Duell Nummer eins: BMW X3 gegen 3er-Touring. Das Zielfoto sieht beide gleichauf. Dabei sind sie so grundverscheiden.
Wer das blau-weiße Logo im Airbag-Hupteller vor sich sieht, der ist in der Premiumklasse angekommen. Der darf ...
... für sein Geld was erwarten. Zunächst einmal Qualität, eine fette Portion Sportlichkeit, darüber hinaus auch Prestige: Mit den ...
... beiden rund viereinhalb Meter langen Karossen ist jeder gut angezogen. Erstaunlich allerdings, wie der Traum von einem Zweiliter-Diesel ...
... in verschiedenen Autos arbeitet. Im SUV mit dem langen Namen X3 xDrive 20d ist er kaum zu hören, macht nur durch leichte Vibrationen über den gesamten Drehzahlbereich auf sich aufmerksam, ...
... im Kombi 320d Touring klingt er knurrig, so als hätte der Auspuff ein kleines Loch.
177 PS aus nur zwei Liter Hubraum und Euro-5-Einstufung. Es geht doch. Beim X3 reichen die Pferdestärken – ächz – für 206 km/h, ...
... der Touring läuft 22 km/h schneller. Im rauen Alltag kommen die beiden Kraftprotze mit sechs (Kombi) oder 7,7 Litern (SUV) Diesel aus.
Im X3 wünschen wir uns mehr Komfort, kurzwellige Straßenbeläge überfordern die Federung, sogar der Ford Kuga kann das besser.
Der Touring ist der deutlich angenehmere Reisewagen. Beiden gemeinsam aber ist die sprichwörtliche BMW-Dynamik. Beim Touring erwartet man sie, beim X3 verblüfft sie. Der Hecktriebler lässt sich trotz aller Regelelektronik noch leicht mit dem Gaspedal lenken, ...
... der Allradler kann da erstaunlich gut mithalten. Unsicherheit kommt also in beiden selten auf, ...
... zumal auch die Bremswege zwischen 36,9 (Kombi) und 37,9 Metern (SUV) liegen.
Der X3 könnte 1,8 Tonnen an den Haken nehmen (der 320d Touring nur 1,6) oder 1560 Liter laden, ...
... beim Kombi passen 1385 Liter hinten rein. Vater, Vertreter, Vagabund – was willst du mehr?
Das Kopf-an-Kopf-Rennen entscheidet sich zwischen X3 und 3er Touring auch bei den Kosten. Wirklich? Reiben wir uns die Augen: Am Ende kommen beide BMW auf 49 Cent je Kilometer, obwohl der X3 bei 38.300 Euro Grundpreis ...
... erheblich teurer ist, als der 3er Touring, dessen Anschaffung nur ein 35.450 Euro großes Loch ins Budget reißt. Qual der Wahl? Ja!
Das Fazit: Ein Unentschieden, hier gewinnen beide. Fahren auf hohem Niveau, das gilt für X3 wie für 3er Touring. Der eine überzeugt mit Allrad und viel Platz, der andere mit Komfort und deutlich geringerem Verbrauch.
Duell Nummer zwei: Ford Kuga gegen C-Max. Wenn es um Kosten und und Platz geht, dann ist der kürzere Van dem SUV vorzuziehen.
Die Kölner haben zwei richtig erfolgreiche Eigengewächse am Start. Der Kuga spielt den Sportler unter den SUV, der sich auch vor einem VW Tiguan nicht verstecken muss, ...
... der C-Max, der ebenfalls Technik des kompakten Focus nutzt, bringt einen satten Schuss Dynamik in die eher uniforme Szene der Kompaktvans.
Der Zweiliter-Diesel der beiden Ford ist ein alter Bekannter aus Frankreich. Der Motor von Peugeot/Citroën ist bewährt, solide und leistet 136 PS. Über ein Sechsgang- Getriebe geht die Kraft von 320 Newtonmetern beim C-Max an die Vorderachse, ...
... beim Kuga per Haldex-Kupplung an alle vier Räder. Im Normalfall ziehen den Kuga die Vorderräder. Geraten sie mal ins Rutschen, dann werden bis zu 50 Prozent der Kraft nach hinten geschickt. Die Fahrwerk-Abstimmung ...
