Benziner oder Diesel? Dieser Dauerbrenner unter den Antriebsfragen hat sich durch die Drehmomentexplosion bei den Selbstzündern zu einem Flächenbrand ausgeweitet. Nun heizt BMW die Diskussion mit einem neuen 1er weiter an.
Und wie: Der 123d ist der weltweit erste Diesel-Vierzylinder mit Twinturbo-Aufladung. Sein Zweiliter-Vierventiler leistet 204 PS, erreicht ein Drehmoment von 400 Newtonmetern und krönt damit die Diesel-Palette der 1er-Reihe auf beeindruckende Weise.
Rein optisch sind die Brüder innen wie außen eineiige Zwillinge.
Bis auf die Auspuffspitzen – beim 130i ein glänzendes Doppelrohr, der 123d trägt ein mattschwarzes Oval – und die Typbezeichnung gibt's keinerlei sichtbare Unterschiede.
Doch sofort nach dem Anlassen werden erhebliche Differenzen spürbar. Zwar bemüht sich der 123d um hohe Laufkultur, bleibt aber jederzeit als Selbstzünder identifizierbar.
Beim Beschleunigen spielt er seine Doppellader-Technik gekonnt aus. Sogar das Einkuppeln in den zweiten Gang ist ohne Gasgeben möglich – bei anderen Turbodieseln eine Todsünde, die mit einem brutalen Abwürgen bestraft wird.
Der 123d kennt keine Anfahrschwäche, kein Turboloch, sondern zieht ab 1500 Umdrehungen bullig nach vorn. Ein ausgesprochen intelligenter Motor mit jeder Menge Technik drumherum.
Sein Lustzentrum liegt zwischen 2000 und 4000 Umdrehungen. Der 123d fährt sich wie ein typischer Turbodiesel: kräftiger Durchzug, niedrige Drehzahlen, frühes Schalten. Wer das nicht einsieht, erlebt einen Motor, der sehr laut wird, ...
... überanstrengt wirkt und sich lustlos bis 5000 Touren quält. Man muss ihn zu nehmen wissen, sonst wird aus dem 123d ein bauernhafter Holzhacker mit groben Manieren.
Ganz anders der 130i. Er gibt jederzeit den kultivierten Mann von Welt. Dieses Temperament, diese Drehfreude, dieser Sound – nein, da kann der Diesel nicht mithalten.
Gegen drei Liter Hubraum, verteilt auf sechs Zylinder, hat der Doppelturbo-Diesel keine Chance. Der BMW-Reihenbenziner verkörpert nach wie vor die hohe Kunst der Triebwerkkonstruktion.
So kultiviert, so drehfreudig und sportlich läuft kaum ein anderes Aggregat. Das schlägt sich natürlich in den Fahrleistungen nieder.
Bei Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung erzielt der Sechszylinder Bestwerte. Der Durchschnittsverbrauch von 9,2 Liter Super plus dämpft die Freude allerdings wieder.
Fazit von Redakteur Jörg Maltzan: "Mit dem 123d setzt BMW seiner gelungenen "Efficent-Dynamic-Strategie" eine neue Krone auf. Der Vierzylinder-Diesel mit zweistufiger Turboaufladung ist für sich genommen ein grandioses Triebwerk.
Entscheidet der Bauch und nicht das Konto, fällt meine Wahl aber auf den 130i. Die 265-PS-Topversion verkörpert ein kompaktes Sportmodell in bester BMW-Tradition." Daher noch weitere Impressionen ...
... vom 130i. Für Vielfahrer ist der Fahrspaß mit dem 123d allerdings sauberer und deutlich günstiger als beim 130i.
So gesehen, hat der Zweikampf beinahe religiöse Züge: 123d und 130i sind wie Kain und Abel.
Unter ökologischen und Kostenkriterien ist der Diesel jederzeit zum Brudermord am Benziner fähig und entscheidet den Zwillings-Zwist für sich. Der Sieg war daher klar.
Aber es gibt ja eine andere, gefühlsmäßige Ebene. Auf der verdichtet sich das Duell zu einer reinen Herzensangelegenheit, die finanzielle Opfer fordert.
Der fünftürige 130i ist ab 34.250 Euro zu haben. Den 123d gibt es ab 31.700 Euro
Wer BMW im traditionellen Sinne als Sportmarke versteht, kommt am Benziner nicht vorbei.
Er ist das dynamischere Modell. Da mag der Superdiesel noch so mit den Hinterrädern scharren, ...
... mehr leidenschaftliches Feuer entfacht der Benziner mit seinem genialen Saugmotor.
Den neckischen Kofferraumöffner haben die Bayern-Brüder gemein.
Ebenso das Kofferraumvolumen: 330 bis 1150 Liter bekommt man hüben wie drüben untergebracht.
Noch ein so ein Hübscher. Mit dem 1er Coupé hatte BMW auf der IAA einen echten Herzensbrecher am Start.
Insbesondere als 135i mit 306 PS und zusätzlichem Schwellerwerk ist der Münchener eine Augenweide.
Das Stummelheck ist Geschmackssache, die Heckspoilerlippe ist dem Top-Modell 135i vorbehalten
Ab November 2007 steht das Coupé beim Händler. Für 28.750 Euro kann man es dort mitnehmen. Dafür gibt`s den Basisdiesel 120d, der mit 177 PS schon ganz ordentlich im Futter steht.
Noch ein neues Mitglied der 1er-Familie: Der offene 1er verspricht eine spannende Mischung aus pfiffiger Optik, tollen Fahreigenschaften und genug Leistung. Das kleinste BMW-Cabrio kommt 2008 mit Stoffverdeck.
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