Was kann Kias neuer Minivan? Der Test offenbart: Im Slalom hebt der
Venga leicht sein Bein. Das weckt Erinnerungen an die kippende A-Klasse (W 168) von
Mercedes – sieht allerdings dramatischer aus, als es ist. Der
Kia ...
... bleibt sicher in der Spur. Mit 16-Zoll-Rädern wankt er nur wenig. Aber ist der Venga eine bloße Kopie oder erleben wir gerade, dass sich ein weltweit universelles Hochdachauto durchsetzt, das auf vier Metern Länge nun mal nicht anders aussehen kann?
Mit der
aktuellen A-Klasse hat der Venga verblüffende Gemeinsamkeiten: Gleich mehrere Kollegen von AUTO BILD ...
... erkennen vor allem in der Fensterlinie des Koreaners den Baby-Benz wieder.
Mit 4,07 Metern Länge übertrifft der Kia ...
... die A-Klasse um 18 Zentimeter. Auch sein Radstand ist länger, ...
... doch Höhe (Venga: 1,59 Meter, A-Klasse: 1,60 Meter) und Breite (jeweils 1,76 Meter) sind praktisch identisch. Preislich trennen Kia und Mercedes Welten. Die A-Klasse kostet ab 19.427 Euro (A 160, 95 PS), den
Venga mit 90 PS-Benziner gibt es für 13.990 Euro – leider mit einer langen Aufpreisliste.
Entwickelt wurde der Venga in und für Europa. Das Design stammt vom früheren Audi-Gestalter Peter Schreyer (
TT,
A2), produziert wird der auf dem
Soul basierende Minivan im slowakischen Zilina.
Diese konsequente Ausrichtung hat ihm optisch und inhaltlich gutgetan. Der Venga ist ein durchdachter, praktisch und angenehm zu fahrender Minivan. Im Alltag bewährt er sich als überraschend funktionales Vielzweck-Auto.
Rückbank und Lehnen lassen sich stufenlos justieren, dank doppelten Kofferraumbodens entsteht entweder eine ebene Ladefläche oder ein tiefes Gepäckfach. Kias Neuer ist variabler und geräumiger (Kofferraum 314 bis 1341 Liter) als ein
VW Polo (280–952).
Allerdings ist ein voll besetzter Venga mit dem 90-PS-Basismotor überfordert. Schon unbeladen erreicht er nur mit Mühe sein Höchsttempo von 170 km/h, zudem brüllt der kleine Saugmotor dann recht laut. Also besser bei Autobahn-Richttempo bleiben und sich über sieben Liter Verbrauch freuen. Wer zurückhaltend fährt, braucht keinen Diesel.
Vier Erwachsene reisen mit reichlich Bein- und Kopffreiheit, wobei die hohe Sitzposition allen Insassen eine gute Aussicht bietet.
Die Rundinstrumente sind übersichtlich, die Anordnung klar. Leider passt die Lenkung nicht zur sicheren Straßenlage des Koreaners: Sie arbeitet leichtgängig, aber zu teigig. Für die Stadt ist das okay, aber bei Fahrten über Landstraßen fehlt die Rückmeldung.
Das Panorama-Dach steht für 900 Euro auf der Mehrpreis-Liste.
Praktisch: Im Innenspiegel ist eine Rückfahrkamera integriert. Gibt es allerdings nur im Paket (610 Euro).
Anschlüsse für USB, iPod und AUX gibt es serienmäßig ab Austattung "Vision" (ab 15.570 Euro).
Fazit von Jörg Maltzan: Der Venga liefert eine überzeugende Vorstellung. Bei Raumausnutzung, Komfort und Fahrdynamik kann er es mit den Klassenbesten aufnehmen. Obwohl die Korea-Domäne "Preis“ ein Fragezeichen verdient: Über 17.000 Euro sind kein Schnäppchen mehr. Dafür gibt Kia allerdings konkurrenzlose sieben Jahre Garantie.
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