... ist für einen Allradler erstaunlich komfortabel, dank guter Lenkung fast sportlich gelungen. Bleibt nur der SUV-Suff: Mit 7,7 Liter Diesel genehmigt er sich 1,5 Liter mehr ...
... als der elf Zentimeter kürzere, aber deutlich geräumigere C-Max. Der bietet nicht nur mehr Platz, sondern auch ...
... den deutlich variableren Innenraum. Für 230 Euro extra gibt es die diagonal nach hinten verschiebbaren Fondsitze (Serie bei Titanium). Der winzige Mittelsitz ...
... klappt dabei nach hinten, zwei Gäste haben dann spürbar mehr Ellenbogenfreiheit. Über Komfort können die Fondpassagiere ebenfalls nicht klagen, der Van ist absolut langstreckentauglich. Während hier über die nur 59 Zentimeter hohe Ladekante ziwschen 460 und 1620 Liter Gepäck ins Heck gewuchtet werden können, ...
... passen in das Gepäckabteil des Kuga nur zwischen 410 und 1405 Liter. Und die Ladekante ist mit 77 Zentimetern auch deutlich höher als beim C-Max.
Als Basisversion "Trend" (2000 Euro billiger) hat der Kuga außer dem Radio alles Nötige drin. Die hier getestete Luxusversion Titanium passt wie der Klecks Sahne auf die Buttercremetorte.
Mit einem Grundpreis von 30.600 Euro ist der Kuga keine Welten vom C-Max entfernt. Rotstift-Spitzer erkennen aber schnell, dass die teureren Versicherungen und der höhere Spritverbrauch Killerargumente gegen den Kuga sind und ...
... entscheiden sich für den C-Max. Der ist als 2.0 TDCi nur 25.850 Euro teuer und kostet pro Kilometer 43 statt 49 Cent.
Das Fazit: Eine ganz knappe Entscheidung. Hier der technisch aufwendige Vierradantrieb mit mehr Anhängelast, aber weniger Laderaum und höherem Verbrauch. Da der höhere Nutzwert des Van – und der zählt im Alltag mehr. Sieg für den C-Max.
Duell Nummer drei: Kia Sportage gegen Cee'd SW. Ein Diesel, zwei verschiedene Raumautos – so startet das Rennen um Qualität und Kosten.
"Kia Cee’d Sporty Wagon" lautet der zungenbrecherische Name des großen Kombis. Da geht das "Sportage" für den Allradler schon viel leichter von den Lippen. Beides stattliche Erscheinungen, wie der Größenvergleich zeigt.
Ein Zweiliter-Diesel macht auch diese beiden Koreaner zu direkten Gegnern, wenngleich mit zehn PS Differenz. 150 PS treiben die vier Sportage-Räder, ...
... 140 stramme Pferde ziehen an der Vorderachse des Cee’d. Damit geht es im Kombi in 10,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Maximal erreicht der Cee'd 205 km/h und ...
... fährt dem Sportage damit locker davon. Der schafft höchstens 177 km/h, braucht für den Stadardsprint 12,9 Sekunden. Dabei verbraucht er wegen seines Mehrgewichts und der größeren Stirnfläche 7,1 Liter auf 100 Kilometer, ...
... während sich der Sporty Wagon auf der gleichen Strecke mit 5,8 Litern begnügt. Geht es um Kurven, dann reagiert die Lenkung im Cee’d vergleichsweise träge, ...
... im Sportage schwergängig. Dynamiker sind sie beide nicht. Der Federungskomfort ist im Sportage erstaunlich gut, ...
... der straffer abgestimmte Cee’d quittiert kurze Bodenwellen mit leichtem Ruckeln.
Zur klassenüblichen Grundausstattung gehören natürlich Sechsgang-Schaltgetriebe, ...
... Klimaanlage und CD-Radio. Kia nimmt die Transport-Aufgaben von Kombi und SUV genau, spendiert beiden Gepäcknetzösen, Gepäcknetze sowie Laderaumabdeckungen, ...
... der Cee’d hat noch Ablagen im Boden und ein Gepäckraum-Trennnetz.
Der wahre Lademeister in diesem Duell ist der Kombi: Ins Heck des Sporty Wagon passen mindestens 534 Liter. Wer die Rücksitzlehne nach vorne klappt, kann maximal 1664 Liter zuladen. Dagegen sieht es ...
