Der neue VW Polo ist eines der wichtigsten Autos auf dem Genfer Salon 2009. Reporter Timo Friedmann nahm den kleinen Wolfsburger für autobild.de mal genauer unter die Lupe. Der neue Polo hat an Länge kaum zugelegt und bleibt mit 3,95 Meter immer noch unter der Vier-Meter-Grenze. Die haben Renault Clio, Fiat Grande Punto und Co längst überschritten.
Eindruck der ersten Sitzprobe: Der neue Polo bietet viel mehr Platz als der alte. Wegen der größeren Breite zwickt nichts mehr.
Auch die Fingerprobe gelingt: Weiche Materialien statt Hartplastik ...
... und ein in Höhe und Weite verstellbares Dreispeichenlenkrad machen einen guten Eindruck. Auch die Sitze sind top.
Hinten sind die Platzverhältnisse befriedigend. Das Dach kratzt nicht am Scheitel.
Wo auch beim aktuellen Polo noch der breite Dachpfosten die Sicht nach schräg hinten stört, gibt's jetzt eine schmalere Stütze und ein besser geschnitteneres Seitenfenster. Der BlueMotion Concept geht erst 2010 in Serie. Deshalb auch der leicht veränderte hintere Stoßfänger.
Klar, auf den ersten Blick geht der Genf-Debütant glatt als Golf durch, ein Schuss Scirocco inklusive. Designer Walter de Silva nennt das die neue VW-DNA.
Spätestens beim Blick auf den Polo-Po besteht keine Verwechslungsgefahr mehr mit dem großen Bruder. Statt runder Rückleuchten wie beim Vorgänger setzt der neue Polo auf eckige Formen.
Auf Wunsch packt VW in den Kleinen, der als Dreitürer ab 12.015 Euro und als Fünftürer 12.885 Euro kostet, alles hinein, was es bislang kaum in dieser Klasse gab: Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten ...
... hochwertige Navis, Spurhalteassistent, variable Dämpferkennung und, und, und. Chrom für Grill und Stoßfänger – wie hier gezeigt – hat nur die Highline-Ausstattung. Weil Kleinwagen derzeit einen Boom sondergleichen erleben, hat VW sogar den Start für Bestellungen vorgezogen. Ab sofort kann der neue Polo bestellt werden, die ersten Fahrzeuge werden Ende Juni 2009 ausgeliefert.
Nicht nur, dass der Neue 7,5 Prozent leichter ist – auch die Motoren sollen zur Kraftstoff-Diät beitragen. Mit besonderem Stolz präsentiert Wolfsburg den neuen 1,2-Liter-TSI, der 105 PS leistet, dabei aber mit 5,5 Litern Sprit auskommt.
Los geht's wie bislang mit 60 PS, insgesamt stehen zu Beginn vier Benziner und drei Diesel in der Preisliste. Ebenfalls im Genfer Rampenlicht steht der neue 1,6-Liter-TDI, der in breiter Spreizung 70 bis 105 PS leistet.
Klares Cockpit à la Volkswagen: Schmankerl wie DSG, Dreispeichenlenkrad ...
... mit Fernbedienung und das Navi mit großem Display kosten natürlich extra.
Stiller Star in Genf 2009 ist der Polo BlueMotion Concept mit einem neuen, 1,2 Liter großen ...
... Dreizylinder-Diesel. Am Lac Léman wird er noch als Studie präsentiert.
Bei ihm hat VW einen Zylinder abgeknapst und zusätzlich zu den üblichen Sparmaßnahmen noch eine Start-Stopp-Automatik eingebaut. Die Kombination mit einem System zur Rückgewinnung von Bremsenergie ist neu.
Beeindruckendes Ergebnis: 3,3 Liter Verbrauch, 87 Gramm CO2/km. Diese Version kommt 2010 auf den Markt und zeigt innen und außen: alles fertig für die Serie.
Weil Kleinwagen zurzeit so gefragt sind, hat VW sogar den Start für Bestellungen vorgezogen. Ab 5. März kann der neue Polo geordert werden, ausgeliefert wird ab Juni 2009.
Das Wachstum fiel eher bescheiden aus. Der neue Polo misst 3,95 Meter in der Länge (plus 36 Millimeter gegenüber dem Vorgänger) und 1,68 Meter in der Breite (plus 32 Millimeter), ...
... wurde dafür aber einen guten Zentimeter flacher (1,45 Meter). Platz für fünf Passagiere soll es trotzdem geben.
Der Kofferraum fasst 280 bis 952 Liter, ein ordentlicher Wert in dieser Klasse.
Wie üblich bei VW gibt es drei Ausstattungen: Die Basis Trendline hat mit ESP und vier Airbags bereits ein komplettes Sicherheitspaket an Bord, ...
... dazu kommen elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung und ein höhenverstellbarer Fahrersitz.
