Zwei gegen den Durst: Mit den Luxusdieseln A8 3.0 TDI und XJ 2.7 zeigen Audi und Jaguar wie gediegen in der höchsten automobilen Klasse gespart werden kann.
Wer etwas Besonderes sucht, kommt am edlen Jaguar nicht vorbei. Wer lieber in Deutschland einkauft, schaut zum Audi. AUTO BILD wollte wissen: Welcher ist der bessere Spar-Gleiter?
Der erste Platz geht nach Ingolstadt: Der A8 distanziert den XJ in der Wertung mit 19 Punkten. Er gewinnt die Kapitel Karosserie und Kosten, beim Thema Antrieb/Fahrwerk herrscht Gleichstand.
Der 3.0 TDI des Audi holt aus sechs Zylindern 233 PS. Dabei helfen ihm eine moderne Common-Rail-Einspritzung mit Piezo-Technik und ein Turbo mit variabler Schaufelgeometrie. Drehmoment: 450 Nm.
Klarer Sprintsieger: Der A8 3.0 TDI braucht glatte acht Sekunden, bis er die 100-km/h-Marke erreicht. Maximal schafft der Audi 243 Sachen – auch da sieht ...
... man den Jaguar im Rückspiegel ziemlich schnell kleiner werden.
Gewichtssenkende Maßnahme: Mithilfe des Alu-Spaceframes gelingt es Audi, den A8 unter zwei Tonnen zu drücken. Darauf sind die Ingolstädter so stolz, dass sie ...
... mit einer Plakette über die Hochwertigkeit ihrer Karosse informieren.
Gut gerüstet für alle Fälle: Die Luftfederung "Adaptive Air Suspension" lässt sich über die Stufen "Comfort" und "Dynamic" an Straße und Fahrstil anpassen.
Passen wie angegossen: Die ausgeprägt konturierten Sitze schmiegen sich enger an die Passagiere als die des Jaguar.
Technische Anmutung: Das Holz im Audi-Cockpit wird von einer Alu-Leiste unterstrichen. Alles ist bestens verarbeitet und wirkt wie für die Ewigkeit gemacht.
Der A8 informiert seinen Piloten mittels zweier großer Rundinstrumente. Weitere wissenswerte Dinge zeigt das Display dazwischen.
Teurer Pfadfinder: Für ein DVD-Navi mit dezent ausfahrendem Monitor verlangt Audi satte 2280 Euro Aufpreis.
Sehr edel: die metallisch einrastenden Drehregler des MMI-Bediensystems. Die Automatik verfügt serienmäßig über eine Tiptronic-Funktion.
Absolut langstreckentauglich: Das Raumgefühl im Audi ist üppig.
Große Höhle: Der A8 schluckt bis zu 500 Liter Gepäckvolumen, der Jaguar mit 470 Litern nur ein kleines bisschen weniger.
Für einen A8 3.0 TDI quattro werden mindestens 67.500 Euro fällig. Damit kann der Audi in diesem Vergleich auch noch den Preis-Leistungs-Sieg einfahren.
Platz zwei für den Jag: In letzter Konsequenz ist er nicht ganz so harmonisch wie der Audi A8.
Als 2.7 Twin-Turbo-Diesel bietet der Jaguar einen 207 PS starken V6 mit Partikelfilter. Kennzeichen: vier Ventile pro Zylinder, leiser Zahnriemenantrieb, ein Turbo pro Zylinderbank, Common-Rail-Einspritzung über Piezo-Injektoren. Ergebnis: 435 Nm.
Fahrleistungen: Beim Sprint aus der Parkposition auf Landstraßentempo vergehen im Jaguar 8,7 Sekunden, ...
... seine feine Nase schiebt er mit maximal 222 Sachen durch den Fahrtwind.
Obwohl der XJ Luftfederung hat, überträgt der Wagen Unebenheiten wie zum Beispiel Gullydeckelkanten oder Fahrbahnquerfugen als kleine Stöße. Schuld daran sind die steifen 19-Zoll-Reifen mit unnachgiebigem 40er-Flankenquerschnitt.
Bei hohem Tempo fehlt dem XJ trotz seiner direkten Lenkung Gefühl, um zum Beispiel Seitenwind sachte auszugleichen, ...
... in langen Kurven fallen Korrekturen unruhiger aus. Also: Tempo runter, gediegen gleiten lassen.
Luftiger: Die Sitze des Jaguars sind etwas breiter geschnitten als die des Audi.
Der XJ hat reichlich Holz in der Hütte, selbst Lenkrad und Schaltknauf sind entsprechend verziert.
Die Automatik mit etwas sperriger Wählhebelführung gibt es für den XJ 2.7 ab Werk.
Suchspiel: Die Schaltereinheit des XJ ist etwas hinter dem Lenkrad versteckt.
Stilsicher: zeitlos schöne Analoguhr auf der Mittelkonsole.
Für den ungetrübten Blick gen Himmel: Ein elektrisches Glasschiebedach lässt sich Jaguar beim XJ mit 1590 Euro bezahlen.
Gewachsen: Mitfahrer im Jaguar-Fond genießen mehr Kniefreiheit als im Vorgänger-XJ. Der Audi wirkt trotzdem größer.
Wer diese zwei Buchstaben mit einem 2,7 Liter großen Twin-Turbo-Diesel kombinieren möchte, wird bei Jaguar fündig – für mindestens 69.950 Euro.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: "Zwei Sechszylinder-Diesel in großen Alu-Karosserien – Jaguar und Audi verwöhnen auf ganz eigene Art. Aber dem Briten fehlt ein Quäntchen Feinschliff ...
... an der Qualität – seine Mischung aus Dynamik und würdevoller Eleganz wirkt nicht vollendet harmonisch. Audi setzt dem sportlichen Charakter des A8 die richtige Portion Exklusivität zu, ...
... verfeinert das Ganze mit Fahrpräzision und Verarbeitungsperfektion. So ist der A8 ein Muster für einen Diesel in der Luxusklasse. Besser geht es kaum."
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