Zur Homepage

Skoda Kodiaq im Supertest

Skoda Kodiaq
Rein technisch betrachtet ist der neue Skoda Kodiaq nichts anderes als ein verlängerter VW Tiguan. AUTO BILD ALLRAD testet, wo das tschechische SUV gegen seinen Technikbruder punkten kann.
Bild: Christian Bittmann
Skoda Kodiaq
Sprechen wir gleich zu Beginn über das, was Skoda-Besitzer am liebsten tun: sich über den Preis freuen. VW-Technik zum Discountpreis – das zieht bei den Skoda-Gläubigen. So kostet der Kodiaq mit dem getesteten 190-PS-TDI 37.040 Euro, ...
Bild: Werk
VW Tiguan
... ein gleich motorisierter, aber 21 Zentimeter kürzerer VW Tiguan 38.375 Euro. Allerdings ist der in Deutschland gebaute VW in der 190-PS-TDI-Version besser ausgestattet, sodass sich der Preis des in Tschechien produzierten Skoda auf dem praktisch gleichen Niveau einpendelt.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Skoda Kodiaq
Die 21 Mehr-Zentimeter realisiert der Skoda über 11 cm mehr Radstand und den 10 cm längeren Hecküberhang. Diese paritätische Verteilung schafft ein harmonisches Aussehen. Allerdings: So riesig, wie mancherorts zu lesen ist, ist er nun auch wieder nicht, ... 
Bild: Christian Bittmann
Skoda Kodiaq
... denn mit seinen 4,70 Meter Außenlänge liegt er kaum über dem eher zierlich wirkenden Skoda Octavia Combi, der technisch ein Golf Variant ist. Die optische Wucht erzielt der Kodiaq vor allem über seine Breite und die Höhe, ... 
Bild: Christian Bittmann
Skoda Kodiaq
... und das beschert dem neuen SUV auch ein wirklich beeindruckendes Raumangebot. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer angenehm auf schön hoch angeordneten Sitzen, die jedoch kaum üppiger ausfallen als in anderen kompakten SUVs.
Bild: Christian Bittmann
Skoda Kodiaq
Aber hinten! Die um 18 Zentimeter längs verschiebbare Rücksitzbank hat fast schon Chauffeurslimousinen-Qualität. Selbst wenn man sie ganz nach vorn gleiten lässt, bleibt Erwachsenen ausreichend Knieraum. 
Bild: Erwin Fleischmann
Skoda Kodiaq
Hinter der Bank tut sich ein ungewöhnlich langer, zudem breiter und ausreichend hoher Gepäckraum auf, der sich variabel erweitern lässt. Eben mittels jener verschiebbaren Bank, die sich selbstverständlich auch geteilt umklappen lässt, was den Laderaum auf bis zu 1,92 Meter Länge erweitert.
Bild: Toni Bader
Skoda Kodiaq
Auf Wunsch wird der Kodiaq sogar zum Siebensitzer. Das setzt die Bestellung der 750 Euro kostenden dritten Sitzreihe voraus, die bei Bedarf aus einem 90-Liter-Unterflurfach des Laderaums hervorgeklappt wird. Größer als etwa 1,75 Meter sollten Mitreisende auf diesen beiden Plätzen jedoch nicht sein, sonst wird's eng.
Bild: Werk
Skoda Kodiaq
Insgesamt erreicht der Skoda ein Raumangebot, dass dem eines 10 Zentimeter längeren VW Touareg deutlich überlegen ist. Wie funktioniert das? Durch den kompakten Antriebsstrang. Die quer eingebaute Motor-Getriebe-Einheit des modularen Querbaukastens (MQB) spart ordentlich Baulänge, ...
Bild: Werk
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-dc903ea6e79f3229.jpg
... hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die Motorenauswahl ist eingeschränkt, denn in die Quermotorautos werden nur simple Vierzylindermotoren eingebaut.
Bild: Christian Bittmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-6beee8715aeff427.jpg
Stärkster Motor ist der auch im Testwagen eingebaute 2.0 TDI mit 190 PS, der stets mit dem automatisierten Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt wird. Obwohl der Kodiaq nur wenige Dutzend Kilogramm schwerer ist als ein gleich motorisierter VW Tiguan, ...
Bild: Erwin Fleischmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-33585e09a478616a.jpg
... wirkt er nicht umwerfend temperamentvoll. Auch würde man sich von den 400 Nm Drehmoment mehr Druck erwarten. Dennoch wirkt der Motor stets ausreichend kultiviert und auch kräftig. Selbst im Bergland oder bei flotter Autobahnfahrt fühlt man sich stets mehr als ausreichend motorisiert.
Bild: Christian Bittmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-953282176dfa2f56.jpg
Der kontinuierliche Schub des Zweiliter-Turbodiesels lässt erst oberhalb von 180 km/h spürbar nach. Dann merkt man, dass der Motor ein hohes und breites Auto durch den Wind schieben muss; der cW-Wert liegt bei 0,33. Oberhalb von 200 km/h ist weiterer Tempozuwachs vor allem von Windverhältnissen und Fahrbahnsteigung abhängig.
