Konkurrenz für den Audi A3: Im Herbst 2008 trägt die aktuelle Auto-Couture aus Italien den Namen Delta. Lancia will mit der Wiederbelebung des klangvollen Namens bei den Premium-Kompakten angreifen.
Eine Frage des Prinzips? AUTO BILD wollte wissen, ob deutsche Wertarbeit oder italienischer Schick am Ende die Nase vorn hat. Der Eindruck auf dem Foto ...
... täuscht, denn der A3 Sportback kann den Vergleich mit dem Delta für sich entscheiden und führt die Endwertung mit zehn Punkten Vorsprung an.
Kraftwerk: Der Audi-Vierzylinder holt dank Turboaufladung 160 PS aus den insgesamt 1,8 Liter großen Brennräumen. Das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt bereits bei 1500 Touren an.
Dynamiker: In 8,6 Sekunden absolviert der A3 Sportback den Sprint auf Tempo 100 und ...
... erreicht maximal 220 km/h. Mit seinen Fahrleistungen kann er den Lancia deutlich hinter sich lassen.
Zu hart: Zwar nahm Audi in der Vergangenheit Beschwerden über das zu straffe Fahrwerk ernst, softete es etwas ab. Gern dürfte der nächste A3 noch weicher gespült werden.
Gerade erst frisch gemacht: Audi hat den A3 kürzlich überarbeitet und ihm die markentypischen LED-Lidstriche in den Scheinwerfern spendiert.
Auch am Heck gibt es eine neue Leuchtengrafik. Klar, dass hier ebenfalls mit LED-Technik für gutes Licht gesorgt wird.
Modellpflegemaßnahme: Die Seitenspiegel tragen jetzt integrierte Blinker in ihren schicken Gehäusen.
Dezenter Luxus: Audi setzt die Maßstäbe, wenn es ums Wohlfühlen geht. Dazu gehört ein Cockpit, das sich von selbst erklärt. Ebenso leicht ist die Bedienung des Navigationssystems (2565 Euro).
Passen gut zum sportlichen A3-Charakter: die deutlich konturierten Sitze in der ersten Reihe.
Laderaum: Ins Heck des Sportback passen mindestens 370 Liter. Die umgeklappte Rückbank vergrößert das Volumen auf maximal 1100 Liter.
Für einen Audi A3 1.8 TFSI Sportback in der Ausstattungslinie "Attraction" werden mindestens 26.480 Euro fällig. Schon eingerechnet sind die 1330 Euro für die 17-Zoll-Bereifung.
Das italienische Designerstück Lancia Delta fährt – nur knapp geschlagen – auf den zweiten Platz. Das Karosseriekapitel kann der Italiener aber für sich entscheiden.
Der Kompaktklasse schon fast entwachsen: Der Delta streckt sich bei einem Radstand von 2,70 Meter auf 4,52 Meter – rund 30 Zentimeter mehr als der aktuelle VW Golf.
Eigenwilliger Look: Auf diesen Blick haben Lancia-Fans lange gewartet. Von vorne ...
... wie von hinten zeigt sich der Delta als italienisch inspiriertes Designstück.
Ansprechend: Die hübschen Alufelgen im 18-Zoll-Format lässt sich Lancia mit 500 Euro extra bezahlen.
Downsizing: Der Delta tritt mit einem 1,4 Liter großen Turbo-Vierzylinder zum Vergleich an. Die Maschine schickt 150 PS und 206 Nm Drehmoment an die Vorderräder.
Den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert der Lancia in 9,2 Sekunden. Maximal sind 210 km/h drin.
Hölzern und etwas unausgewogen: Das Fahrwerk geht Unebenheiten hart an, während es in Kurven Karosserieneigungen wie bei einem Van zulässt.
Italienisches Wohnen: Zur Serienausstattung des Delta gehören bereits eine Klimaanlage und ein Bordcomputer. Ab der Ausstattungslinie "Oro" ...
... verwöhnt der Lancia sogar mit Leder/Alcantara im Innenraum.
Nicht perfekt: Leider wirkt der Kunsstoff im Innenraum dünnhäutig und halbherzig zusammengesetzt.
Auf Linie bleiben: Rechts unten neben dem Radio sitzt der Schalter für den Spurhalteassistenten. Das System kostet 500 Euro extra.
Praktisch: Die in Längsrichtung verschiebbare Rückbank schafft Platz in der zweiten Reihe, aber ...
... nur für Menschen, die keinen ausufernden Platz brauchen. Kinder, zum Beispiel. Denn Erwachsenen ab 1,80 Metern drückt die Decke auf den Kopf. Ein Tribut an die windschlüpfrige Form. Und die ist wirklich ein Augenschmaus.
Der Kofferraum des Delta schluckt zwischen 380 und 1190 Liter und ist damit nur ein wenig größer als der des A3 Sportback.
Lancia verlangt für den Delta 1.4 T-Jet "Oro" inklusive 18-Zoll-Bereifung mindestens 24.400 Euro. Das reicht in diesem Vergleich zum Preis-Leistungs-Sieg.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko: "Die Kollegen meckern am neuen Lancia rum, ich bin begeistert. Hartes Plastik, schwammige Lenkung, stuckeriges Fahrwerk – das entspricht natürlich nicht dem Verständnis von deutscher Ingenieurkunst. Der Lancia ist alles andere ...
... als kühl durchgeplant. Gut so. Denn mich langweilt Perfektion zu Tode. Audis A3 ist wie ein massentauglicher Kinofilm mit 3D-Effekten und Dolby-Surround. Der Lancia ein Italo-Streifen mit verblasstem Bild, knisterndem Ton, herzerweichender Handlung. Während im A3 die Inszenierung die Dialoge überspielt, lenkt der Lancia den Blick aufs Wesentliche: aufs Bild."
Anderer Redakteur, andere Meinung: Christian Steiger, kann sich zwischen den beiden nicht entscheiden. Er mag den Stil des Lancia, die Qualität des Audi – und bedauert, dass es beides nicht gemeinsam gibt.
Für AUTO BILD-Testchef Jürgen von Gosen ist ganz klar der A3 das Auto der Wahl: "Du setzt dich rein, alles passt, alles ist dort, wo es hingehört. Und die Form ist aus einem Guss – wie für die Ewigkeit."
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