Sechs kompakte Diesel-SUV im Vergleich

SUV werden gekauft, weil man in ihnen hoch sitzt und weit blickt. Zudem müssen die Freizeit-Offroader auch noch handlich und sparsam sein. VW Tiguan, Audi Q5, Volvo XC60, BMW X3, Land Rover Freelander und Nissan X-Trail im Vergleich.

Audi Q5 Volvo XC60 BMW X3 Land Rover Freelander Nissan X-Trail VW Tiguan Fast eine Vollversammlung: Der Audi Q5 trifft auf Volvo XC60, VW Tiguan, BMW X3, Land Rover Freelander und Nissan X-Trail.

Audi Q5 Volvo XC60 BMW X3 Land Rover Freelander Nissan X-Trail VW Tiguan SUV werden gekauft, weil man in ihnen hoch sitzt und weit blickt. Heutzutage müssen die Freizeit-Offroader auch noch handlich und sparsam sein. So wie diese sechs Kompakt-SUV mit Diesel. Wer liegt am Ende ganz vorne?

Nissan X-Trail 2.0 dCi 4x4 SE Platz sechs mit 317 Punkten: Der Nissan X-Trail verbindet Kraft und Komfort, schwächelt aber bei den Bremsen.

Der Zweiliter-Diesel aus dem Renault-Regal gehört zur aufgeweckten Sorte. 173 PS und 360 Nm Drehmoment ...

... schieben das 1720 Kilogramm schwere Japan-SUV in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und sind für 200 km/h gut.

Mehrere Optionen: Der Nissan fährt mit starrem Durchtrieb oder auch als reiner Fronttriebler, aber ...

... wenn der Asphalt mal nass ist, suchen die Vorderräder verzweifelt nach Halt und drehen durch.

Vorsicht: Wer den Nissan aus Tempo 100 zum Stehen bringen will, muss mit einem gefährlich langen Bremsweg von 41 Metern kalkulieren.

Grund zur Freude liefert die Federung: Sanft nachschwingend nimmt der X-Trail die meisten Absätze gelassen. Erst mit der vollen Beladung ...

... von bescheidenen 450 Kilogramm offenbahrt sich die unterdämpfte Hinterachse, indem sie geräuschvoll durchschlägt.

Das sieht wichtig aus: Mit den Zusatzscheinwerfern an der Dachreling kommt der X-Trail daher, als wolle er Richtung Dakar starten.

Innen macht der Japaner einen aufgeräumten Eindruck, zeigt ein modernes Cockpit mit einfachen Kunststoffoberflächen im Alulook.

Licht und Schatten: Die Insassen des X-Trail müssen mit durchaus bequem gepolsterten, aber zu kurzen Sitzen leben.

Große Klappe: Auf dem Armaturenbrett gibt es ein großes Staufach – ideal für die Sonnenbrille.

Ungeschickte Verteilung: Der mit 603 bis 1773 Litern riesige Kofferraum geht zu Lasten des Platzangebots für die Passagiere.

Vergleichsweise günstig: Der Nissan X-Trail 2.0 dCi SE ist ab 32.920 Euro zu haben.

Platz fünf mit 325 Punkten: Zu wenig Leistung, etwas zu viel Gewicht – ansonsten macht der Land Rover Freelander TD4 S Laune.

Der Vierzylinder des Land Rover holt aus 2,2 Litern Hubraum 152 und 400 Nm Drehmoment. Für den mit 1934 Kilogramm schwersten Testkandidaten ist das zu wenig, ...

... wie man an den Fahrleistungen sieht: 11,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 181 km/h bedeuten den letzten Platz in Sachen Längsdynamik.

Punkten kann der Landy mit seiner schmusigen Federung, die zwar deutliche Aufbaubewegungen erlaubt, aber den schlechten Zustand unserer Straßen fast vergessen lässt.

Ein guter Grund, den Gasfuß zu lupfen: Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Freelander 8,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Hübsch gemacht: Der Blinker wurde geschickt in die seitlichen Kiemen integriert.

