Wer will im Stadtverkehr noch von Hand schalten, fragt sich Hyundai – und wirft den Automatik-Mini i10 auf den Markt. Hier trifft er auf seine Konkurrenten Citroën C1 Sensodrive und Daihatsu Cuore Automatik.
Zunächst nehmen wir den kleinen Franzosen unter die Lupe. Die Frage ist, ob er auch lupenrein bleibt. Die Form ...
... des Citroën C1 kennen wir schon von den Schwestermodellen Peugeot 107 und Toyota Aygo.
Da haben die Asiaten das Nachsehen: Mit 157 km/h flitzt der Franzose als Schnellster über die Autobahn. Aber wer ...
... verlangt das schon bei einem Stadtauto? Dagegen ist der C1 ein Musterbeispiel an Raumausnutzung. Bei dem 3,44-Meter-Zwerg (ein Smart ist nur 74 cm kürzer) endet die hintere Tür direkt am Heckfenster.
Auf den gut ausgeformten Sitzen kommt vorne keine Platzangst auf. Hinten aber heißt es: Bauch und Knie einziehen.
Citroën setzt innen auf verspielte Armaturen (hier die Ausstattung "Style" mit Klimapaket). Übersichtliche, strukturierte Anordnung ...
... mit minimalem Hang zum Edeldesign. Citroën hat sein Fünfgang-Schaltgetriebe ...
... einfach automatisiert. So bleiben Kraftverluste aus, die den Verbrauch unnötig hochtreiben. Mehr noch: Der kleine Citroën zwingt automatisch zur Ruhe.
Wer es wagt, ihm die Sporen zu geben, den brüllt der kleine Dreizylinder zornig an. Erschrocken nimmt jeder den Fuß zurück und stellt fest: Wer die längeren Schaltpausen (Smart lässt grüßen) leicht mit dem Gaspedal unterstützt, fährt besser.
Die einfach umklappbaren Rücksitzlehnen können das Manko nicht verbergen: Der C1 zieht mit 751 l in Sachen Kofferraumvolumen den Kürzeren.
In den hinteren Türen ist nur noch Platz für ein Ausstellfenster. Wenn die Sonne vom Himmel brennt, könnte es im Fond ziemlich hitzig zugehen.
Im Vergleich zum Schaltgetriebe (4,4 l) braucht der Cuore 25 Prozent, der i10 (5,0 l) immerhin noch 18 Prozent mehr Sprit. Der C1 profitiert in dieser Disziplin vom fehlenden Wandler. Auch im Preis unterbietet der Franzose seine Konkurrenten (11.100 Euro).
Der Daihatsu ist ein echter Stadtfloh: Der Cuore ist 15,5 Zentimeter schmaler als der Citroën C1.
Die Türen des Cuore öffnen sehr weit. Das erleichtert das Ein- und Aussteigen erheblich.
Im 3,5 Zentimeter längeren Cuore kneift und rutscht es hinten ähnlich wie beim C1. Doch wer benutzt den Cuore schon als Familien-Langstrecken-Gefährt?
Die Ausstattung "Top" beinhaltet eine um 25,5 cm verschiebbare Rückbank. Der Kofferraum variiert dann von sehr bescheidenen 160 Litern bis zu akzeptablen 215 Litern.
Von hinten schlicht und eckig, aber innen kann der Cuore mit Extras wie Knieairbag, Außenthermometer und ESP-Schleuderschutz punkten.
Die vorderen Stühle (Fahrersitz höhenverstellbar) dämpfen von den Dreien am besten und verbessern den Fahrkomfort enorm.
Optisch handelt es sich ja um Sparbüchsen - entsprechend zweckmäßig ist das Innendesign: alles gut zur Hand und sogar mit üppiger Ausstattung (Klimaanlage serienmäßig).
Neben dem Handbremsgebel befindet sich die Tankklappen-Entriegelung.
Die Vollautomatik spielt im Gegensatz zum Citroën die Trumpfkarte aus.
Schon nach kurzer Testfahrt, zeigt der Daihatsu mit seinen 70 PS und 94 Newtonmeter gekonnt, ...
... dass er die Sänfte dieses Vergleichs ist. Luxuriös ist auch die Ausstattung: Klimaanlage, elektrisch verstellbare Spiegel, Bordcomputer - all das spiegelt sich ...
... natürlich auch im Preis wider: 12.290 Euro kostet der Japaner. Der real gefahrene Testverbrauch liegt beim Daihatsu bei 6,9 Liter.
Warum die Versicherer den Daihatsu zusätzlich bei den Kasko-Tarifen so bestrafen, wissen wir nicht; und auch bei den Garantien haben die Japaner das im Vergleich schlechteste Paket.
Der Hyundai i10 ist 13 Zentimeter länger als Zwerg C1, gegen den er beinahe erwachsen wirkt. Das liegt nicht zuletzt an ...
... den breiteren Reifen. Man sieht es ihm eigentlich nicht an, aber der kleine Koreaner ist ein Fünfsitzer. Wer hinten sitzt, darf durchschnittlich aber nicht breiter als 44 Zentimeter sein, ...
... schließlich stehen nur 1,33 Meter zur Verfügung. Die Straßenflöhe gehen ja vielleicht auch mal auf große Fahrt. Voll besetzt ist aber totale Koffer-Diät angesagt.
Sitzt hinten aber nur ein Gast, dann lässt sich die ungenutzte Rücksitzlehne sogar asymmetrisch umklappen.
Kleines Raumwunder: Im heck präsentiert sich eine glatte Ladefläche und mit maximal 910 Litern Volumen reichlich Platz.
Die gut ausgeformten Sitze sehen sehr einladend aus - und sind auch bequem. Einen höhenverstellbaren Fahrersitz gibt es jedoch erst ab dem Sondermodell "Style".
Das Lenkrad könnte weiter nach unten geneigt sein. Zudem beengt die breite Konsole den Beinraum. Dagegen grinst einen das modisch-freundliche Interieur geradezu an.
Für den "coffee to drive" hält der i10 den obligatorischen Dosenhalter bereit.
Auch sonst nutzt der Kleine mit pfiffigen Ideen jede Möglichkeit des Stauraums.
Der i10 fährt sich zwar nicht so hart wie der C1, dennoch kommen kurze Wellen wie ein Fußtritt durch die Sitze.
Dank seiner vier Zylinder klingt der Hyundai immerhin wie ein richtiges Auto. Sieger in Sachen Volumen, Verlierer beim Leergewicht: 982 kg müssen die 98 Newtonmeter bei 2800 Umdrehungen wuppen.
Im Testverbrauch schluckt der Hyundai 7,2 Liter und kostet ähnlich wie der Daihatsu (12.080 Euro).
Fazit: Testsieger ist der Daihatsu. Gutes Platzangebot, Top-Ausstattung und exzellentes Fahrverhalten. Aber: Wenn etwa Anhängelasten oder Platzangebot keine Rolle spielen, dann könnte mancher zu einer anderen Rang- und Reihenfolge kommen.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.