Wer ist für den neuen Porsche besser gekleidet: Der Sportler im Rennoverall oder der Geschäftsmann im Businessdress? AUTO BILD hat auf der Suche nach der Antwort den Panamera 4S unter die Lupe genommen.
Die Front des Panamera passt erst mal besser zum Mann mit Helm: Klar und klassisch wie beim 911, nur breiter. Die massige Statur dagegen, ...
... mit dem nicht eben schlanken Heck, dürfte dem Herrn mit Krawatte besser gefallen: In seinen Kreisen geht es ums Prestige. Davon hat der Panamera reichlich.
400 PS und 500 Nm Drehmoment setzen den Porsche in Bewegung. Der hochmoderne 4,8-Liter-V8 bollert schon im Leerlauf kräftig, lässt keine Zweifel an seinen Ambitionen. Es sind keine leeren Versprechungen, ...
... im Test peitschte er den Panamera in 4,9 Sekunden von null auf 100, in 19 Sekunden auf 200 und ...
... bis auf maximal 282 Sachen. Damit zeigt der viertürige Porsche seinen Konkurrenten auf der linken Spur die Rücklichter. Respekt, aber ...
... bei Dierk Möller-Sonntag, Chef-Tester bei AUTO BILD, will der Funke nicht so recht überspringen: "Wahrscheinlich, weil ich den Dickschiff-Porsche immer mit dem 911 Carrera vergleiche, der bei der Kurvenhatz von allen Sinnen Besitz ergreift. Mir ist der Panamera ...
... dazu zu schwerfällig und zu brav. Faszination durch Agilität und Sportlichkeit erfahre ich mit diesem Porsche jedenfalls nicht." Nun, auch wenn der Testfahrer ...
... ein paar kritische Anmerkungen hat: Der Panamera macht Spaß. Versprochen. Der Direkteinspritzer im Bug dreht gleichmäßig und locker (maximal 6700 Touren), ...
... baut früh und kontinuierlich Druck auf, ist aber keiner von den ganz wilden Reißern – diese Aufgabe dürfte der 500-PS-Turbo übernehmen.
Leise brabbelnd durch die Stadt cruisen oder ihm auf freiem Geläuf die Sporen geben – beide Gangarten beherrscht der Panamera. Der Testwagen besitzt die adaptive Luftfederung (1952 Euro) – und fährt damit außergewöhnlich komfortabel. Die Federung ...
... spricht feinfühlig auf jegliche Unebenheiten an, ganz leicht nachfedernd gleitet der Panamera souverän auch über üble Polterstrecken. Eine faustdicke Überraschung – in einem Porsche.
Wichtig ist, was hinten raus kommt: Auf Tastendruck klingt die Sportabgasanlage noch besser. Unser Tipp: immer einschalten.
Der Heckspoiler lässt sich per Tastendruck aus seiner Versenkung erheben. Das Ganze funktioniert natürlich auch von ganz alleine: raus bei Tempo 90, bei 60 km/h wieder rein.
Ein Glanzpunkt des Panamera ist gelb und verrät die leistungsstarken Keramik-Verbundbremsen. Die Stopper kosten zwar sagenhafte 8033 Euro Aufpreis, verzögern aber brachial, fast schon unheimlich. Aus Tempo 100 steht der knapp zwei Tonnen schwere Wagen schon nach 34 Metern.
Ein paar Worte zu den Abmessungen: Bei 4,97 Metern Länge, 1,41 Metern Höhe und 1,93 Metern Breite ist klar, ...
... dass es im Panamera durchaus luftig zugeht. Der große Porsche ist edel wie das Besprechungszimmer einer Privatbank eingerichtet, ...
... überhaupt nicht sportwagenmäßig karg oder nüchtern. Sondern üppig luxuriös. Und dazu äußerst sorgsam verarbeitet. Business ist das nicht mehr, sondern First Class.
Der Fond bietet mit zwei bequemen Einzelsitzen sehr viel Raum, mehr, als man vielleicht erwartet. Hier kann sich auch ...
... der groß gewachsene Banker über die Dokumente mit den Staatsanleihen beugen und das Ambiente genießen.
Der Mitteltunnel trennt die beiden Einzelsitze – und ist mit reichlich Tasten belegt. Langweilig wird's also auch hinten nicht.
Wer vier Personen transportieren will, sollte auch an deren Gepäck denken. Porsche stellt den Panamera-Passagieren einen mindestens 445 Liter großen Kofferraum zur Verfügung.
Wenn die Rücksitzlehnen nach vorne gefallen sind, bietet der große Zuffenhauser sogar 1263 Liter Stauvolumen unter der Heckklappe – ein rasender Lastesel. Die Zuladung liegt bei 466 Kilogramm.
Klappbare Lehnen, großer Kofferraum – ist das jetzt noch ein echter Porsche, oder was? Keine Sorge, ist es. Und wie. Das fängt mit der tiefen, perfekten Sitzposition an und ...
... hört mit den klassischen Instrumenten noch lange nicht auf, bei denen ...
