Die Formel für SUV ist schnell erklärt: SUV steht für Sports Utility Vehicle. Sportliche, nützliche Fahrzeuge also. Nützliches ist reichlich vorhanden. Übersicht, Platz, Variabilität und Allrad-Kletterkunst bündeln sich zum praktischen Wohlstandspaket.
Sportlichkeit ist dagegen nicht das erste Kaufargument für Dickschiffe. Außer, wenn Audi, BMW oder Porsche draufsteht. Genauer: der Q7 4.2 FSI quattro mit 350 PS, der neue BMW X5 4.8i mit 355 PS und der Porsche Porsche Cayenne S mit 385 PS.
Und wie immer kann nur einer gewinnen: In unserem Fall ist das der Q7. Er holt die höchste Punktzahl (463 von 600) und darüber hinaus auch noch den Preis-Leistungssieg: Niedrigste ...
... Fixkosten, beste Garantieleistungen und geringster Preis im Testfeld stechen. Die in diesem Vergleich entscheidende Stabilisierungsfunktion steckt beim Audi in der 2575 Euro teuren Luftfederung Adaptive Air Suspension. Durchzug und die ...
... imposante Höchstgeschwindigkeit von 248 Sachen zeigen: Die FSI-Technik von Audi hat's in sich – genau wie das souveräne Fahrverhalten bei hohem Tempo. Zusammen mit der variablen Lenkung ergibt sich ein hervorragender Geradeauslauf.
Stabil wie eine Gewehrkugel fegt der Q7 über die Bahn – auch dank ihm: Der V8 mit Benzindirekteinspritzung klingt gut, dreht gern, beißt heftig zu.
Das ist mal 'ne klare Ansage: Tachoskala bis 280, nett in Chrom gefasste Anzeigen. Mittig gibt's Angaben zum Fahrbetrieb und zur Navigation zu erspähen.
Der Arbeitsplatz im Q7 ist bekannt – Lenkrad und ...
... MMI-Bedienfeld unterhalb des Automatik-Wählhebels schaffen eine heimelige Atmosphäre für Audi-Kenner.
Option zum Selberschalten: Für sportliche Eventualitäten bietet der Audi Schaltwippen am Lenkrad.
Der Q7 ist nicht der Schnellste, nicht leise, aber komfortabel: Die Sitze sind die besten im Test.
Der ausgwogene Charakter der Luftfederung lässt den Q7 im Comfort-Modus sanft durchschwingen.
Echo? Der Q7 hat einen Kofferraum wie eine Lagerhalle: Enorme 2035 Liter gehen rein. Auf der Rennstrecke ...
... kann der Q7 seine Kurvenstabilität unter Beweis stellen. Audi nutzt die elektronisch geregelten Stoßdämpfer, um Aufbaubewegungen zu minimieren. Die Dämpfer stellen sich härter, wenn der Q7 außen stärker einzufedern droht. Im Display ...
... wird die variable Luftfederung angezeigt. Dennoch: In weiten Kurven neigt sich der Audi leicht. Generell wird die Fahrdynamik durch das übervorsichtige ESP gebremst. Die Rundenzeit im Contidrom: 1:43,573 Minuten.
Der X5 macht den zweiten Platz (446 Punkte). Die aktive Dämpfung Adaptive Drive verbindet BMW mit einem hydraulisch unterstützten Karosserieausgleich. Macht 3290 Euro extra.
BMW glänzt mit hohem Sicherheitsstandard, wie etwa adaptivem Bremslicht und Xenon. Bei hohem Tempo allerdings verhält sich der agile X5 zappelig, der Fahrer muss entsprechend feinfühlig Kurs halten.
Wie konsequent der Trumm vorwärtsstürmt, ist ein Gedicht: Brachial bricht er sich eine Schneise durch den Fahrtwind, zieht bärig durch, ...
... knurrt böse. In 7,3 Sekunden stürmt er auf 100 – und das bei vergleichsweise niedrigem Verbrauch (14,6 Liter). BMW setzt beim 4.8er auf das drosselklappenfreie System Valvetronic – spart Sprit, bringt Dampf.
Alles anders: Der neue Schalthebel ist etwas gewöhnungsbedürftig, dafür ist die Automatik eine Wucht. Schnell schaltend, ...
