Nach der Modellpflege des 3ers greift BMW den Audi A4 mit frischem Schwung an. AUTO BILD hat den taufrischen Münchner mit dem Ingolstädter Testprimus verglichen.
Kraftpakete unter der Haube: In beiden Limousinen schlagen Dieselherzen mit drei Litern Hubraum, Turboaufladung und weit über 200 PS. Wer fährt wem davon?
Der BMW 330d ist ein Spaß-Diesel reinsten Wassers. Beachtlich, wie die Münchner hier Sportlichkeit und Ökonomie unter einen Hut gebracht haben. Das Facelift ist ein Vollteffer.
Zügig: Der 330d sprintet in 6,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der Antritt des BMW wirkt wuchtiger als der des Audi.
Antriebsquelle: Der Dreiliter-Reihensechser ist neu im Motorenprogramm. Er schickt dank Turboaufladung 245 PS und 520 Nm Drehmoment an die Hinterräder.
Einfach laufen lassen: Eigentlich kann man den Schalthebel bei diesem 3er vergessen – in fast jedem Drehzahlbereich steht Kraft im Überfluss zur Verfügung.
Ganz schön sauber: Der 330d pustet pro Kilometer 152 Gramm CO2 in die Umwelt. Ein Stickoxyd-Speicherkat macht den BMW noch sauberer, kostet aber auch 990 Euro extra.
Geänderte Front: Durch die neuen Lufteinlässe in der Schürze zieht der BMW die Mundwinkel jetzt nach oben, die Niere bekommt eine neue Form.
Die Niere des gelifteten 3ers ist wieder eine Einheit. Beim Vorgänger war die obere Chromleiste noch an der Motorhaube angebracht.
Es werde Licht: In den überarbeiteten Scheinwerfern betonen jetzt Chromröhren die Optik. Die Coronaringe können in Kombination mit Bi-Xenon als Tagfahrlicht genutzt werden.
Die neue Form der Rücklichter – hier leuchten Schlusslicht und Blinker selbstverständlich mit LED-Technik.
Neue Perspektive: Die Außenspiegel sind deutlich gewachsen, haben ein neues Gehäuse mit zwei Sicken.
Neue Felgen im Programm: Das Schuhwerk des BMW 3er wird unter anderem um filigrane Vielspeichen-Räder ergänzt.
Vertrautes Bild: Bis auf kleine aber sehr feine Änderungen in der Materialauswahl und der Gestaltung der Oberflächen bleibt es beim bekannten Look des Dreier-Interieurs.
So sehen die Instrumente im aufgefrischten 3er aus. Die Tachonadel klettert maximal bis 250 Sachen.
Neue Größe: Der Bildschirm in der Mittelkonsole wächst auf 8,8 Zoll, die Festplatte des Navigationssystems auf 80 Gigabyte. Neu ist auch die Navi-Darstellung aus der Vogelperspektive.
Änderungen am Bedienkonzept: Das iDrive bekommt oberhalb des Controllers Schnellwahltasten für CD, Radio, Telefon und Navigation.
Neue Lage: Kundenklagen sorgten dafür, dass BMW die Fensterheberschalter ein wenig versetzte. Jetzt liegen sie besser zur Hand.
Mit 460 Litern ist der 3er-Kofferraum etwas kleiner ausgefallen, als das Audi-Gepäckabteil. Wer es per umklappbarer Rücksitzlehne vergrößern will, muss 380 Euro extra bezahlen.
Ab Ende September 2008 ist der neue Dreier zu haben. Für den Spaß-Diesel 330d werden dann mindestens 40.450 Euro fällig.
Der Alleskönner ohne große Schwächen landet auf dem zweiten Platz. Dank seines quattro-Antriebs kennt der A4 3.0 TDI keine Traktionsprobleme. Er ist nahe an der Perfektion, aber eben nicht ganz so aufregend wie der BMW.
Das Kraftpaket von Audi quetscht mit seinem Turbo aus drei Litern Hubraum 240 PS und 500 Nm Drehmoment. Die Maschine ist insgesamt leiser als die des BMW.
Auf Augenhöhe mit dem Herausforderer: Auch der A4 3.0 TDI sprintet in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Insgesamt tritt der Audi verhaltener an als der BMW, seine Dynamik ist gebremster. Dafür entschädigt der ...
... im Vergleich angenehmere Gesamtkomfort. Vor allem, wenn der A4 über die adaptiven Dämpfer verfügt.
Durstiger: Der Audi braucht im Schnitt 6,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Der BMW gibt sich mit 5,7 Litern zufrieden.
Im Audi-Cockpit gibt es kaum etwas zu verbessern: Bedienung, Materialauswahl und Verarbeitung liegen auf hächstem Niveau.
Der Audi-Motor erreicht sein maximales Drehmoment schon bei 1500 Touren. Auch im A4 3.0 TDI stagniert die Tachonadel bei 250 km/h.
Handarbeit: Wie BMW setzt Audi beim A4 serienmäßig auf ein manuelles Sechsgang-Getriebe.
Das Platzangebot auf der Rückbank unterscheidet sich bei beiden Autos kaum. Der Audi ist im Fond einen Hauch kleiner als der BMW, ...
... dafür schlägt er seinen Rivalen beim Kofferraum. Ins Audi-Heck passen mindestens 480 Liter, die umklappbare Rücksitzlehne kostet 290 Euro.
Für den A4 3.0 TDI quattro ruft Audi einen Grundpreis von 41.000 Euro aus. Damit ist der Wagen etwas teurer als der BMW.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König: "Respekt vor diesem Audi. Als Allroundtalent hat er unbestreitbare Vorzüge. Beeindruckend – und so viel besser als ein frontgetriebener A4 ohne die Fahrwerkselektronik. Aber wen schiere Perfektion ...
... eher langweilt, der sollte sich den 330d gönnen, jetzt mehr den je. Unter den Dieselofferten in diesem Segment ist er der Unterhaltungskünstler, noch dazu einer mit Öko-Meriten. Wieder mal ein echtes Motorenwerk, ein bayerisches."
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.