Die brandneue E-Klasse fordert das automobile Oberhaus zum ersten Vergleich. Als Gegner für den E 350 CGI sind Audi A6 3.0 TFSI, BMW 540i, Jaguar XF 4.2 V8 und Volvo S80 T6 angetreten.
Test the best: Auf dem Bridgestone-Testgelände nahe Rom müssen sich die fünf Konkurrenten der kritischen Betrachtung von 29 AUTO BILD-Chefradakteuren stellen. Welche Edellimousine sieht die hochkarätige Jury am Ende vorne?
Mit 17,5 von 25 möglichen Sternen landet der Volvo S80 T6 auf dem geteilten vierten Platz. Der geradlinige Schwede überzeugt mit kühler nordischer Ausstrahlung, der Komfort ist in dieser Klasse aber mäßig. Preis: ab 49.220 Euro.
Der drei Liter große Reihensechser im Volvo weiß zwar mit Laufruhe zu gefallen, die 285 PS und 400 Nm Drehmoment gehen aber ...
... vergleichsweise gelassen zu Werke. Und auch die unentschlossene Sechsstufen-Automatik verhindert, dass der allradgetriebene T6 zum Temperamentsbolzen wird.
Den Sprint auf Tempo 100 absolviert der Volvo in 6,9 Sekunden, maximal sind 250 Sachen drin. Mit seinem schwammigen Fahrverhalten und der indifferenten Lenkung kennt der schwarze Schwede den Begriff Sportlichkeit allerhöchstens vom Hörensagen.
An diesem Arbeitsplatz geht man gern auf Reisen, nur die vielen kleinen Schalter trüben den Genuss.
Die großen Sitze bieten guten Komfort, das rutschige Leder (ab 1690 Euro Aufpreis) mindert allerdings den Halt.
Für 2100 Euro extra wird der Volvo-Fond zum mobilen DVD-Kino. Vorraussetzung dafür ist das Audio-Paket, das ab 610 Euro zu haben ist.
Kino-Technik im Kleinformat: Der DVD-Player steckt nebst weiteren Anschlüssen und Fernbedienung in der Mittelkonsole zwischen den vorderen Sitzen.
Der zweite Viertplatzierte ist mit ebenfalls 17,5 Sternen der Jaguar. Der XF 4.2 gefällt mit modernem Design und sonorem V8, der ihn zusammen mit der tollen Ausstattung aber zu teuer macht. Preis: 62.180 Euro.
Rarität: Den 4,2-Liter-V8 mit 298 PS und 411 Nm Drehmoment gibt es nur noch vereinzelt beim Händler. Mittlerweile hat Jaguar auf fünf Liter Hubraum und mindestens 385 PS nachgelegt. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn die Tachonadel stagniert erst bei 250 km/h.
... der Brite bollert los mit sportlichem Sound und lässt den Abstand auf die drei deutschen Konkurrenten nie wirklich groß werden: Tempo 100 ist nach 6,5 Sekunden erreicht, ...
Das aufgeräumte Cockpit des XF setzt auf moderne Architektur, die Qualität liefert wenig Anlass zur Kritik.
Da geht mehr: Die bequem gepolsterten Sitze könnten noch besser ausgeformt sein.
Nette Spielerei: Das Handschuhfach öffnet auf Berührung eines kleinen Sensors – sanft und lautlos.
Für den Fall der Fälle: Gegen mögliche Reifenpannen ist bei Jaguar ein Notrad an Bord.
Platz drei geht mit 20,5 Sternen nach München: Was das Fahren angeht, muss sich der BMW 540i absolut nichts vorwerfen lassen. Wie beim Jaguar treibt aber der V8 den Preis nach oben – auf mindestens 58.290 Euro (inklusive Automatik).
Samtweich: Mit der Laufkultur eines V8 können die beiden V6 im Vergleich nicht konkurrieren. Unter souveränem Säuseln gibt die vier Liter große BMW-Maschine 306 PS und 390 Nm Drehmoment an die Hinterachse weiter.
