Der indische Autobauer Tata Motors hat am Donnerstag (10. Januar) in Neu Delhi das billigste Auto der Welt vorgestellt.
Der Nano ist 3,10 Meter lang, 1,60 hoch und 1,50 breit und wird von einem 623 Kubikzentimeter großen Zweizylindermotor mit Einspritztechnik von Bosch angetrieben, der es auf 33 PS bringt.
Das Aggregat sitzt im Heck, ein Mini-Kofferraum wurde über der Vorderachse platziert.
Es soll eine Basis- und eine Luxury-Version mit in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern geben. Nähere Angaben zur Ausstattung liefern die Inder aber noch nicht.
Der Nano wirkt recht lieblos zusammengeschraubt und sieht aus wie ein Überraschungsei auf Mini-Rädern.
Innen wurde heller Kunststoff verbaut. Der Armaturenträger wird dominiert von einem zentral platzierten Tacho, daneben sind große, offene Ablagefächer.
Die Sitze wirken klein und dünn gepolstert. Tata-Chef Ratan Tata bestätigte bei der Präsentation des "Volksautos" auf der Neu Dehli Auto Expo, dass der Kleinwagen 100.000 Rupien – rund 1700 Euro – kosten soll.
200.000 Einheiten jährlich sollen die aufstrebende indische Mittelschicht mobil machen, die sich bisher kein Auto leisten konnte und deshalb mit Motorrädern und Rollern Vorlieb nehmen musste.
Trotz des Mini-Motörchens und eher bescheidener Leistungdaten ist der Nano mit fünf Litern Verbauch auf 100 Kilometern nicht gerade sparsam.
Immerhin erfüllt er laut Tata die Euro-IV-Norm.
Nach europäischen Maßstäben würde das Billigmobil mit zahlreichen Karosserieteilen aus Plastik sicher durch jede Crash-Norm fallen, die indischen Maßstäbe erfüllt es aber.
Als Sicherheitsfeatures nennt das Unternehmen unter anderem Sicherheitsgurte, starke Sitze, Knautschzonen und schlauchlose Reifen.
Seinen Weg dürfte der Nano trotzdem machen: Er kostet halb soviel wie das derzeit billigste Auto auf dem indischen Markt, bietet aber im Gegensatz zu einem Motorrad vier stets trockene Sitzplätze.
Auch für den afrikanischen Markt sieht Tata große Chancen für sein Billigauto.
Nach Deutschland oder Europa wird der Nano nicht kommen: Er würde an den Crash-Normen scheitern.
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