09.07.2010
Supersportler und Exoten: Handlingtest,Teil 1
Nicht nur PS und Rundenzeiten zählen im großen Fahrspaß-Vergleich: Unter 15 Modellen und einem Motorrad sucht AUTO BILD den Sportler mit dem größten Kick.
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Sie sind gemacht für den großen Auftritt. Gemeinsam haben sie 5483 PS. Doch allein das reicht in diesem Handlingtest nicht aus. Hier geht es vor allem um den Spaßfaktor. Im ersten Teil schickt AUTO BILD die ersten zwei von insgesamt vier Gruppen auf die Piste: die Exoten und die Supersportler.
Los geht es mit den Exoten. Das bärenstarke Mercedes E 500 Cabrio,
das Leichtgewicht Lotus Elise, der gewaltige BMW X6 M und BMWs
reinrassiges Sportmotorrad S 1000 RR: Bei diesem ungewöhnlichen Quartett ist für jeden etwas dabei.
das Leichtgewicht Lotus Elise, der gewaltige BMW X6 M und BMWs
reinrassiges Sportmotorrad S 1000 RR: Bei diesem ungewöhnlichen Quartett ist für jeden etwas dabei.
Das Mercedes E 500 Cabrio eröffnet den Reigen. Soso, "Kopfraumheizung" und "Zugluftreduzierung" bringt er mit - ungefähr so cool und sexy wie Birkenstock zu Minirock. Aber wehe, wenn er losgelassen: Der 5,5-Liter-V8 mit seinen 388 PS bollert seinem Fahrer unnachgiebig die Falten von der Stirn.
Denn auch wenn der offene Boulevard-Tiger auf der Rennstrecke mächtig wankt, tief in die Federn abtaucht und ordentlich Schlagseite entwickelt, entschädigt der drehfreudige Achtender mit aufreizender Stimme und ordentlich Bums.
Okay, für einen Sportwagen wechselt die Siebenstufenautomatik die Gänge nicht flott genug (trotz Paddle am Lenkrad), arbeitet selbst die Sport-Parameterlenkung zu indirekt, verliert die Bremse zu schnell den Biss. Sportlich geht in der Tat anders, auch wenn der Fahrer sich unglaublich schnell fühlt und dank ESP nicht mal ein Risiko eingehen muss.
Wer den elektronischen Spielverderber lahmlegt, kann kurvenausgangs dann lässig mit dem Heck wedeln und unter weißem Rauch schwarze Striche ziehen. Billige Effekthascherei? Stimmt. Macht aber trotzdem Spaß. Und der schwäbische Sonnenschein gibt obendrein auch noch den Regengott – schneller ist in diesem Feld auf der bewässerten Kreisbahn keiner.
Technische Daten: • Motor/Hubraum V8, vorn längs, 5461 cm3 • Leistung 285 kW (388 PS) bei 6000 U/min • Drehmoment 530 Nm bei 2800 U/min • Verbrauch EU- Mix (CO2) 11,0 l/100 km (257 g/km) • Getriebe Siebenstufenautomatik ...
... • Reifen (vorn-hinten) Pirelli P Zero (235/40 ZR18 Y - 255/35 ZR18 Y) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 1865 kg (53 Prozent/47 Prozent) • Leistungsgewicht 4,81 kg/PS • Preis ab 71.519 Euro.
Messwerte: Beschleunigung 0-100 km/h 5,3 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 35,9 Meter/34,5 Meter • Kreisbahn nass 22,45 Sekunden • Rundenzeit 1:43,99 Minuten.
Fazit: So ein Komfort-Cruiser will gar nicht sportlich sein. Der grandiose V8 verschafft ihm aber dennoch Respekt. Gesamtnote: 2.
Es folgt die Elise SC. Der Name führt in die Irre. Total. Dieser Lotus hat nichts Weibliches an sich. Außer dem Namen eben. Der Rest ist harte Arbeit für echte Kerle.
Das beginnt beim beschwerlichen Einstieg und endet mit den harten Sitzschalen noch lange nicht.
Wer es reingeschafft hat, bekommt beim Fahren erst recht alle Hände voll zu tun. Der kurz rastende Schalthebel erfordert Nachdruck, die direkte Lenkung ohne Servo mächtige Oberarme, das rasiermesserscharfe Fahrverhalten einen gelungenen Mix aus Genie und Gottvertrauen.
Gaaanz lange klebt der nicht mal eine Tonne leichte Engländer an der Ideallinie wie Politiker an ihren Posten. Und dann folgt völlig überraschend der Rücktritt in Form eines ansatzlosen Heckschwungs – ooops.