Bild: Christian Bittmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-81d2b0d7a9f66fbf.jpg
Insgesamt harmoniert der Motor auch recht gut mit dem automatisierten Getriebe. Aber die Unart des verzögerten Spurts beim schnellen Ampelstart oder die an Steigungen zuweilen nicht gerade einfache Dosierbarkeit beim Anfahren hat man offenbar noch immer nicht ganz im Griff, ...
Bild: Christian Bittmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-4199283b5fd5fc2f.jpg
... und auch Wunderdinge in puncto Verbrauch sind von Doppelkuppler nicht zu erwarten: Im Testdurchschnitt erreichte der Kodiaq einen Verbrauchswert von 7,4 Liter/100 km – nicht schlecht, aber auch nicht sensationell wenig. Wer sich auf maximal Tempo 100 beschränkt und Kurzstrecken vermeiden kann, kommt mit 5,8 Liter/100 km aus.
Bild: Erwin Fleischmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-2bd746d01c0772c7.jpg
Die Reichweite von rund 800 Kilometern hält man mit dem Kodiaq problemlos durch. Denn sein Reisekomfort fällt wirklich beachtlich aus. Dazu trägt auch die angenehme Federung bei.
Bild: Toni Bader
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-1334367672a54a37.jpg
Der Testwagen profitierte dabei auch von seinem aufpreispflichtigen Fahrwerk mit dreistufig einstellbaren Stoßdämpfern (940 Euro). Comfort bedeutet hier auch wirklich Komfort, denn der Skoda federt dann sehr angenehm, schwingt aber trotzdem auf langen Bodenwellen nicht nach.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-bbcfa33fab10fed1.jpg
Die direkte, aber nicht nervös wirkende Lenkung mit elektrischer Servounterstützung und das leicht untersteuernde Fahrverhalten mit verlässlichem Geradeauslauf geben keine Probleme auf. Behäbig wirkt der Kodiaq trotz seiner Karosseriedimensionen nicht, in der Fahrwerksstellung Sport macht er sogar einen agilen Eindruck.
Bild: Werk
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-b65d250e67894f59.jpg
Dass ein Skoda innerhalb der Volkswagen-Markenhierarchie vorsätzlich auf Abstand zu VW und erst Recht Audi gehalten wird, merkt man dem Kodiaq in einigen Details an. So wirken einige Bauteile im Innenraum nicht besonders hochwertig. Und die Individualisierungsmöglichkeiten sind begrenzt.
Bild: Toni Bader
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-b0038d26e0a9d595.jpg
Alles andere als überflüssig ist der Allradantrieb. Denn erst durch ihn wird der Kodiaq zum verlässlichen Allzweckauto, das nicht gleich auf einer feuchten Wiese oder an einer rutschigen Steigung scheitert. 
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-e3d392a039e20c04.jpg
Skoda verwendet dabei den gleichen Haldex-5-Allrad wie VW. Der stets aktive Frontantrieb wird also fallweise vom variablen Hinterradantrieb unterstützt, der von einer hydraulisch betätigten und elektronisch gesteuerten Mehrscheibenkupplung (Hersteller Haldex) im Ölbad aktiviert wird.
Bild: Erwin Fleischmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-730b5645bda6ca9f.jpg
Der zusätzliche Heckantrieb setzt zwar mit minimaler Verzögerung ein, dann aber kräftig und konsequent.
Bild: Erwin Fleischmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-0d3bb0abb8ac85de.jpg
Auf verschneiten Straßen zeigt sich die sehr gut abgestimmte Schlupfregelung von ihrer besten Seite und unterstützt den Fahrer bei Richtungsänderungen. Wird der Schnee tiefer, hilft das Schneeprogramm.
Bild: Thomas Mueller
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-93b7562d0134e184.jpg
Der Kodiaq lässt sich vom Fahrer per Schalter auf den jeweiligen Untergrund abstimmen. Im Schneeprogramm buddelt sich der Wagen recht gut voran, ...
Bild: Christian Bittmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-e94be158a6ae9cf1.jpg
... wobei ihm die für diese Klasse ordentliche Bodenfreiheit von 190 mm zugute kommt. Hat man sich festgefahren, hilft das Abschalten des ESP, um die Fuhre in den meisten Fällen wieder flott zu kriegen.
Bild: Thomas Mueller
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-6b28cdecf597f302.jpg
Hinderlich sind dabei aber die weit herab reichenden Überhänge. Anders als beim VW Tiguan kann man beim Skoda keine Frontpartie mit verbessertem Böschungswinkel bestellen. Sonst wäre der Tscheche wohl zu gut geworden.
Bild: Erwin Fleischmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-8e30a755f6e6947a.jpg
Das Fazit von Martin Braun: "Wer richtig viel Platz braucht oder will, ohne die Preise eines Mercedes GLE, BMW X5 oder Audi Q7 zahlen zu wollen, liegt beim Skoda Kodiaq richtig.
Bild: Erwin Fleischmann
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/8/2/9/3/1/3/Skoda-Kodiaq-1200x800-6b07b30b1e6ab8a1.jpg
Ausstattungsbereinigt kostet der Tscheche nicht mehr als ein VW Tiguan, bietet aber deutlich mehr Platz als der Deutsche. Dem Skoda fehlen einfach nur ein paar Ausstattungsoptionen in der Preisliste."
AUTO BILD ALLRAD-Testwertung: viereinhalb Sterne.
Bild: Erwin Fleischmann