Schampus von Aldi, Lachs von Lidl, Designermode vom Textil-Discounter – Gutes muss nicht teuer sein. Das kann auch für den Autokauf gelten. Oder? Acht ungewöhnliche Paare zeigen es im großen Vergleich der Preisbrecher.
Das erste Duell bestreiten das rumänische Raumwunder Dacia Logan MCV (11.350 Euro) und der deutsche Evergreen Opel Astra Caravan (22.105 Euro).
Den Anfang macht der Rüsselsheimer Blitzträger: Bei der Ausstattungslinie Cosmo gibt's Komfort-Sitze und ...
... ausreichend Platz im Fond serienmäßig. Im Gepäckabteil wird auf ...
... Teppich geladen. Bis zu 1590 Liter finden hier Platz. Lächerlich im Vergleich ...
... zum kernigen Rumänen. Im Logan MCV verschwinden bis zu 2350 Liter.
Nicht im Serienpreis inbergriffen ist das CD-Radio. 460 Euro muss bezahlen, wer den Silberlingen lauschen will.
Wer noch mal 450 Euro drauflegt, bekommt sogar eine dritte Sitzreihe. Die bietet zwei Passieren Platz und lässt sich bei Nichtgebrauch ausbauen.
Der Logan gewinnt: Das teurere Auto (Opel) bekommt 100 Prozent (schwarzer Pfeil), der rote Pfeil zeigt, wie weit das günstigere Auto (Logan) an diesen Maßstab herankommt.
Auf zum nächsten Vergleich. Diesmal am Start sind der Skoda Roomster (14.290 Euro) und sein Konzernbruder VW Touran (29.825 Euro).
Luxus am Lenkrad: Beim teuren Touran kommen für Navi mit Farbdisplay mal eben 2121 Euro obendrauf.
Gleichberechtigung für die Hinterbänkler: Jeder Sitz im Fond ist gleichgroß und lässt sich überdies verschieben.
Vorbildliche Verhältnisse auch ganz hinten: Bis zu 1989 Liter schluckt der Touran.
Von hinten nach vorne, von schick zu "schön einfach". Das Cockpit im 14.290 Euro teuren Roomster wirft keine Fragen auf.
Luftiges Raumgefühl dank niedriger Seitenlinie. Der Blick nach draußen ist herrlich.
Jede Menge Platz: Mit 1555 Litern Laderaumvolumen kann der Skoda zwar nicht ganz mithalten, eng wird's aber wohl trotzdem eher selten.
Wertung: Der Touran gewinnt. Ein konsequent rechteckiger Kasten packt einfach mehr weg als Autos, die sich um geschmeidige Formen bemühen. Der Touran siegt, weil er eine Nummer größer ist. So simpel ist das.
Kult gegen cool: Mit Mini Cooper S (30.006 Euro) und Daihatsu Materia (15.490 Euro) haben sich zwei gesucht und gefunden. Der eine ist schon Kult, der andere auf dem Weg dahin.
Extra stark: Das S kenzeichnet den stärksten Mini. Unter der Haube steckt ein aufgeladener 1,6-Liter mit 175 PS.
Gewöhnungsbedürftig: Der Tacho sitzt beim Mini in der Mitte des Armaturenbretts. Nur wer das Navi ordert, kann zum Ablesen der Geschwindigkeit wieder nach vorne sehen.
Erkennungszeichen: Der mittig platzierte Doppelauspuff zeigt Kennern wie Laien die Potenz des kleinen Bayern-Briten. Tempo 225 sind drin.
Der Widersacher: Dahaitsu setzt bewusst auf Kanten statt Rundungen.
Disco-Light statt Kult-Instrument: Im Materia demonstrieren poppige Farben die japanische Herkunft.
Platz wie in einer Musikhalle: Im Materia sitzt man auch in der zweiten Reihe wie in der ersten Klasse.
Fazit: Leistung ist wichtiger als eine Liegewiese. Materia und Mini sind zwei komplett unterschiedliche Autos mit gleicher Zielgruppe – Menschen, die das Besondere wollen. Mini konzentriert sich auf die Dynamik, Daihatsu aufs schöne Leben.
Brüder im Geiste: SLK (43.126 Euro) und 207 CC (20.250 Euro) sind um zwei Ecken sogar verwandt. Ihre Vorgänger hatten einen gemeinsamen Vater: den Designer Murat Günak. Er hat den ersten SLK gezeichnet und später bei Peugeot den 206 CC.
Eleganter im Detail, solider in der Verarbeitung: Im Cockpit des Stuttgarters wird der Preisunterschied "greifbar".
Echt Mercedes: Der "Skyscarf" (470 Euro extra) blässt warme Luft zum Nacken – ein fühlbarer Unterschied.
Der Sechszylinder begeistert mit sattem Klang und 231 PS. Der Motor macht den Unterschied hörbar.
Oder so: Alu-Dekor und weiße Skalen zaubern Glanz in den halb so teuren Peugeot.
Der 120-PS-Motor unter der Haube ist flott, laufruhig und sparsam. Ein schöner Cabrio-Motor.
Und selbst die Felgen passen dem kleinen Franzosen. Sie sind so begehrt, dass es Lieferengpässe gibt.
Der Peugeot 207 CC ist erstaunlich gereift und kommt als Hingucker und vielseitiges Cabrio dem Mercedes schon recht nahe. Doch im SLK schlummert auch ein schneller Reisewagen. Das bringt den Sieg.