Der Motor erweist sich leider als Spielverderber der wilden Pisten-Party. Der 1,8-Liter-Vierzylinder klingt wie ein verstopfter Staubsauger und liegt unter 3000 Touren noch im Halbschlaf. Erst obenraus und ganz ohne Angst vorm Begrenzer beweisen die 220 PS, dass sie nicht ins Mädchenpensionat gehören.
Die technischen Daten: Motor/Hubraum Vierzylinder, Kompressor, Mitte quer/1796 cm3 • Leistung 163 kW (220 PS) bei 8000 U/min • Drehmoment 212 Nm bei 5000 U/min • Verbrauch (CO2) 8,5 l/100 km (199 g/km) ...
... • Getriebe Sechsgang manuell • Reifen (vorn-hinten) Yokohama Advan Neova LTS (175/55 R16 W - 225/45 R17 W) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 945 kg (38 Prozent/62 Prozent) • Leistungsgewicht 4,30 kg/PS • Preis ab 46.617 Euro.
Messwerte: Beschleunigung 0-100 km/h 5,0 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 36,1 m/35,8 m • Kreisbahn nass 23,47 Sekunden • Rundenzeit 1:39,49 Minuten.
Fazit: Das Supermodel unter den Sportlern: aufreizend schön, toll in Form, aber anstrengend und zickig. Nur für Fans. Gesamtnote: 2-.
Der nächste auf der Bahn ist das Dickschiff BMW X6 M. Frage: Warum werden Sumo-Ringer nicht 100-Meter-Weltmeister? Ganz einfach: zu groß, zu schwer, zu fett. Und aus den gleichen Gründen taugen SUVs nicht als Sportgerät. Es sei denn, sie heißen BMW X6 M. Dann wird plötzlich alles anders und Physik zur relativen Wissenschaft.
Der 2,3 Tonnen schwere BMW-Brocken tut auf der Piste so, als wäre Massenträgheit bloß ein Gerücht. Blitzartig reißen die 555 PS den Allradler nach vorn, dabei brüllt der V8-Biturbo herrlich böse und brutal.
Der Elektronik-Overkill von variabler Drehmomentverteilung bis zu adaptiven Dämpfern lässt das Schwergewicht dabei sogar flott aus den Ecken und über drei Sekunden vor dem E 500 Cabrio ins Ziel kommen.
Der heiße Ritt offenbart am Ende aber doch, dass die Masse sich nicht wegregeln lässt. Mit Nachdruck schiebt der M zum Kurvenrand, erfordert viel Arbeit an der festen Lenkung und tanzt im Regen gern aus der Reihe. So ein SUV braucht eben sicheren Halt – wie der Sumo.
Technische Daten: Motor/Hubraum V8, Biturbo, vorn längs/4395 cm3 • Leistung 408 kW (555 PS) bei 6000 U/min • Drehmoment 680 Nm bei 1500 U/min • Verbrauch EU-Mix (CO2) 13,9 l/100 km (325 g/km) ...
... • Getriebe Sechsstufenautomatik • Reifen (vorn-hinten) Bridgestone Dueler H/P Sport (275/40 - 315/35 R20 Y) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 2335 kg (53 Prozent/47 Prozent) • Leistungsgewicht 4,21 kg/PS • Preis ab 108.500 Euro.
Messwerte: Beschleunigung 0-100 km/h 4,8 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 36,6 m/36,5 Minuten • Kreisbahn nass 23,23 Sekunden • Rundenzeit 1:40,83 Minuten.
Fazit: So schwer und doch so schnell – eigentlich kaum machbar. Und verrückt, aber beeindruckend. Respekt, BMW. Gesamtnote: 2.
Und nun die BMW S 1000 RR. Laut BMW soll die 207 Kilo leichte und 193 PS starke Maschine in unter drei Sekunden auf Tempo 100 sprinten – dagegen sind Lambo und Co ja träge Typen. Aber nur, ...
... solange es geradeaus geht. Nur hier schießt die mit einer Traktionskontrolle ausgerüstete BMW am gesamten Feld vorbei, lässt den Vierzylinder bis an 15.000 Touren kreischen.
Eine elektronische Regelung erlaubt dem Fahrer bei Vollgas zu schalten, ohne zu kuppeln. In Kurven und beim Bremsen hemmt dagegen die Physik – zwei statt vier Räder, das begrenzt eben die Bodenhaftung. So drängen sich Porsche und Co an der RR vorbei. Am Ende steht die BMW im hinteren Drittel unseres Testfelds – aber nur nach Rundenzeit.