... im Sportage fast schon eng aus. In fünfsitziger Konfiguration schluckt der SUV-Kofferraum nur 332 Liter, unter voller Ausnutzung des Platzangebots gehen 1411 Liter ins Heck.
Wer mit einem Cee'd Sporty Wagon CRDi unterwegs sein will, muss mindestens 23.040 Euro an Kia überweisen.
Der Sportage ist mit einem Grundpreis von 27.240 Euro teurer in der Anschaffung und durstiger, aber recht wertbeständig.
Das Fazit: Rund 4000 Euro liegen zwischen ihren Grundpreisen. Am Ende sind es pro Kilometer nur noch vier Cent. Hauptgrund: der geringere Wertverlust des gefragten Geländewagens. Den "Kia Cee’d Sporty Wagon" scheint unsere Autowelt noch nicht so richtig zu kennen. Ob’s vielleicht am Namen liegt?
Duell Nummer vier: Renault Koleos gegene Grand Scénic. Sie sind gleich groß, gleich stark, gleich schick – und doch ganz unterschiedliche Charaktere.
Das Foto zeigt sie von ihren Schokoladenseiten: den Van Grand Scénic mit dem markanten Heck und der Technik des kompakten Mégane, daneben der ebenso ausdrucksstarke Koleos. Der Allradler ...
... basiert auf Teilen des Nissan X-Trail, zeigt dank kurzer Überhänge und Schlupfregelung mit Bergab- und Berganfahrhilfe gute Geländetauglichkeit.
Mit rund 4,5 Metern sind die beiden Brüder fast gleich lang, vorn steckt der bewährte Zweiliter-Diesel mit 150 PS. Er treibt beim Van die Vorderräder an, ...
... beim Koleos kann der Hinterradantrieb zugeschaltet werden. Das begehrte Gefühl, oben zu thronen, bietet nur der Koleos. Dort sitzt man sechs Zentimeter höher ...
... als im Van. Wer Platz braucht, ist mit dem Grand Scénic deutlich besser bedient. In sein Heck ...
... passen zwischen 533 und 1960 Liter (Werksangabe), ...
... der Koleos packt nur zwischen 450 und 1380 Liter. Zudem muss das Gepäck über eine schmerzhaft hohe Ladekante (76 cm!) gewuchtet werden, beim Van sind es nur 53 Zentimeter.
Zur Grundausstattung beider Wagen gehören Radio und Klimaautomatik, ...
... aber nur der Grand Scénic wird für 500 Euro mit zwei versenkbaren Einzelsitzen ganz hinten zum echten Siebensitzer.
Mit 150 PS geht im Grand Scénic die Post ab. In glatten zehn Sekunden sprintet er aus dem Stand auf Landstraßentempo und erreicht 204 km/h Spitze. Der Kompaktvan ist flinker, elastischer und deutlich genügsamer ...
... als das SUV, das bis Tempo 100 10,9 Sekunden braucht und maximal 182 km/h schafft. Immerhin schont der im Stadtverkehr die Ohren seiner Insassen, ...
... bei Autobahntempo ist der Grand Scénic leiser. Im Komfortkapitel wiederum herrscht französische Einigkeit: Beide haben weiche Sitze, Federung und Dämpfung arbeiten komfortbetont.
Im Vergleich ist die Lenkung des Vans zielgenauer und spontaner als die indirekte Lenkung des Koleos. Was lernt der Fahrer daraus? Gelassenheit. Sitze bequem einstellen, Radio dudeln lassen und entspannt reisen. Hektik passt eben nicht zur Renault-Philosophie.
Geländewagen werden von allen Versicherungen teurer eingestuft, auch der Koleos, den es als 2.0 dCi ab 29.200 Euro zu kaufen gibt. Damit ist der Grundpreis ...
... nahezu identisch mit dem des Grand Scénic, der mindestens 29.050 Euro kostet. Am Ende bringt der höhere Spritverbrauch den Koleos aber ins Minus.
Das Fazit: Auf fast gleicher Grundfläche zeigt der Grand Scénic, wie Raum klug und variabel genutzt werden kann. Sogar eine dritte Sitzreihe passt hinein. Da kommt der Koleos trotz guter Geländetauglichkeit eindeutig nicht mit.
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