Obwohl gerade mal 4,50 Meter lang, wirkt der Freelander im Kreis der Konkurrenten wie ein Monument. Die kantige, ausgesprochen gut einsehbare Karosserie und ...

... die mächtige Breite von 1,91 Metern machen es möglich. Den Gästen kommt außerdem das hohe Dach zugute – Platzangst muss hier niemand bekommen.

Der Pilot des Land Rover freut sich über ein geradliniges Cockpit, könnte sich allerdings über die zu vielen kleinen Schalter auf der Mittelkonsole ärgern.

Bespaßungsprogramm für die zweite Reihe: Kopfhöreranschlüsse im Fond gehören ab "SE" zur Serienausstattung.

Sämtlichen Aufgaben gewachsen: Der Allradantrieb lässt sich auf jedes Anforderungsprofil einstellen.

Nur beim Gepäck regiert Bescheidenheit. Wer zu fünft reist, bringt lediglich 405 Liter hinter Heckklappe unter. Bei umgelegter Rücksitzbank passen dann aber großzügige 1670 Liter in den Kofferraum.

Der Preis für den ordentlich ausgestatteten Freelander geht in Ordnung. 33.700 Euro sind immer noch viel Geld, dafür bringt der Brite aber auch ein wirkungsvolles Allradsystem mit. Im Gelände macht ihm keiner was vor.

Platz vier mit 339 Punkten: Der Volvo XC60 ist hübsch, schnell und soft gefedert – so kann man sich ein Familien-SUV gefallen lassen.

Schwedischer Sonderweg: Während die Konkurrenz auf aufgeladene Vierzylinder setzt, sorgt im Volvo ein 2,4 Liter großer Turbo-Fünfzylinder für Dampf. Die kräftigste Maschine des Vergleichstests schickt 185 PS und 400 Nm in den Antriebsstrang. Damit beschleunigt der XC60 ...

... in 9,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 205 km/h. Leider fordert der Volvo ...

... für seine souveränen Auf- und Antritte eine Extragage in Form von glatten neun Litern Diesel auf 100 Kilometer. Schade, der XC60 hätte sonst aufs Podium fahren können.

Angenehm: Die komfortable Federung lässt die Insassen auch nach langer Fahrt noch entspannt aussteigen, ...

... erst auf schlecht geflickten Abschnitten schleicht sich eine gewisse Unruhe ins Fahrwerk.

Serienmäßiger Schutz gegen Auffahrunfälle: Oben an der Wndschutzscheibe sitzt der Laser, der 50 mal pro Sekunde misst, wie stark gebremst werden müsste, um einen Unfall zu vermeiden. Reagiert der Fahrer nicht auf ein Fahrzeug, das vor ihm langsamer wird, leitet das System eine Notbremsung ein.

Ein Radarauge im Kühlergrill überwacht den Abstand zum Vordermann. Dieses Sicherheitsfeature kostet allerdings 1700 Euro extra.

Wenn es dann doch mal gescheppert hat: Eine Notruffunktion mit Positionsermittlung gibt es inklusive Telefon für 1580 Euro Aufpreis.

Für ganz große Passagiere: Auf den Sitzen – im Testwagen leider mit extrem rutschigem Leder bezogen – finden auch hünenhafte Helden Platz.

Die bekannte Volvo-Welt: Alle Schalter wie im Kombi V70, nur die etwas überladene Mittelkonsole wendet sich im XC dem Fahrer zu – mit edlem Holzdekor wie im Bootsbau.

Sicherheit für die Kleinen: Im Fond gibt es integrierte Kindersitze, der Beifahrerairbag ist gegen einen Obolus von 300 Euro ebenfalls abschaltbar.

Die Rückbank ist serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 umlegbar und ergibt eine ebene Fläche. Der Kofferraum schluckt zwischen 495 und 1455 Liter Gepäckvolumen.

Die Schweden gestalten ihre Preise durchaus selbstbewusst: Mit 38.020 Euro (inkl. 18-Zoll-Alus für 620 Euro) rangiert der XC60 gleich hinter Audi und BMW.

Platz drei mit 345 Punkten: Kaum ein SUV fährt sich so handlich wie der X3 – und kein anderes ist so ruppig.