Fazit: Ein Motorrad hat es schwer gegen Sportwagen – in Kurven. Was den Fahrspaß angeht, liegt die S 1000 RR aber weit vorn.
Gänsehaut pur. In der nächsten Gruppe brüllt die Sport-Elite: Audi schickt den R8 Spyder ins Rennen, Mercedes stürmt mit dem Flügeltürer SLS vor, Lambo macht es sich leicht mit dem Gallardo Superleggera. Und Porsche will alle mit dem GT3 versägen.
Den Auftakt macht der Lamborghini Gallardo LP 570-4 Superleggera. Um diesen Lambo zu begreifen, muss man eigentlich nur den Namen aufdröseln. Gallardo LP 570-4 Superleggera, das heißt: Italo-Flachmann (LP steht für die Mittelmotor-Lage Longitudinale Posteriore) mit 570 PS starker V10-Maschine, Allradantrieb und dem Extra-Schuss Leichtbau (Superleggera).
Da kommt ohne Rücksicht aufs Geld alles zusammen, was ein Auto schnell und aufregend macht. Inklusive knüppelharter Sitzschalen mit fummeligen Fünfpunkt-Sicherheitsgurten.
Tatsächlich festigt der Lambo seinen Ruf als konsequente Fahrmaschine mit jedem Meter auf der Rennstrecke. Geradezu besessen stürzt sich der Sportler durch die Wechselkurven, bringt seine gesamte Kraft souverän über alle vier Räder auf die Straße.
Millimeter genau schnüffelt der 1550 Kilogramm leichte Lambo an den Curbs entlang, giftig beschleunigt er am Kurvenausgang, und noch entschlossener ankert der orangegelbe Renner am Ende der Geraden – er steht nach rekordverdächtigen 32 Metern aus Tempo 100.
Eine Klasse für sich ist auch der gierig hochdrehende und dennoch auch untenherum herzhaft zupackende Motor. So kompromisslos ausgelegt, erreicht der tobsüchtige Italiener auch die schnellste Rundenzeit – sofern der Fahrer ...
... mit abgeschaltetem ESP loslegt und bei gelegentlich auftretenden Lastwechselreaktionen richtig reagiert. Mit aktivierter Fahrhilfe gibt's hier jedenfalls Kontroll-Eingriffe, das kostet wertvolle Zeit.
Ein Quäntchen Vergnügen bleibt leider auf der Strecke, weil das automatisierte Getriebe selten macht, was sich der Fahrer gerade wünscht. Entweder wechselt die E-Gear-Schaltung die Gänge zu ruppig (Corsa-Modus) oder unentschlossen (Normalbetrieb), die Paddles drehen zudem nicht mit. Okay – das ist Jammern auf ganz hohem Niveau ...
Technische Daten: Motor/Hubraum V10, Mittelmotor, Mitte längs/5204 cm3 • Leistung 419 kW (570 PS) bei 8000 U/min • Drehmoment 540 Nm bei 6500 U/min • Verbrauch EU-Mix (CO2) 13,5 l/100 km (319 g/km) • Getriebe Sechsgang-E-Gear (automatisiert) ...
... • Reifen (vorn-hinten) Pirelli P Zero Corsa (235/35 ZR 19 Y - 295/30 ZR 19 Y) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 1550 kg (43 Prozent/57 Prozent) • Leistungsgewicht 2,72 kg/PS • Preis ab 208.726 Euro.
Messwerte: Beschleunigung 0-100 km/h 3,4 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 32,6 m/31,3 Meter • Kreisbahn nass 23,19 Sekunden • Rundenzeit 1:32,58 Minuten.
Fazit: Als Rennwagen allererste Wahl, Schnellster auf dem Track. Als Paket in diesem Fahrspaß-Vergleich aber nur Rang zwei. Gesamtnote 1.
Nun steht bereit: der Mercedes SLS AMG. Wie tief kann man bloß sinken? Weiter runter als mit dem SLS geht es ja wohl nicht. Moment, das ist jetzt nicht negativ gemeint. Es geht hier um den Schwerpunkt im SLS – der gefühlt irgendwo in Gullydeckelhöhe liegt.
In kaum einem anderen Sportwagen fühlt sich der Fahrer der Straße so nah wie im Flügeltürer, klemmt dabei weit unten in seinem perfekt geformten Lederschalensitz, peilt erwartungsfroh über die ellenlange Haube auf den Streckenverlauf.