Was darf's sein? 265 PS mit Allrad und 250 Sachen Spitze für 36.050 Euro (Audi S3)? Oder 150 Pferde und 216 km/h für 19.800 Euro (Polo GTI)?
Wer sich für den S3 entscheidet, der bekommt einen aufgeladenen Zweiliter-Vierzylinder, auf den Audi zu Recht stolz ist.
Bei 250 wird abgeregelt. Angesichts der Power im Vorderstübchen wäre aber wohl noch mehr drin.
Sauber und ohne Hakeln: Wer die sechs Gänge im S3 durcheilt, hat nach 6,2 Sekunden die Hundert übersprungen und kommt nach 23,2 Sekunden bei 200 km/h an.
Etwas weniger kraftvoll präsentiert sich der Turbo-Vierzylinder im Polo GTI. Aus 1,8 Litern Hubraum schöpft der Motor 150 PS und schiebt den kleinen Wolfsburger in acht Sekunden auf Tempo 100.
Drei Kult-Buchstaben: Der Polo GTI lässt alte Tugenden auferstehen und ist der wahre Nachfolger des Ur-GTI.
Wie es sich gehört: Im GTI wird auf Karomuster Platz genommen. Was anderes kommt ja auch nicht infrage.
Der S3 wirkt, als könnte ihn jede Oma fahren. Die würde aber einen Herzinfarkt erleiden, so schnell ist der Allrad-Audi. Der Polo GTI hält im Alltag lange mit, muss den S3 erst im Renn-Einsatz ziehen lassen. Und überholt ihn am Ende bei den Kosten.
Taxifahrer machen es vor: Sie steigen immer öfter von der E-Klasse in die kompakte B-Klasse um. Eine echte Alternative?
Für 50.652 Euro verführt der E 320 CDI mit einem extrastarken Sechszylinder, der stolze 540 Newtonmeter in die Waagschale wirft und als Diesel spritzige 250 läuft.
Wie der große Dampfer mit seiner Federung die Mängel der Straße fernhält, mit super Sitzen und toller Sicht verwöhnt, das macht ihm in dieser Klasse so schnell keiner nach.
Luxus im E: Die Heckklappe schließt selbsttätig. Kostenpunkt: 547 Euro.
Zuverlässiger Alltagsbegleiter: Der Zweiliter-Diesel im B 180 CDI mobilisiert 109 PS und macht den Probanden 183 km/h schnell.
Nichts zu Meckern: Im Fond der B-Klasse gibt's massig Knie- und Kopffreiheit.
B-Klasse-Tricks: Mit jeder Menge Stauraum und Ablagen will der kleine Sportstourer im Vergleich punkten.
Fazit: Erstaunlich, dass die B-Klasse innen fast genauso groß ist wie die Limousine. Aber mit ihrem Komfort und dem überlegenen Motor rangiert die E-Klasse zwei Stufen über dem Kompaktmodell.
Bayern-Semmel gegen Schwaben-Pfeil? Mit BMW 130i (33.200 Euro) und Porsche Cayman S (60.065 Euro) haben sich zwei Gleichgesinnte getroffen. Fast gleich schnell, fast gleich stark, fast gleich durstig. Doch wer ist besser?
Perfektes Gestühl beim Cayman S. Hier passt alles.
Rundenzeiten gefällig? Porsche kokettiert mit sportlichen Ambitionen und bestückt den Mittelmotor-Flitzer mit einer Stoppuhr.
Rot beißt zu: Die Porsche-Bremsbacken machen echt was her und schüchtern den BMW ordentlich ein.
Doch der Bayer lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und kontert mit seinem traumhaften Reihen-Sechzylinder.
Außerdem trumpft der 130i mit seiner gewohnt genialen Sechsgang-Schaltung. Das wiegt schwer.
Und auch die Sportsitze müssen sich hinter dem Gestühl aus dem Schwabenländle nicht verstecken. Im Gegenteil.
Auch bei einem Sportwagen können Kofferraum und vier Sitze ausschlaggebende Argumente sein. Dann, wenn es der Erst- statt Zweitwagen sein soll. Wegen der Alltagstauglichkeit des 130i muss sich der Cayman geschlagen geben.
Allrad? Vorhanden. Kombi? Sind beide. Kerniger Antritt? Haben beide. Doch wer ist die bessere Wahl? S6 (84.500 Euro) oder Legacy (47.190 Euro)?
Im Audi herrscht gewohnte Perfektion. Die Paddels hinterm Lenkrad ermöglichen die manuelle Gangwahl.
Da bleibt kein Auge trocken: Der bärige V10 schiebt mit 435 PS kräftig an. Nach 5,6 Sekunden sind 100 km/h passé.
Vier Rohre für ein "Good bye, Legacy"? Der Audi zersägt den Japaner in allen Belangen. Doch ist er die bessere Wahl?
Die Show ist jedenfalls auf Seiten des Legacy: Die Tachoskalen leuchten wie Hologramme in ihrer schwarzen Höhle.
Zum Spielen gibt’s den SI-Drehknopf. Damit lassen sich drei Motorprogramme zwischen "Sparen" und "Scharf" wählen. Wirklich keine halbe Portion.
245 PS aus dem Dreiliter-Boxer schieben souverän an, standfeste Bremsen und Airbags rundum geben ein sicheres Gefühl.
Fazit: Dieses Paar zeigt, das es auch in der automobilen High Society ein sattes Preisgefälle gibt. Schon der Subaru steht für Luxus, der Audi noch eine Etage höher für den puren Überfluss. Und genau darum gewinnt der Ingolstädter. Denn wenn, dann richtig
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