Klimaanlage, Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung und 15-Zoll-Leichtmetallräder gibt es ab Comfortline, ...
... außerdem kann der Kunden zwischen zwei Grundfarben (Anthrazit und Seashell) für den Armaturenträger wählen.
Reichlich Chrom, Nebelscheinwerfer und die Multifunktionsanzeige sind Teil der Highline-Ausstattung, die Liste der Extras ist extralang.
Vom Format her mag der Polo noch ein Kleinwagen sein, bei der Technik ist er jedoch ein Großer.
Die Sicherheitsmaßnahmen im Polo wurden gezielt darauf abgestimmt, fünf Sterne der EuroNCAP-Wertung zu erreichen.
Ein Cockpit wie in Stein gemeißelt und ohne viel Schickschnack. Die Instrumente sind wie im Golf weiß hinterleuchtet.
Das DSG ist jetzt von sechs weiter auf sieben Gänge gespreizt, das hilft Sprit sparen.
Die großen Sitze haben aktive Kopfstützen gegen das Schleudertrauma.
Digital angezeigt wird in der neuen Polo-Generation auch der Kraftstoffvorrat. Auffallend ist die jetzt stärker zum Fahrer hin ausgerichtete Mittelkonsole.
Im Bereich der A- und C-Säule knickt die untere Fensterlinie nach oben ab und soll damit die Grafik der Scheinwerfer und Rückleuchten wieder aufnehmen.
Die Heckklappe reicht weit nach unten in den Stoßfänger. Wie beim Golf wird sie über das als Griff fungierende VW-Zeichen geöffnet. Ein in die Heckklappe integrierter Dachkantenspoiler ist Serie.
Hier rollt der neue VW Polo auf die Bühne der VW-Premierenveranstaltung am Vorabend des 79. Genfer Salon. Eine Enthüllungsorgie mit überraschendem Abgesang. Aber dazu später mehr.
Die fünfte Polo-Generation soll das souveräne Konzept des VW Golf ins nächst höhere Segment transportieren. Optisch hält sich der Polo an diese Vorgabe.
VW-Entwicklungschef Dr. Ulrich Hackenberg pilotierte den Hoffnungsträger ins komplett weiß eingerichtete Espace Sécheron in Genf.
Ab Ende März rollt der Fünftürer vom Band, im Juli 2009 folgt die Markteinführung. 12.150 Euro wird der neue Polo mindestens kosten. Nicht teurer als der Vorgänger. "Aber besser", versprach Hackenberg den geladenen Gästen.
Die bekamen im Anschluss die wohl prominenteste Polo-Fahrerin zu sehen - und zu hören. US-Superstar Pink steuert ...
... die Musik zur Polo-Werbung bei und brachte Glamour in die vornehme Abendveranstaltung.
Superstar in action: Nach ihrer gescheiterten Ehe mit einem Motorcross-Profi überrascht Pinks Engagement für den bodenständigen Polo nicht.
Man muss ja nicht immer auf zwei Rädern unterwegs sein. Und der eine oder andere junge Kunde wird diesen Augen garantiert zum VW-Händler folgen.
VW-Chef Martin Winterkorn hatte sichtlich Spaß an seinem Top-Act, der natürlich ...
... im Polo für die Fotografen posierte – die sich prompt um das beste Bild balgten. Ganz ruhig, meine Herren! Es war ...
... genug Pink für alle da! Und nein, kein gemeinsames Kind, wirklich nicht.
Der Polo-Innenraum ohne Pink, dafür aber mit Golf-Lenkrad. Kein wirklicher Ersatz, das wissen wir auch. Aber im Alltag definitiv besser zu gebrauchen als ein ...
... singender Popstar. Schnörkel finden sich im Polo-Innenraum nicht. Wie gesagt: "Pur Polo" nennt VW-Entwicklungschef Hackenberg die neue Linie.
Die dunklen Scheinwerfer und der zusammengekniffene Kühler lassen keinen Zweifel, dass der Polo in die optischen Fußstapfen des VW Golf tritt.
Immer im Einsatz: Dennis Petermann, Moderator von autobild.tv, im Interview mit dem neuen Polo. Den dazu passenden Film gibt es ab Dienstag auf autobild.de.
Sehr eigen: Die kantigen Heckleuchten fallen aus dem Design-Rahmen, den ja eigentlich ...
... der Golf vorgibt. Wer den Polo live erleben will, muss bis zur Markteinführung im Juli 2009 warten. Oder nach Genf kommen.
Geht schon weiter. Mit dem Skoda Yeti. Der fuhr mit Skoda-Chef Reinhard Jung auf der Rückbank vor und soll noch 2009 an den Start gehen.
Der tschechische Bergmensch ist eine clevere Mischung aus Skoda Roomster, Kombi und Allradler. Letztere Option wird allerdings Aufpreis kosten. Den trendigen Look gibt es ab Werk.
