Theorie und Praxis: Professor Wallentowitz mit S(onder)-Klasse beim Studium der Fahrphysik.
Einweisung: Andreas van de Sand, Teamleiter Fahrwerkentwicklung, erklärt die Autos und den doppelten Spurwechsel (Elchtest).
Paolo Crespiatico (23), 8. Semester: "Der W 108 fährt sich deutlich besser als die alte Heckflosse. Die Lenkung vermittelt mehr Gefühl, die Automatik schaltet angenehm."
Erleuchtung: "H4-Lampen unbd schmutzunempfindliche Rücklichter waren ein Novum am W 116", erzählt der Professor.
Wallentowitz plus Traumwagen: "Der riesige Kofferraum fasste sogar zwei Reserveräder. Außerdem war die Heckflosse ein guter Zugwagen."
Messung: Mit Tempo 40 bis 50 sollten die Studenten in die Elchgasse einfahren. Die AUTO BILD-Testcrew ging bis ans Limit.
Immerhin, mit 56,9 km/h schaffte die älteste S-Klasse den Elchtest. Das ist übliche Stadtgeschwindigkeit.
Schon besser trotz Pendelachse: 60,4 km/h wurden beim Elchtest für den W 108 gemessen.
Den Drift durch die Hütchen schafft der W 116 kaum schneller als sein Vorgänger: 61,9 km/h.
Eine bessere Abstimmung der Diagonal-Pendelachse verhilft dem W 126 zu 63,6 km/h beim Ausweichmanöver.
Fahr- und Abrollkomfort sind gut, aber vorm Elch nicht schneller als der barocke Vorgänger: nur 63,5 für den W 140.
Überzeugender Fortschritt: Mit 66,3 km/h rauscht der aktuelle W 220 durch den Elchtest. Fast zehn km/h schneller als der Ur-Vater W 111.
In Reih und Glied treten die S-Klassen an. Vom W 111 von 1959 (links) bis zur aktuellen W 220-Baureihe von 1998 (rechts).
Pendelachse des W 111: Auch Eingelenk-Pendelachse genannt. Die Dämpferanlenkpunkte wurden nah an die Räder gelegt, erklärt Professor Wallentowitz.
Pendelachse des W 108: Im Grenzbereich handlicher als die Heckflosse, aber auch ihr Heck stellt sich stark auf, die Räder knicken ein, und der Hintern schmiert frühzeitig weg, so die Erkenntnis der AUTO BILD-Testtcrew.
Diagonal-Pendelachse des W 116: Auch Schräglenkerachse genannt. Spur- und Sturzveränderungen werden reduziert, weiß Professor Wallentowitz.
Diagonal-Pendelachse des W 126: Erstaunlich handlich und harmonisch bis zur Haftgrenze, ermittelte die AUTO BILD-Testcrew.
Raumlenkerachse des W 140: Wird bei BMW Integralachse genannt und bietet eine hohe Quer- und Verdrehsteifigkeit, analysiert Professor Wallentowitz.
Raumlenkerachse des W 220: Viel Komfort und ein Höchstmaß an Sicherheit, urteilte die AUTO BILD-Testcrew.
Die Aachener Lehranstalt: Seit mehr als 100 Jahren gibt es das Institut für Kraftfahrwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH).
Lukas Kwiatkowski (23), 6. Semester: "Erschreckend – so würde ich das Fahrverhalten des W 111 bezeichnen. Vor allem im direkten Vergleich mit jüngsten Modellen."
Master-Studentin Cai Yanxin (35): "Der W 220 mit seinen elektronischen Hilfen verzeiht selbst gröbste Fehler. Das Holzlenkrad ist mir aber zu rutschig."
Sechs S-Klassen geben sich einmal im Jahr die Ehre, wenn der Professor Studenten zum Elchtest bittet.
Welche Kräfte wirken auf Räder und Achsen? Die Historie der Fahrwerkentwicklung kommt nicht ohne Theorie aus.
Professor Wallentowitz: "Das Auto von morgen hat keinen Chrom. Nicht mal einen Fahrer."
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