Die Fahrleistungen: Tempo 100 erreicht der BMW 540i nach 6,2 Sekunden, erst bei 250 km/h muss sich der Vortriebsdrang dem Begrenzer beugen. Klare Positionierung: Der BMW 5er gehört in der Oberklasse immer noch zu den agilsten Vertretern.
Böser Blick? Das Tagfahrlicht steckt beim 5er in den sogenannten Corona-Ringen.
Der BMW glänzt mit hochwertiger Verarbeitung. Sein iDrive funktioniert mittlerweile besser denn je, glücklich wird damit aber noch längst nicht jeder.
In diesen Polstern begibt man sich gern auf große Tour. Leder kostet ab 2010 Euro etxra.
Der Automatik-Wählhebel sieht futuristisch aus, bietet sonst aber keinen Bedienvorteil.
Knapp geschlagen mit 22 Sternen auf dem zweiten Platz: der A6 3.0 TFSI quattro. Schon fünf Jahre dabei und immer noch ganz weit vorn. Der vergleichsweise günstige Audi überzeugt als feiner Sportler. Preis: ab 48.600 Euro.
Der Audi-V6 setzt auf die Macht des Kompressors: Aus drei Litern Hubraum presst der mechanische Lader 290 PS und 420 Nm Drehmoment, die ...
... per Allradantrieb auf die Straße gebracht werden. Das funtkioniert so gut, dass der A6 den Sprint auf Tempo 100 in 5,9 Sekunden schneller als die gesamte Konkurrenz absolviert. Bei 250 km/h ist auch bei Audi Schluss.
Der Ingolstädter in seinem Element: Kurvenräubern gehört zu den Paradedisziplinen des handlichen Allrad-A6.
Starker Lidstrich: Bei Audi bilden weiße LEDs das Tagfahrlicht.
Der Arbeitsplatz im A6 wirkt nicht gerade aufregend, setzt funktional und qualitativ aber immer noch Maßstäbe.
Diese wunderbaren Sitze machen A6-Fahren zum Vergnügen. Sie kosten aber 605 Euro extra.
Die Mischung aus zentralem Controller und umliegenden Tasten heißt bei Audi MMI – es funktioniert tadellos.
Auf Anhieb ganz vorne: Den ersten Vergleichstest gewinnt die komfortable und neuerdings auch fahraktive E-Klasse als E 350 CGI mit 23 von 25 möglichen Sternen. Preis: ab 51.944 Euro.
Wer braucht da eigentlich noch einen V8? Der 3,5 Liter große V6 im Mercedes schickt 292 PS und 365 Nm Drehmoment über eine Siebenstufen-Automatik an die Hinterräder. Gleichmäßig zieht der Direkteinspritzer ...
... aus niedrigen Drehzahlen hoch und schreckt auch vor Ausdrehen nicht zurück. So sprintet der C 350 CGI in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 250 km/h.
Gelungene Mischung: Die neue E-Klasse erreicht fahrdynamisch ein überraschend hohes Niveau, der Komfort leidet trotzdem nicht.
Das E-Klasse-Cockpit verlangt mit seinen vielen Knöpfen ein gutes Gedächtnis, die gute Verarbeitung und Qualitätsanmutung lassen die 29 AUTO BILD-Chefredakteure dafür entspannt lächeln.
Die Multikontursitze für 1488 Euro extra vermitteln den Eindruck, dass man darin eine Weltumrundung locker aushalten würde.
Ab Sommer 2009 gibt es gegen einen Obolus von 2261 Euro in der zweiten Reihe großes DVD-Kino, ...
... der Dreh-Drück-Steller wie in der S-Klasse fährt hingegen stets aufpreisfrei mit.
Praktisch: Falttasche für Kleinkram an der oberen Kofferraumkante.
Das Fazit: "Die neue E-Klasse erscheint – anders als ihr Vorgänger – von Anfang gut aufgestellt, bietet feine Qualität, hohen Komfort und ein angenehm agiles Handling. Das reicht trotz des selbstbewussten Preises, um die Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen."
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