Was steht da hinter dem neuen Audi-Design-Chef Wolfgang Egger? Es könnte sich durchaus um den neuen Audi TT handeln. Denn das Design des Stoßfängers ist ebenso neu wie das der Frontscheinwerfer.
Den Beweis wird Audi zeitnah liefern, Genf läutet bereits die Glocken für die
Messe. Und ein neuer TT würde den Ingolstädtern nach fünf Jahren sicher gut zu Gesicht stehen. Egger prägt das Design der Marke seit Jahren mit und hat unter anderem mit dem quattro Concept ...
... und dem e-tron-Concept eine Hausmarke gesetzt. Der Audi e-tron Spyder wurde im Herbst 2010 als Fingerübung auf dem
Pariser Autosalon vorgestellt; kurz darauf stand er zur ersten Ausfahrt für AUTO BILD bereit.
Sensoren registrieren die Hand, die sich dem Türgriff nähert; blitzartig schnellen Öffner aus dem Blech hervor. Passgenau rastet der Fahrer in Leichtbau-Schalen ein und umklammert erwartungsfroh den Lederkranz des Sportlenkrads – so oder so ähnlich könnte der neue
TT aussehen.
Der Druck auf den Startknopf im Mitteltunnel erweckt eine bunte Cockpit-Landschaft zum Leben. Na dann: Wählhebel auf "D". Und ab die Post.
Der nur 1,11 Meter hohe e-tron Spyder wird von einem V6-Diesel mit 300 PS im Heck und zwei Front-Elektromotoren mit jeweils 44 PS angetrieben. Beim Tritt aufs Gaspedal beamt sich der Spyder mit gefühlter Warp-Geschwindigkeit in Richtung Horizont. Denn der Audi ist nicht nur stark, sondern extrem leicht.
Trotz eines großen Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von gut neun Kilowattstunden wiegt der aus Carbon und Aluminium gebaute e-tron nicht einmal 1,5 Tonnen. Macht Fahrleistungen ...
... wie von einem anderen Stern: In 4,4 Sekunden geht es von 0 auf 100, und hätte Audi nicht so eine Angst um den handgefertigten Prototyp, wären 250 Kilometer in der Stunde drin. Was bei der ersten Testfahrt am meisten verblüfft, ist das sonore Grollen, das aus den Tiefen der grauen Karosserie dringt. Ein Verzichtsmobil klingt anders.
Während die beiden Elektromotoren jeweils flüsterleise ein Vorderrad antreiben, ist der im Heck untergebrachte V6-Diesel – ganz untypisch – ein klanggewaltiger Geselle. Laut und ungefiltert brüllt der drei Liter große Biturbo sein raues Lied vom Sportwagen. Bei Leistungswerten von 300 PS und 650 Nm darf er das auch. Trotzdem ...
... verspricht Audi Genuss ohne Reue: Der e-tron Spyder soll nur 2,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Zumindest in der Theorie – und nach einem speziellen Fahrzyklus für Plug-in-Hybride, in dem mit vollem Akkus der Verbrauch gemessen wird. Weil der Audi rund 50 Kilometer elektrisch fahren kann, ...
... kommt am Ende ein so niedriger Wert her aus. Gleichwohl sind realistische acht Liter auf 100 km für die gebotenen Fahrleistungen mehr als ordentlich. Das macht Lust auf mehr. Audi spielt aber noch die Spaßbremse: Der e-tron Spyder bleibt ein Einzelstück.
Allerdings könnte sich die VW-Tochter vorstellen, gemeinsam mit Porsche einen Mittelmotorsportwagen unterhalb des
R8 auf die Räder zu stellen – mit konventionellen Vier- und Sechszylindern. Der Hybridantrieb hingegen könnte ab 2015 seinen Weg in den nächsten
Q7 oder die Luxuslimousine
A8 finden.
Eine spannende Sache ist auch die LED-Lichttechnik. Vorne gibt es einen coolen Blick aus schmalen Scheinwerfern, ...
... am Heck leuchtet einem ein Lichtbild in Hantelform entgegen.
Eines macht der e-tron Spyder klar: Beim Thema Hybrid geht es den Audi-Ingenieuren offenkundig weniger um die Rettung des Weltklimas als um eine Demonstration des technisch Machbaren. Auch damit schwimmt
Audi gegen den Strom.
Fazit von Redakteur Thomas Geiger: "So gefällt mir Hybrid – der e-tron Spyder ist schnell, klanggewaltig und sparsam. Und das Beste daran: Wir werden wohl sowohl einen kleinen Mittelmotor-Sportwagen als auch ...
... den Antrieb bei Audi wiederfinden. Nur nicht in dieser Kombination. Das wiederum ist schade." Mehr Bilder:
Der Audi e-tron Spyder auf dem Pariser Autosalon 2010!
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