Hier macht bereits das Parken Laune. Aber keine Sorge, diesen Himmelsstürmer lassen wir bestimmt nicht lange stehen. Hier im Kurvengeschlängel mit längeren Steigungen auf der gut drei Kilometer langen Handlingrunde unserer Teststrecke ...
... relativieren sich Größe und Gewicht (der 4,64 Meter lange SLS bringt exakt 1700 Kilogramm auf die Waage) blitzschnell. Denn der Flachmann schiebt seine gestreckte Schnauze ohne Umstände in die Kurve, bereits wenig Lenkeinschlag reicht, um dem angepeilten Radius zu folgen.
Aber Vorsicht: Zu viel Drehung am Lenkrad bedeutet Hektik auf der Ideallinie, bei hohem Tempo reagiert der SLS aufgeregt. Sauschnell ist er trotzdem, er bleibt sogar mit den auf Alltag getrimmten Straßenreifen an Lamborghini und Porsche dran – die schließlich beide auf profilarmen Cup-Reifen in Mireval angetreten sind. Egal. Die große Faszination ...
... geht schließlich nicht allein von der Zehntelsekundenjagd auf der Rennstrecke aus. Dieser Benz bebt, brüllt, beißt – genau das ist der überwältigende Kitzel am SLS.
Die brutale V8-Maschine hat Dampf bei jeder Drehzahl, dreht aggressiv hoch, das Getriebe schaltet blitzschnell und sauber, ohne Zugkraftunterbrecheung, der pochende, harte Klang des großen 6,2-Liter-Saugers geht so direkt unter die Haut und ins Blut wie eine Adrenalin-Injektion.
Technische Daten: Motor/Hubraum V8, vorn längs/6208 cm3 • Leistung 420 kW (571 PS) bei 6800 U/min • Drehmoment 650 Nm bei 4750 U/min • Verbrauch EU-Mix (CO2) 13,2 l/100 km (308 g/km) • Getriebe Siebengang-DCT-Getriebe ....
... • Reifen (vorn-hinten) Continental SportContact 5P (265/35 ZR 19 Y - 295/30 ZR 20 Y) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 1700 kg (47 Prozent/53 Prozent) • Leistungsgewicht 2,98 kg/PS • Preis ab 177.310 Euro.
Messwerte: Beschleunigung 0-100 km/h 3,7 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 32,9 m/33,2 Meter • Kreisbahn nass 23,40 Sekunden • Rundenzeit 1:35,87 Minuten.
Fazit: Unabhängig von der Faszination der Flügeltüren begeistert der SLS auf ganzer Linie. Ein Renner für alle Tage. Gesamtnote: 1.
Der nächste Kandidat im Ring ist der Audi R8 Spyder 5.2 FSI quattro. Wie beim Gallardo klingen seine Eckdaten (auch hier röhrt ein V10-Mittelmotor mit immerhin 525 PS, ebenso gibt’s Allradantrieb) nach einer Überdosis Fahrfreude.
Aber an die italienische Kurvenseziermaschine kommt der Ingolstädter nicht heran. Eine Portion Alltagstauglichkeit hemmt den Spyder auf der Rennstrecke. Er ist schwerer, gleichzeitig weniger hart drauf, liegt dadurch nervöser. Speziell beim Anbremsen findet er keine stabile Richtung.
Wer in schnellen Kurven vom Gas geht, sollte im ESP-Modus unterwegs sein – oder flink reagieren können, der Lastwechsel bringt Unruhe ins Heck. Dazu spricht die Lenkung weniger exakt an als im Gallardo. Aber das soll es an Meckerei gewesen sein.
Der Löwenanteil der R8-Eigenschaften fällt in die absolute Traumwagen-Kategorie. Motorcharakteristik, Kraft und Klang begeistern genau wie beim Lamborghini. Deutlich spektakulärer geht's also nicht.
Eine glatte Eins verdient auch der Allradantrieb. Im Sprint kann der R8 dank der klebrigen Traktion sogar bis auf fünf Zehntelsekunden am deutlich stärkeren SLS AMG dranbleiben. Bei Nässe deklassiert er die Konkurrenten dann sogar, trumpft hier mit seiner quattro-Kraftverteilung auf.
Technische Daten: Motor/Hubraum V10, Mittelmotor, Mitte längs/5204 cm3 • Leistung 386 kW (525 PS) bei 8000 U/min • Drehmoment 530 Nm bei 6500 U/min • Verbrauch EU-Mix (CO2) 14,9 l/100 km (356 g/km) • Getriebe Sechsgang manuell ...
