Er war einer der Stars der Essen Motor Show: der Big Bang von LEW-Design. Die Nobelkarosse erinnert an den Bugatti Veyron, entpuppt sich jedoch ...
... als Bentley Continental GT mit Bodykit. In neun Monaten wurde die auf deutsch "Urknall" genannte Studie in Handarbeit gebaut.
Der riesige Kühlergrill im Bugatti-Design macht mächtig Eindruck. Zu Recht: Egal ob Motorhaube, Stoßstangen, Seitenschweller, Kotflügel oder Kofferraumdeckel – alle Teile wurden verändert ...
... oder komplett durch gewichtsparende Elemente aus Carbon-Verbund-Material ersetzt.
Etwas dezenter als bei der Front fiel der Umbau der Heckpartie aus. Die beiden großen Einzelrückleuchten des Bentley ...
... wurden durch vier runde Exemplare ersetzt, die dem deutsch-britischen Grundprodukt eine gewisse italienische Leichtigkeit verleihen. An der Front ...
... ist genau das Gegenteil der Fall: Der vier freundlichen Augen des Continental GT wurden durch dynamische Sehschlitze ersetzt.
Der stimmgewaltige Sound der Enco-Edelstahlauspuffanlage brennt sich schon beim Anlassen in die Gehörgänge der Passanten. Keine Frage: Der Klang des Zwölfzylinders muss sich vor dem Sound eines Veyron keinesfalls verstecken.
Auch unterhalb der Karosserie verzichteten die Sachsen auf überflüssige Pfunde und setzten das Fahrwerk auf Diät. Das komfortable, aber gewichtbringende Luftfahrwerk des Bentley Continental GT ...
... wich einem Gewindeexemplar aus Edelstahl. Dieses wurde von der Firma Eibach extra für den Big Bang entwickelt und lässt das Coupé deutlich sportlicher um die Ecken gleiten.
LEW-Design-Miteigentümer Helge Leonhardt: "Bei unserem Projekt geht es nicht darum, Bentley oder Bugatti auf die Füße zu treten. Wir wollten zeigen, was machbar ist und streben eine Zusammenarbeit mit Bentley an."
Wird der Big Bang gebaut? Vielleicht. Bei positiver Resonanz planen die Sachsen eine Kleinserie von 20 bis 50 Stück. Möglich wäre dann auch eine Leistungssteigerung von 560 auf bis zu 650 PS. Außerdem soll es dann eine Carbon-Bremsanlage geben.
Schon die Räder sehen verdammt schnell aus: Die "Schaufeln" ...
... im 21-Zoll-Format erinnern an Turbinen. Hinter den geschwungenen Speichen ...
... kann man die innenbelüfteten Bremsen (vorn 405 mm, hinten 335 mm) erahnen.
Optischer Genuss: Im Big Bang gibt's schwarz lackierte Holzoberflächen und safranfarbenes Leder.
Der Preis ist ähnlich selbstbewusst kalkuliert wie es der Name verheißt und dürfte sich je nach Ausstattung und zusätzlichen Kundenwünschen bei etwa 270.000 Euro einpendeln.
Keine Spur von gläserner Manufaktur (dort nämlich, in Dresden, wird der Bentley gebaut): Der Big Bang entstand in einer ganz normalen Werkstatt.
Das Team um Firmenchef Jens Engelmann (32) war für die Handarbeit zuständig und leistete ganze Arbeit.
Stolze Schöpfer vor schönem Heck: die drei Inhaber von LEW-Design – Leonhardt, Engelmann und Werner.
Das Original: ein Bentley Continental GT, 166.000 Euro teuer und bis in die letzte Schraube den Duft nach Reichtum und Leistung versprühend. Doch im Gegensatz zum Big Bang ...
... wirkt der Bentley deutlich seriöser. Kein Wunder, ist die 560-PS-Limousine doch viel mehr Adels-Kutsche als Sportwagen. Wobei die Fahrleistungen des Zwölfzylinders ...
... durchaus renntauglich sind: 0–100 km/h in 4,8 Sekunden, Spitze 318 km/h.
Auch innen: Der Continental GT ist gediegener, nicht ganz so stylisch wie der getunte Sachse. Das Gleiche ...
... gilt für die Räder des Briten.
Der hat nichts Limousinenhaftes mehr: Der Bugatti Veyron, 1001 PS stark, ist optisches Vorbild des getunten Bentley von LEW-Design. Besonders auffällig ...
... ist die Schnauze mit dem markanten Kühlergrill, der in ähnlicher Form auch den Sachsen schmückt.
Hat der Bugatti auch hier die Inspiration gegeben? Er trägt vier runde Heckleuchten, wie sie auch am Big Bang verbaut wurden.
Vorhang auf für die Veyron-Dröhnland-Symphonie mit 16 Zylindern, vier Turbos und 64 Ventilen: Allein der Blick auf die Höllenmaschine ist elektrisierend. Ein Tritt aufs Gaspedal, ...
... dann staubt's! In 2,5 Sekunden beamt sich der Bugatti auf Tempo 100.
Spartanisch: Der Traum aus 1001 PS ist nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Wie der LEW trägt er schwarze Armaturen ...
... und helles Leder. Sieht zwar auch ganz gemütlich aus, ist aber doch deutlich enger als der getunte Nobelbrite.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.