Sparsam, aber nicht spaßarm:
Alfa MiTo (links) und
Honda CR-Z wollen durch Spritgeiz und Fahrfreude überzeugen. Wie gut den beiden das gelingt, hat AUTO BILD im Vergleichstest herausgefunden.
Gut in Form: Formal ähnelt der CR-Z den CRX-Coupés aus den 80ern, der MiTo gibt das Designerstück, dem man die Technik des Fiat Grande Punto, die unterm Blech steckt, nicht ansieht.
Am Ende gleichauf: Beim ersten Schnuppervergleich liefern sich der Japaner und der Italiener ein totes Rennen.
Der
Alfa MiTo bezieht sein Sparpotenzial aus eher konventionellen Methoden: Er fährt mit Start-Stopp-Automatik, Schaltanzeige und ...
... setzt beim Motor auf Downsizing. Multiair, die variable Ventilsteuerung ohne Einlassnockenwelle, hilft zusätzlich, den Spritkonsum zu zügeln. Der 1,4 Liter große Turbo-Vierzylinder (135 PS, 180 Nm) ...
... soll mit 5,6 Litern Litern auf 100 Kilometer auskommen. Was den Fahrspaß angeht, liegt der Italiener vorne. Im direkten Vergleich fühlt sich der
Alfa souveräner an und bietet praktisch überall mehr Punch als der Honda.
In Kurven liegt der
Alfa MiTo satt auf der Straße, aber seine Lenkung arbeitet zu weich, die Federung zu hart. Sie teilt mehr aus, als sie einsteckt.
Übersichtlich und leicht bedienbar: Am Steuer des
Alfa findet sich jeder sofort zurecht. Die geschäumte Oberfläche im Carbon-Look macht einen soliden Eindruck.
Auf Wunsch giftiger: Über den DNA-Schalter an der Mittelkonsole lassen sich das Ansprechverhalten des Gaspedals und die Lenkunterstützung beeinflussen.
Gut: Selbst Zwei-Meter-Riesen kommen dank der Verstellmöglichkeiten auf den Vordersitzen zurecht.
Schlecht: Der Fond (serienmäßig nur zwei Plätze, ein dritter kostet 180 Euro extra) ist alles andere als großzügig. Er bietet aber immer noch mehr Platz als der
CR-Z.
Der
Alfa MiTo bietet ein geräumiges Staufach, das immer 270 Liter verpackt und ...
... sich dank der geteilt umklappbaren Rücksitzlehnen auf bis zu 950 Liter erweitern lässt.
Vergleichsweise günstig: Für den Alfa MiTo 1.4 TB 16V werden mindestens 17.450 Euro fällig. Der CR-Z verlangt einen deutlich höheren finanziellen Einsatz.
Premiere: Honda stellt sein Hybrid-Coupé
CR-Z in den Niederlanden zum ersten Mal der Presse vor. Unter der Haube des Japaners ...
... steckt größtenteils die Technik vom Insight. Ein 1,5 Liter großer Vierzylinder und ein Elektromotor sorgen für eine Systemleistung von 124 PS. Beim Verbrauch verspricht Honda glatte fünf Liter auf 100 Kilometer.
Im Sport-Modus straff der Honda Gasannahme und Lenkung. Zusätzlich legt sich der zehn kW starke E-Motor im dynamischsten der drei wählbaren Programme viel kräftiger ins Zeug. So spannt der
Honda bereits knapp über Standgas seine Muskeln, ...
... die vom Elektromotor mit zusätzlichen 78 Nm gestählt werden. Wenn es sein muss, rollt das Coupé sogar im sechsten Gang völlig ruckfrei durch die Stadt. Während bei anderen Hybriden der Beitrag des zusätzlichen Antriebs in den Tiefen eines stufenlosen Automatikgetriebes versickert, ...
... spüren wir im
CR-Z dank Sechsgang-Handschaltung hautnah, wie kräftig der Stromer dem Benziner bei niedertouriger Fahrweise unter die Arme greift. Bei höheren Drehzahlen geht ihm jedoch die Puste aus, und der 1,5-Liter-Benziner muss die Hauptarbeit leisten. Das macht der Vierventiler ganz ordentlich, hängt willig am Gas und dreht locker aus, ...
... allerdings ohne wirklich sportlichen Biss. Zäh wird es nur, wenn dem Akku mangels ausreichender Regenerationsphasen mal der Saft ausgeht. Das Fahrwerk des CR-Z ist straff abgestimmt, es schüttelt seine Passagiere aber nicht so gnadenlos durch wie das des MiTo.
Innen bietet der
Honda authentisches Coupé-Flair, mit kuscheliger Enge und tief angebrachten, gut konturierten Sesseln. Darauf sitzen selbst Große bequem, ...
... die hinteren Notsitze taugen aber allenfalls zur Gepäckablage.
Rücksichtslos: Der Blick nach hinten lohnt kaum, die extrem breiten C-Säulen verdecken sogar große Omnibusse.
Das Cockpit erinnert an den Insight, mit Softlacküberzug wirken die Oberflächen jedoch hochwertiger, ...
... die Anzeigen ändern je nach Programm und Fahrstil die Farbe
Groß ist anders: Bei umgeklappter Rücklehne wächst der Stauraum von 225 auf maximal 595 Liter.
Selbstbewusste Ansage: Wenn der Honda CR-Z ab 5. Juli 2010 beim Händler steht, wird er mindestens 21.990 Euro kosten.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Uli Holzwarth: "Mehr Platz, souveräner Turbo-Bums – der MiTo ist ein sportliches Designerstück zum deutlich günstigeren Preis. Der Italiener ...
... übertreibt es aber mit der Härte. Der CR-Z fährt flink und macht Spaß, auch wenn er ...
... leistungsmäßig den Kürzeren zieht. Grünes Licht gibt es aber erst, wenn er auch das Verbrauchsversprechen hält."
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