Der bayerische Zweiliter-Diesel gehört immer noch zum Besten, was es in dieser Klasse gibt. Seine 177 PS und 350 Nm treten akustisch unaufgeregt und angenehm laufruhig auf, ...

... blasen bei Bedarf aber mit großer Lust zur Jagd auf die Bestzeit. So sprintet der BMW X3 xDrive 20d in 9,1 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 206 km/h Spitze – schneller ist in diesem Vergleich keiner.

Auf kurvigem Terrain leistet die Lenkung wertvolle Unterstützung, indem sie den Fahrer nie im Unklaren lässt, was an der Vorderachse passiert. Stören kann den Vorwärtsdrang des X3 eigentlich nur die im Testwagen erstaunlich hakelige Schaltung.

Der X3 fährt genau so, wie man es von einem BMW erwartet. Spritziger Motor, messerscharfes Handling, bombige Straßenlage. An dieser Stelle macht den Bayern immer noch keiner was vor. Der Komfort ist allerdings eher schlecht, ...

... Freude am Langstrecken-Fahren fühlt sich anders an. Detaillierte Straßenzustandsberichte bleiben den Insassen des X3 leider nicht erspart, zumal der Testwagen auch noch auf 18-Zöllern mit 50er-Querschnitt rollte (1110 Euro extra).

Ansprechend: vertrautes X3-Cockpit mit solider Verarbeitung und guter Ablesbarkeit.

Serienmäßig: Die Bergabfahrhilfe gehört bei allen X3 zum Lieferumfang.

Kuschelig: Für 370 Euro Aufpreis lassen sich auch die Fondsitze beheizen.

Das Gepäckabteil des X3 schluckt zwischen 480 und 1560 Liter. Unter dem Ladeboden ...

... liegt neben dem Bordwerkzeug, dem Wagenheber und der Warnweste auch noch die Batterie.

Teuer: Für den X3 xDrive 20d sind 38.300 Euro fällig – mit serienmäßigen 17-Zoll-Rädern. Das macht fast 20 Prozent Aufschlag gegenüber dem VW Tiguan 2.0 TDI.

Platz zwei mit 354 Punkten: Der Audi Q5 ist ein rundum gutes Auto – aber definiv keines für sparsame Typen.

Auch wenn der Zweiliter-TDI mit Common-Rail-Einspritzung im Q5 nicht ganz so spritzig und drehfreudig wirkt wie im Tiguan, reichen die 170 PS und 350 Nm Drehmoment ...

... auch auf der Autobahn locker aus und erlauben immerhin bis zu 204 km/h. Für den Prestigesprint braucht der Audi 10,4 Sekunden und kann damit nur den Land Rover hinter sich lassen.

Trotz des optionalen Drive-Select-Pakets plus adaptiver Dämpferregelung will sich auf schlechten Strecken kein überragender Komfort einstellen – auch nicht im Modus Comfort. Gleiches gilt für die Lenkung, die gewöhnungsbedürftig direkt anspricht und zu häufigen Lenkkorrekturen zwingt.

Auch wenn die Handling-Qualitäten des Q5 durch Drive Select hervorragend zur Geltung kommen und Audi sich vor dem X3 in dieser Disziplin sicher nicht verstecken muss, darf man von einem Familien-SUV einfach mehr Gelassenheit erwarten.

Mit 4,63 Meter macht sich der Q5 zusammen mit X-Trail und XC60 am längsten. Davon profitieren vor allem die Besatzung der ersten Reihe und das Gepäck. Vorn bietet kein Wettbewerber mehr Platz ...

... und höchstens der Volvo ist ähnlich fein verarbeitet. Das ausgesprochen hochwertige Cockpit neigt sich in alter BMW-Art zum Fahrer.

Das Fahrdynamiksystem Drive Select erlaubt zahlreiche Einstellungen – es ist trotzdem verzichtbar.

Angenehm und nützlich: Karte einschieben und frei sprechen – so einfach kann telefonieren im Auto sein. Das System kostet aber auch 1420 Euro extra.

Ins Audi-Heck passen zwischen 540 und 1560 Liter. Das Schienensystem mit verschiedenen Einsätzen kostet 205 Euro Aufpreis.