... spontan ansprechend. Unterm Hebel angebracht ist die Taste für sportlichere Dämpfung und der Schalter der elektrischen Handbremse.
Mutig: BMW platziert eine analoge Verbrauchsanzeige im Tacho. Der X5 ist zwar der sparsamste Wagen im Vergleich, ein Held des Umweltschutzes ist er trotzdem nicht gerade. Und komfortabel ...
... auch nicht besonders: Unter der straffen Grundeinstellung leiden besonders Passagiere im Fond – sie spüren das unsensible Ansprechverhalten am deutlichsten. Immerhin: Was umfallen könnte, kann in praktischen Ablagen untergebracht werden.
Das Kofferraumabteil steht deutlich hinter dem des Q7 zurück – maximal 1750 Liter fasst er. Auf der Rennstrecke ...
... bleibt der X5 subjektiv beeindruckend aufrecht. Seine Rundenzeit ist schneller als die des Q7 – 1:43,084 Minuten. Die Technik: Ein hydraulisches System stemmt sich der wankenden Karosserie entgegen, während ...
... geteilte Stabilisatoren vorn und hinten durch je ein Stellelement verbunden werden. Schade: In schnellen Kurven untersteuert der X5 und verliert dadurch Zeit.
Zähneknirschend muss sich der Cayenne S mit dem letzten Platz abgeben (436 Punkte). Die Stabilsierungstechnik funktioniert ähnlich wie bei BMW, muss aber zusammen mit elektonisch geregelten Luftfedern geordert werden – was die Kosten fast verdoppelt.
Dafür lässt Porsche den stärksten Motor von der Leine: Nach 6,8 Sekunden wuchtet der bissige V8 den dicken Cayenne auf Tempo 100, erst bei 250 ist Schluss. Allerdings gibt's erst mit optionaler Sportabgasanlage den adäquaten Sound dazu.
Auf Kursänderungen reagiert der Porsche spontan, hinzu kommt eine hilfreiche Lastwechselreaktion – da kommt absolut Sportwagen-Feeling auf. Das Cockpit wartet mit vielen kleinen Knöpfen für Klima, Radio und Navi auf.
Weitere Tasten sitzen unterhalb der Automatik-Kulisse. Sie steuern Geländefahrhilfen, Fahrwerkeinstellungen und den Sportmodus.
Drunter und drüber: Die Uhrensammlung wirkt kunstvoll drapiert. Links außen informiert eine Uhr über den Öldruck, ganz rechts lässt sich ...
... der Ladedruck ablesen. Der Drehzahlmesser musste den Platz in der Mitte dem Display des Bordcomputers überlassen.
Ganz nach alter Porsche-Tradition trägt auch der Cayenne sein Zündschloss links in der Lenksäule. Die Lenkradschaltung haut in die sportliche Kerbe.
Vornehmes Porsche-Interieur: Ledersitze gehören zur Grundausstattung – bei den beiden anderen Kandidaten allerdings auch.
Sportlich zu viert: Erst seit 2002 fühlt man sich auch in der zweiten Reihe eines Porsche wohl.
Das zieht den Cayenne S in der Wertung runter: vergleichsweise kleiner Kofferraum, wenig Extras, hohe Vollkasko und 15,8 Liter Verbrauch. In Sachen Sportlichkeit macht ihm allerdings keiner was vor. Das hat er auf der Rennstrecke ...
... eindeutig bewiesen. In Kurven bleibt der Cayenne S nahezu stabil. Die Wankstabilisierung arbeitet ähnlich wie beim X5. Allerdings hat Porsche den Cayenne S extrem fahraktiv abgestimmt. Die Kehrseite ...
... der Wankstabilität (Foto: Stellelement und Stabilisator) ist der erhöhte Benzinverbrauch: Das System kostet bis zu einem Liter mehr Sprit.
Ein weiterer Nachteil ist der hohe Reifenverschleiß. Fazit: Alle super, diese SUV. Das S wie sportlich gilt besonders ...
... für den Porsche. Dennoch muss er auch das V für Verlierer schlucken – die Kosten sind zu hoch. BMW setzt auf Dynamik, leistet sich aber Ausrutscher bei Zuladung und Anhängelast. Sieger, weil Alleskönner, ist der Audi Q7.
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