Die Neuauflage des
BMW X3 (rechts) greift den Ingolstädter Rivalen
Audi Q5 an – mehr Komfort und Platz sollen den Sieg nach München holen. AUTO BILD hat die beiden kompakten SUVs verglichen.
Sehr dynamisch zwar, aber zu hart, zu eng und innen teilweise nicht edel genug – so lautete die Kritik an der ersten Generation des X3. Anfängerfehler, BMW kam 2004 schließlich neu in die Klasse der Kompakt-SUV. Audi hatte beim Q5 aus den Schwächen der Konkurrenz gelernt, ...
... als er 2009 an den Start ging, passte alles: Der Neue war geräumig, komfortabel, hochwertig. Genau so will nun auch der X3 sein. Schafft er das? Die Antwort auf diese Frage lautet ...
... ja, denn mit 362 von 500 möglichen Punkten muss sich der Ringträger knapp geschlagen geben. Dabei hat der
Audi Q5 hat nichts von seinen Qualitäten verloren, er überzeugt mit viel Raum, toller Verarbeitung, einer deutlich höheren Zuladung als der X3 und ...
... einem leisen, laufruhigen TDI. Der per Turbo aufgeladene Vierzylinder holt aus zwei Litern Hubraum 170 PS und 350 Nm Drehmoment, die über ein manuelles Sechsgang-Getriebe an alle vier Räder geschickt werden. Die Maschine wirkt geschmeidiger als die des BMW, ...
... aber nicht ganz so entschlossen: Fast überall nimmt ihm der X3 dem Q5 mindestens ein paar Zehntel ab. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 9,7 Sekunden, maximal sind 204 km/h drin, ...
... dabei liegt der Testverbrauch bei 7,4 Litern auf 100 Kilometer – hier zeigt sich das Münchner SUV sparsamer als das Ingolstädter.
Wie sein Konkurrent ist auch der Q5 flott und wendig, fühlt sich aber tendenziell träger an und federt störrischer. Über Querfugen stolpert er fast. Die Lenkung wirkt künstlicher, spricht unharmonischer an.
Willkommen in der Audi-Welt: Stil und Qualität bleiben der Maßstab dieser Klasse. Die Bedienung ist tadellos, der Schalthebel liegt auch hier weit oben.
Raumgewinn: In der ersten Reihe ist der Q5 einen Hauch luftiger geschnitten als der BMW.
In der zweiten Reihe herrscht in Sachen Platzangebot Gleichstand: Der Q5 bietet genauso viel wie der X3, Passagiere freuen sich hinten über die angenehme Sitzposition.
Variabel: Eine verschiebbare Rückbank hat Audi für 200 Euro in der Ausfpreisliste.
Der Kofferraum des Q5 verpackt zwischen 540 und 1560 Liter. Sehr praktisch sind das Schienensystem zur Ladungssicherung (200 Euro) und die Durchreiche der zweigeteilt klappbaren Rücksitzbank.
Der Audi Q5 2.0 TDI steht mit 40.350 Euro in der Liste – inklusive 18-Zoll-Rädern (750 Euro) und verschiebbarer Rückbank (200 Euro).
Der erste Platz geht mit 365 Punkten nach München: Mit seinem agilen Fahrverhalten und dem starken, sparsamen Motor ist der
BMW X3 nicht zu schlagen. Er bietet jetzt zudem hohen Fahrkomfort und mehr Platz als bisher.
Der Zweiliter-Diesel im 20d tritt jetzt mit 184 PS an (vorher waren es 177) und kommt nach kurzem Luftholen mächtig in die Gänge. Ein etwas zu brummiger Typ, aber hellwach, drehfreudig und sparsam: sieben Liter auf 100 Kilometer im Testdurchschnitt.
In Sachen Fahrleistungen ist der BMW in diesem Tests nicht zu schlagen: Nach 8,5 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Spitze liegt bei 210 km/h. Zweifel am X3 als Chefdynamiker in seiner Klasse gab es nie, ...
... bezahlt wurde die kurvenfeste Handlichkeit bislang jedoch mit übertriebener Härte. Vorbei. Der X3 fährt sich immer noch messerscharf und agil, ...
... hat jetzt aber auch das geschmeidige Federn gelernt. Dazu kommen erstklassige Bremsen. Insgesamt eine bemerkenswerte Vorstellung. Den fühlbaren Fahrwerk-Feinschliff ...
... verdankte unser Testwagen auch der dynamischen Dämpfer-Control (1100 Euro). Sie bietet die Wahl zwischen drei Programmen (Normal, Sport und Sport+), die ebenfalls das Ansprechverhalten von Motor und Lenkung beeinflussen.
Greifbar sind auch die Riesen-Fortschritte in der Verarbeitung: Der X3 trägt jetzt feinen Zwirn, kein Holzfällerhemd mehr. Sein Cockpit sieht mehr nach
5er als nach
3er aus.
Der X3-Arbeitsplatz ist enger auf den Fahrer zugeschnitten. Der sitzt tiefer als im Audi, fühlt sich dadurch direkter mit Auto und Straße verbunden.
Los geht's: Der Diesel im Bug wird per Knopfdruck zum Leben erweckt, das Start-Stopp-System ist abschaltbar.
Unter Kontrolle: Viele Funktionen werden im BMW über das iDrive gesteuert. Ein vergleichbares System hat Audi mit dem MMI an Bord.
Die zweite Reihe des X3: Der 1,82-Meter-Mann sitzt bequem, wenn auch recht tief. Die Knie haben jetzt ausreichend Platz.
Mit 550 bis 1600 Litern ist der Kofferraum des X3 etwas größer als der des Audi, die Zuladung fällt mit 426 Kilogramm allerdings knapp 100 Kilo geringer aus. Die Rücklehne ist dreiteilig umklappbar, ein Ablagepaket mit Schienen gibt es für 360 Euro.
BMW berechnet für den X3 xDrive 20d 41.350 Euro – hier sind verstellbare Dämpfer (1100 Euro) und 18-Zöller (1150 Euro) an Bord. Auch wenn das Münchner SUV etwas teurer ist, reicht es zum Preis-Leistungs-Sieg.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "BMW hat alles richtig gemacht. Der neue X3 ist geräumiger als bisher, wird bei Material, Qualität ...
... und vor allem beim Komfort endlich den hohen Ansprüchen gerecht. Wie er das macht, ist die eigentliche Überraschung. Er setzt mit seiner ausgeprägten Agilität und dem hohen Fahrkomfort ...
... klar den Maßstab dieser Klasse. Selbst ein Gegner ohne größere Schwächen wie der Audi Q5 hat dabei das Nachsehen."
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