Ab 38.300 Euro wechselt der Q5 2.0 TDI quattro den Besitzer. Kommt er – wie im Fall des Testwagens – mit Regelelektronik und 18-Zöllern, sind sogar 41.450 Euro fällig.

Platz eins mit 370 Punkten: Auch wenn es langsam langweilig wird – der Sieger trägt auch dieses Mal das VW-Emblem. Die Stärke des Tiguan ist, keine Schwäche zu haben. Abgesehen vom mäßigen Komfort.

Der Tiguan hängt seine Rivalen auf die verblüffende Tour ab. In der Eigenschaftswertung liegt er nur knapp vor dem Volvo und hinter seinem Konzern-Kollegen Audi, punktet dann aber ausgerechnet mit dem niedrigsten Preis dieses Vergleichs.

Der Zweiliter-TDI liefert auch im Tiguan 177 PS, 350 Nm Drehmoment und jeden Grund zur Zufriedenheit.

Kurzweilige 9,1 Sekunden dauert der Spurt auf Tempo 100 – da kann hier nur der X3 mithalten. Auch 201 km/h Spitze sind absolut ausreichend.

Der schlechte Komfort stört den Frieden im Familienfreund. Beim Handling haben die Wolfsburger zu sehr nach München geschielt. Die nervige Konsequenz: Steifbeinig hoppelt der VW über Querfugen und Frostaufbrüche, ...

... lässt mitfahrende Kinder geschüttelt und nicht gerührt wieder aussteigen. Softer macht ihn nur das Dämpfersystem DCC. Und das kostet 1025 Euro extra.

Obwohl mit 4,43 Metern der Kürzeste im Test, finden Familien viel Platz, und auch Fondgäste sitzen bequem.

Keine Experimente: Das Cockpit des Tiguan gleicht dem des Golf Plus – nicht besonders aufregend, aber sehr übersichtlich und ausgesprochen funktional.

Offroad-Fahrprogramm: Das System für schlechte Wege kostet im "Track & Field" nichts extra, im "Sport & Style" werden 94 Euro Aufpreis fällig.

Damit auch die Allerkleinsten sicher ankommen: per Zündschlüssel abschaltbarer Beifahrerairbag.

Hinter einer Klappe verbirgt sich die 230-Volt-Steckdose für Laptop und Co. Wer sie haben will, zahlt 110 Euro extra.

In fünfsitziger Konfiguration verpackt der Tiguan 470 Liter Gepäckvolumen. Ist die Rücksitzbank flachgelegt, passen 1510 Liter ins Heck.

Ausgesprochen günstig: Mit 32.350 Euro unterbietet der VW Tiguan 2.0 TDI Sport & Style sogar den X-Trail noch um 570 Euro, zum Q5 mit gleichem Motor klafft gar ein 9100-Euro-Loch. Weil zudem die laufenden Kosten niedrig bleiben, sichert sich der Tiguan das Kostenkapitel mit Abstand.

Das Fazit: "Am Ende können weder der Audi Q5 noch der sehr gelungene Volvo XC60 den Klassenprimus Tiguan vom Thron stoßen. Der VW leistet sich abgesehen vom schlechten Komfort einfach keine ernsthafte Schwäche. Der Q5 landet auf Rang zwei, weil er deutlich teurer ...

... und kaum komfortabler vorfährt. Der fahraktive BMW kann sich den dritten Platz sichern, weil der viertplatzierte Volvo XC60 an der Tankstelle zu gierig ist. Die Stärken des Schweden bleiben sein Stil und der hohe Komfort. Der Land Rover Freelander leidet unter seinem Übergewicht, der Nissan X-Trail bremst schlecht und lässt Traktion vermissen."

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Sechs kompakte Diesel-SUV im Vergleich - 13.11.2009

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SUV werden gekauft, weil man in ihnen hoch sitzt und weit blickt. Sparsam sollten sie außerdem sein. VW Tiguan, Audi Q5, Volvo XC60, BMW X3, Land Rover Freelander und Nissan X-Trail im Vergleich.

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