Die Chrom-Streben im Grill tragen inzwischen alle aktuellen Skoda - und natürlich auch der Yeti. Die runden Zusatzscheinwerfer hatte schon die Studie aus dem Jahr 2005.
Kunststoffplanken und ein höhergelegtes Fahrwerk sorgen für den richtigen Offroad-Look.
Keine Gedanken über die Art des Antriebs müssen sich die Kunden des neuen Audi A4 allroad machen. Der Audi auf Stelzen ...
... ist ausschließlich mit dem bewährten quattro-Antrieb zu haben.
Audi-Chef Rupert Stadler rollte mit dem allroad aus dem Nebel ins Rampenlicht, ratterte Zahlen, Daten und Fakten ins Mikro und ...
... entschwand ins Off. 90 Sekunden – mehr Zeit bekam keiner der Marken-Verantwortlichen bewilligt, um seine Weltpremiere vorzustellen.
Auch nicht Bugatti-Boss Franz-Josef Paefgen, der mit dem Jubiläumsmodell Veyron Bleu Centenaire vorfuhr. Der blaue Bugatti ist ein ...
... Einzelstück, das anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums gebaut wurde. Anfragen gibt es laut Paefgen reichlich.
Bevor das Unikat verkauft wird, geht der blaue Renner aber noch auf Jubiläums-Tour.
Da der Bugatti-Chef gleichzeitig auch die Zügel bei Bentley in den Händen hält, war er wenige Minuten später mit dem nächsten edlen Geschoss (nebst passender Krawatte) auf der Bühne: dem Bentley Supersports.
Der FlexFuel-Sportler schluckt herkömmlichen Sprit und Biokraftstoff (E85) – und ist der schnellste je gebaute Bentley. Visitenkarte: 329 km/h Spitze, 3,9 Sekunden von 0 auf 100, 630 brachiale PS.
Ab Herbst 2009 ist der schnelle Öko-Brite zu haben. Die dicken Doppelendrohre und die neue Heckschürze versprühen eine ordentliche Portion Sportlichkeit.
Stephan Schaller hat bei den VW-Nutzfahrzeugen das Sagen. Er hatte den Caddy 4Motion im Gepäck, mit dem künftig Handwerker, Familien und ...
... Freizeitsportler die Regionen jenseits der befestigten Wege für sich erschließen sollen.
Zum Thema Geschwindigkeit hatte auch Stephan Winkelmann etwas zu sagen. Er bollerte im Lamborghini Murciélago LP 670-4 SV in die Halle.
Das Murciélago-Topmodell hat im Vergleich zu den klassischen Modellen 100 Kilo an Gewicht verloren - dabei aber 30 PS zugelegt. Das Resultat: 3,2 Sekunden auf 100 km/h und ein Leistungsgewicht von 2,3 Kilo pro PS!
Ein Lambo kann so einen Spoiler tragen - vor allem dann, wenn auch die weibliche Deko passt.
Nach der stressigen 30-Minuten-Hatz durch die Weltpremieren hatten die Lambo-Hasen Zeit, sich ...
... und den Murciélago ansprechend in Szene zu setzen. Für gute Fahrwerke sind die Italiener ja bekannt.
Durch dieses Auspuff-Monster entsorgt der Lambo-V12 die Reste der lautstarken Verbrennung, an deren Ende 670 PS stehen.
Wie gesagt, so ein Spoiler ist immer ein Hingucker. Das Lambo-Brett ist natürlich aus ultraleichten Verbundmaterialien und eignet sich bei ...
... Bedarf auch dazu, der netten Beifahrerin Schatten zu spenden.
Was Audi-Kunden über Jahre treue Dienste leistete, soll nun Seat in eine bessere Zukunft führen. Der Seat Exeo ST wurde einst als Audi A4 Avant entwickelt und ...
... bildet jetzt das Rückrat von Seats neuer Mittelklasse. Solide, bezahlbar und familienfreundlich. Die Spanier hatten schon schlechtere Ideen. Wenngleich die Verkaufe von Seat-Chef Schmitt etwas hinkte: "Preislich können Kunden jetzt nach oben aufsteigen." Will man das in Zeiten wie diesen?
Zum Abschluss etwas Menschelndes: Ferdinand Piëch, für viele immer noch Mr. Volkswagen, war mit Ehefrau Ursula und einer seiner Töchter zugegen. Zwischen dem ein oder anderen Knabberstengel ...
... fand sich durchaus Zeit für ein paar ...
... amüsante Worte. Oder gar ein kostbares Versprechen? "Schatz, den blauen Centenaire kriegst natürlich Du!" Wir stützen uns bei dieser These ...
... auf das Anhängsel des Abends: Am Hals von Ursula Piëch baumelte eine Miniatur des neuen Bugatti-Einzelstücks. Da staunte selbst VW-Boss Winterkorn.
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