Ich schau' Dir in die Daten, Kleiner! Doch man erkennt es schon an den übereinstimmenden Farben von Polohemd und Karosserie: Die zwei sind Partner. Beide stammen aus Luleå, einer schwedischen Stadt ziemlich hoch im Norden.
Baldos heißt der Kleine, der in Kürze über eine Straßenzulassung verfügen wird. Sie haben richtig gelegen: Dieser Troll darf schon bald Städte unsicher machen. Entwickelt haben ihn Studenten der dortigen Hochschule.
Und hier sind zwei Kraftquellen von Baldos: Der Projektleiter Anders Hakansson und Kolben samt Kurbelwelle für einen 25 Kubik großen Motor. Damit fährt das Miniauto rund 35 km/h. "Aber da geht noch mehr", sagt der Schwede. Denn ...
... das Winz-Auto wurde für den Eco-Marathon optimiert, und da geht es nicht um Tempo, sondern um Sparsamkeit. Hier macht sich die verschworene Gemeinschaft auf zum Start. Drinnen ...
... kauert wie üblich holde Weiblichkeit hinterm Lenkrad. Das machen die Teams beim Eco-Marathon allerdings nicht, um die Jury gnädig zu stimmen - Mädels sind halt noch ein paar Kilo leichter!
Am schicken Baldos-Logo auf Hemden und Kitteln sieht man auch, dass zum interdisziplinären Team auch Designstudenten gehören. "Baldos" ist übrigens ein Wort aus der Sprache der Lappen und heißt in etwa "Eisscholle".
Das heißt aber nicht, dass es in seinem Innern nicht heiß hergehen dürfte. Im Gegenteil: Die Motortemperatur war in den ersten Läufen ein Schwachpunkt des kleinen Kerls. Er kommt auf 0,8 kW – etwas mehr als ein PS.
Und hier die erbittertsten Konkurrenten: Eine Art 2CV aus aus Nîmes. Gerade absolviert es die Zulassungsprüfung.
Noch ein Franzose aus dem schönen Chalon-sur-Saône, mit Diesel betrieben. Unsere westlichen Nachbarn starteten traditionell in erdrückender Übermacht – kein Wunder nach 24 Jahren Heimspiel im südfranzösischen Nogaro.
Seit Jahrzehnten ist der Eco-Marathon als eine Art Seifenkisten-Rallye für Fortgeschrittene unter Europas Hochschulen berühmt. Vor wenigen Jahren wurde die Disziplin "Urban Concept" draufgesetzt. Hier dürfen nur "richtige" Autos starten.
Das heißt: mindestens vier Räder, funktionierendes Licht und andere Features, die ein "echtes" Auto eben auszeichnen. Eine sauber gespachtelte Karosserie gehört allerdings offenbar nicht dazu.
Letzte Vorbereitungen für den Start. Wären die Teilnehmer nicht so niedlich klein, man würde sie fast für richtige Rennwagen halten.
Die Teilnehmerzahl in der Kategorie "Urban Concept" war in diesem Jahr so groß, dass zwei Gruppen hintereinander starten mussten.
Und ab geht das Feld!
Für die zahlreichen Kameraleute ist die Arbeit allerdings recht entspannt: Die rasende Meute zieht mit kaum 30 km/h vorbei, lediglich die knatternden Mini-Motoren und die Hupen vermitteln Renn-Atmosphäre.
Ende vom Lied: Wer unterwegs liegen bleibt, wird vom Abschlepp-Team in Sicherheit gebracht.
Hier eine Übersicht der schönsten Designs, die auf dem Lausitzring antraten. Mal mit Solarzellen, ...
... mal in praktischer Tonnen-Form.
Dieser hier erinnert fast an die eleganten Stromlinien-Modelle der Vor- und Nachkriegszeit, ...
... dieser hier ist dagegen etwas spitz veranlagt.
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