... der Drehzahlmesser groß in der Mitte liegt, wie es sich gehört. Gestartet wird selbstverständlich markentypisch links vom Lenkrad, allerdings schlüssellos per Drehknauf.
Schalterarmada: Die Mittelkonsole trägt jede Menge Tasten, angeordnet wie bei diesen ultrafeinen Vertu-Handys.
Nicht komplett überzeugen kann uns das beim 4S serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe. Das bleibt im Alltag zwar unauffällig und schaltet weich und schnell, nicht aber bei härterer Gangart: Da versucht es ...
... im manuellen Modus (bedienbar natürlich auch über die Schaltwippen am Lenkrad), schlauer zu sein als der Fahrer, und hält grundsätzlich die Gänge viel zu lange.
Prominent auf der Mittelkonsole thront der Bordmonitor mit Touchscreen wie im 911. Dazu gibt es genügend Elektronik-Gimmicks, ...
... die Lifestyle-Befindlichkeiten nicht zu kurz kommen lassen. Gut, eine Mehrzonen-Klimaautomatik ist im Marktumfeld des Panamera natürlich Standard, aber ...
... der Porsche kann noch einiges mehr: sportlicher sein per "Sport"-Taste, noch sportlicher mittels Druck auf "Sport plus" oder das Fahrwerk mit drei verscheidenen Dämpferstufen modifizieren. Und das ist nur eine kleine Auswahl der Features.
Die Stoppuhr auf dem Armaturenträger gehört zum bekannten Sport-Chrono-Paket. Im Panamera kostet es 1095 Euro.
Ganz teurer Schlüssel: Der Panamera 4S steht mit 102.251 Euro in der Liste, beim Testwagen kommen jede Menge Aufpreise, unter anderem für die Luftfederung, ...
... die Keramikbremsen und vieles mehr, hinzu, die den Wagen auf 119.103 Euro verteuern – auch damit passt er wohl grundsätzlich besser zu dem Herrn im feinen Tuch.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Viel Platz, hoher Komfort, luxuriöse Ausstattung – wer hätte das von Porsche gedacht? Haben sie damit ...
... ihre Seele verkauft? Ganz bestimmt nicht, der Panamera ist ein echter Porsche. Auch wenn er ein mächtiges Dickschiff ist und ...
... nicht ganz so sportlich-perfekt wie seine Brüder. Andersrum wird ein Schuh draus: Welche Fünf-Meter-Limousine fährt so sportlich? Genau."
Der schärfste Gegner des Panamera bringt sich langsam in Stellung: In Kuwait, wo selbst die Sandkörner kurz vor der Verflüssigung stehen, fühlt Aston Martin ...
... seinem nagelneuen Rapide gehörig auf den Zahn. Der Viertürer, der auf der IAA 2009 Premiere feiern wird, muss letzte Hitze-Tests überstehen.
Aston Martin baut ja seit einiger Zeit beachtliche Coupés und Cabrios, zeitlos schöne Autos – demnächst sogar mit vier Türen. Die Herausforderung war, den Technikspender DB9 so umzubauen, dass die feine Linienführung erhalten bleibt. Gelungen.
Alle Daten rücken die Engländer natürlich noch nicht raus, aber der Aston macht sich ziemlich genau fünf Meter lang und 1,93 Meter breit. Der Radstand wuchs gegenüber dem DB9 um fast 25 Zentimeter auf knapp 2,99 Meter. Den ausgewogenen Proportionen ...
... schaden diese üppigen Dimensionen nicht, im Gegenteil: lange Motorhaube, geduckter Aufbau, perfekt integrierte Fondtüren, elegantes Heck.
Der mächtige Sechsliter-V12 im Rapide-Bug wird in Köln per Hand gefertigt. Er leistet 470 PS, 600 Nm Drehmoment liegen bei 5000 Touren an. Probleme mit den 1950 Kilo Leergewicht des Wagens, etwa 100 Kilo mehr als beim DB9, hat er keine.
Spät am Abend sinken die Temperaturen in Kuwait City auf ein erträgliches Maß – dann bevölkern sich Straßen und Gehwege. Im Hintergrund leuchtet die Skyline, vorne der Aston Martin – durchaus beeindruckend.
Der flache, nur 1,36 Meter hohe Rapide ist ein echter Blickfang, der Morning-Frost-Lack schimmert edel.
Leuchtendes Überholprestige: Die schmalen Scheinwerfer erhalten Unterstützung von einem Tagfahrlicht aus LEDs.
Aufschwung: Die vier Türen des edlen Engländers klappen leicht nach oben und ...
... machen den Weg in den Innenraum frei. Hinten gibt es zwei sportliche Einzelsitze, die ausreichend bequem sind. Und es gibt umklappbare Rückenlehnen wie im Porsche Panamera. Alles am Aston wirkt edel verarbeitet, Holz und Leder dominieren.
Test bestanden, der Rapide macht sich aus dem Staub. Jetzt darf er zur IAA rollen und in klimatisierten Messehallen mit dem Panamera um die Gunst des Publikums buhlen.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.