434 Punkte gab's für den Frischling von Opel, der bei Ehemals-Daewoo in Korea vom Band läuft. Im Gegensatz zum baugleichen Captiva wurde beim Antara ...
... die Gesamtübersetzung verkürzt. Folge: Positive Sprint- und Durchzugswerte, aber auch ein höherer Verbrauch. Zum Thema Fahrspaß ...
... hat der Antara nicht viel beizutragen: Das übervorsichtige ESP erstickt jeden Ansatz sportlichen Fahrens im Keim. Zu dieser Cruiser-Persönlichkeit passt die straffe, aber noch komfortable Federung.
Markante Kehrseite: Die groß dimensionierten Reflektoren sind im Stoßfänger sind ein Hingucker. Auch der 2.0-CDTI-Vierzylinder des Antara ...
... kommt aus Korea. Er rumort etwas vorlaut und tritt unter Last deutlich in den akustischen Vordergrund. 180 km/h schafft der Opel, dabei säuft er durchschnittlich stolze 7,5 Liter.
Das Antara-Cockpit ist benutzerfreundlich arrangiert. Einzig das tief angeordnete Bedienfeld für die Klimaautomatik verlangt Fischerei im Trüben.
Der Tacho präsentiert sich klassisch rund mit Chromringen – nichts Besonderes also. Ganz anders ...
... die Handbremse mit ihrer extravaganten Formgebung.
Geht gar nicht: Die Sitze sind schlicht zu hart, geben kaum nach, schmiegen sich nicht an. Hinten ...
... gönnt Opel den Passagieren mehr Sitzkomfort und zudem ausreichend Platz.
Beim Blick rückwärts stört die C-Säule. Breit wie eine deutsche Eiche steht sie im Sichtfeld. Schöne flache Fläche ...
... im Kofferraum: Er zeigt sich durchaus flexibel, die Sitzlehnen sind geteilt umklappbar. Das maximale Volumen beträgt stolze 1580 Liter, die Zuladung ist mit 595 Kilo sehr ordentlich.
Einen Platz hinter seinem Bruder landet der Captiva (430 Punkte). Wie erwähnt wählten die ...
... Entwickler beim Korea-SUV mit dem Ami-Image eine etwas längere Übersetzung als beim Opel-Gegenstück, was zwar zu einem geringeren Spritverbrauch, ...
... aber leider auch zu einer ausgeprägten Anfahrtsschwäche führt.
Nur beim Captiva: Im Gegensatz zum Antara trägt der Chevrolet die seitlichen Blinker in den Rückspiegeln.
Eineiiger Zwilling: Auch im Captiva schlägt das Zweiliter-Dieselherz mit 150 PS. 9,2 Liter gönnt er sich auf 100 Kilometer.
Anders, aber schick: Im Cockpit gibt's lackierte Blenden an Lenkrad und Armaturenbrett. Nützlich: das Fach in der Mittelkonsole.
Als einziger Testkandidat im Feld experimentiert der Captiva mit dem klassische Rundinstrument. Drehzahlmesser und Tacho gehen ineinander über.
Weniger ist nicht immer mehr: Nur Captiva und Antara verzichten auf den sechsten Gang.
Die erste Reihe im Chevy gleicht der im Antara prinzipiell aufs Haar, lediglich eine Lage Füllmaterial wurde eingespart – das macht die Sitze weicher.
Weniger zuvorkommend gibt sich der Captiva beim Platzangebot. Durch seine mögliche Konfiguration als Siebensitzer stehen die Stühle enger zusammen, den ...
... Passagieren fehlen entscheidende Zentimeter. Sicht nach hinten: Die breite Scheibe entschädigt für die dicken C-Säulen.
Der Kofferraum im Chevy schluckt mindestens 465 Liter. Wer alles umklappt, hat 1850 Liter zur Verfügung. Die maximale Zuladung liegt bei 750 Kilo.
Mit dem letzten Platz muss der Jeep Compass vorliebnehmen. Nur 414 Punkte konnte der brandneue Ami auf seinem Konto verbuchen – dabei hat er durchaus auch seine Stärken. Günstiger Preis, geringer Verbrauch (6,5 Liter): So lautet ...
... die Parole des Compass. Angesichts des stark vom ESP regulierten Ausweichverhaltens, des störrischen Federungskomforts und der widerspenstigen Schaltung verhallt sie allerdings im Nichts.
VW-Herz im Ami: Auch dieser brummige Diesel stammt aus Wolfsburg. Die Leistungsentfaltung wirkt aufbrausend ungestüm, unterhalb von 2000 Touren herrscht tote Hose. Dank Pumpe-Düse-Technik ...
... ist der Jeep dennoch der spritzigste und sparsamste Testkandidat. Fetter Minuspunkt: Ab Werk bringt der Jeep keinen Rußfilter mit. Der Händler muss ihn für 750 Euro nachrüsten.
Auch negativ aufgefallen: Wer an den Tank will, muss zuvor eine umständliche Schlüssel-Nummer absolvieren.
Das Cockpit wirkt billig und nüchtern. Die kleinen Ziffern in den Anzeigen sind nichts für Kurzsichtige – die klaren Drehregler für die Klimaanlage hingegen sind gelungen.
Die Sitzflächen sind zu kurz und bieten nur wenig Seitenhalt. Gleiches Bild ...
... im Fond. Da tröstet die mitgelieferte Garantie von vier Jahren inklusive Wartungskosten auch nicht mehr so recht.
Nach Ansicht von Jeep gibt's hinten wohl eh nichts Interessantes zu sehen – die Aussicht ist sehr begrenzt. Mäßige Alltagstauglichkeit ...
... im Kofferraum: Er ist flexibel erweiterbar – allerdings nur bis 1450 Liter. Auch die Zuladung von 360 Kilo ist etwas mickrig. Fazit: Die Japaner zeigen hier, ...
... wie die Klasse funktioniert – vielseitig, flott, praktisch im Umgang, brauchbar in der Größe. Mitsubishi macht es dabei einen Tick besser als Honda. BMW wirft trotz aller Dynamik der hohe Preis zurück. Für Chevrolet und Opel bleibt nur die Mitte. Die
... patzen nirgends richtig – beeindrucken aber auch nicht mit herausragendem Können. Der Jeep landet trotz geringer Kosten und Spatzendurst auf dem letzten Platz: Sein Verarbeitungsniveau ist mangelhaft, seine Lasteselqualitäten sind mäßig.
Geschmacksache beim X3: Ist das Fahrwerk zu sportlich?
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