... • Reifen (vorn-hinten) Pirelli P Zero (235/35 ZR 19 Y - 305/30 ZR 19 Y) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 1755 kg (44 Prozent/56 Prozent) • Leistungsgewicht 3,34 kg/PS • Preis ab 156.400 Euro.
Messdaten: Beschleunigung 0-100 km/h 4,2 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 34,8 m/33,8 Meter • Kreisbahn nass 22,62 Sekunden • Rundenzeit 1:37,58 Minuten.
Fazit: Nicht so kompromisslos wie Gallardo und SLS, aber mit ebenfalls furioser Maschine – uns begeistert der R8. Gesamtnote: 1-.
Den Abschluss des ersten Teils des großen Handlingtests macht der Porsche-Prüfling. GT3 – da schlagen Sportfahrer-Herzen sofort im beschleunigten Boxer-Rhythmus. Das Kürzel steht für knackig-harte Fahrwerkgrundlagen und einen frei – oder besser gesagt: entfesselt – hochdrehenden Sechszylinder.
Zunächst drückt der 3.8er ordentlich, um kurz darauf oberhalb von 6000 Touren noch einmal spektakulär nachzulegen. Das kreischende Sägen der Maschine passt perfekt zum aufgeputschten Wesen des Porsche.
Auf Lenkbefehle reagiert der GT3 im Grunde telepathisch, die Bremse lässt sich im Millimeterbereich dosieren, und beim Einlenken macht auch das Heck spurtreu mit, präzise biegt der rote Renner ab.
Wie eingespannt sitzt der Fahrer in den erstklassigen Schalen im Zentrum des Geschehens – allenfalls die sperrige Schaltung hemmt den Fahrspaß.
Beim Beschleunigen aus den engeren Radien heraus fehlt allerdings Traktion. Trotz grundsätzlich enormen Grips der Michelin-Sport-Reifen und wirksamer Hinterachssperre verwandelt sich Vortrieb leicht in weißen Rauch. Spektakulär, aber nicht schnell.
Technische Daten: Motor/Hubraum Boxer-Sechszylinder, hinten längs, 3797 cm3 • Leistung 320 kW (435 PS) bei 7600 U/min • Drehmoment 430 Nm bei 6250 U/min • Verbrauch EU-Mix (CO2) 12,6 l/100 km (298 g/km) • Getriebe Sechsgang manuell ...
... • Reifen (vorn-hinten) Michelin Pilot Sport Cup (235/35 ZR 19 Y - 305/30 ZR 19 Y) • Leergewicht (Verteilung vorn/hinten) 1430 kg (39 Prozent/61 Prozent) • Leistungsgewicht 3,29 kg/PS • ab 120.643 Euro.
Messwerte: Beschleunigung 0-100 km/h 4,1 Sekunden • Bremsweg 100-0 km/h (kalt/warm) 32,3 m/32,7 Meter • Kreisbahn nass 24,32 Sekunden • Rundenzeit 1:33,98 Minuten.
Fazit: Im direkten Vergleich zu SLS und Co fehlt der Maschine Druck. Insgesamt ein Top-Sportgerät mit Suchtpotenzial. Gesamtnote: 1-.
Fazit: Den Lamborghini überholt hier keiner, er ist der Schnellste in dieser Folge. Aber der Gallardo hat eine Schwäche: das Getriebe. Die automatisierte Schaltung nervt, ein Doppelkupplungs-Automat wäre besser. So etwas hat der SLS. Der beflügelte Mercedes ist zudem schnell, faszinierend, eben ein heißes Eisen. Damit wird er Sieger des Handlingtests Teil 1.
140 Punkte erreichte der SLS in der Gesamtwertung. Kriterien der Bewertung waren die Kategorien Motoreigenschaften, Getriebe/Schaltung, Lenkung, Handling, Fahrspaß, Faszination, Bremsen, Beschleunigung und Sound.
Platz 2: Lamborghini Gallardo LP 570-4 Superleggera mit der Gesamtnote 1 und 139 Punkten.
Platz 3: Porsche 911 GT3 mit der Gesamtnote 1- und 134 Punkten.
Platz 4: Audi R8 Spyder 5.2 FSI quattro mit der Gesamtnote 1- und 129 Punkten.
Platz 5: BMW X6 M mit der Gesamtnote 2 und 109 Punkten.
Platz 6: Mercedes E 500 Cabrio mit der Gesamtnote 2 und 105 Punkten.
Platz 7: Lotus Elise SC mit der Gesamtnote 2- und 99 Punkten.
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