Geht man nur nach seinem Namen, ist der Routan, der irgendwie nach Sharan und Touran klingt, ein waschechter Volkswagen. Dabei steckt unter dem Blechkleid ein fast sortenreiner Grand Voyager.
Freundliche Leihgabe: Karosseriestruktur, Antrieb, Elektronik und Chassis stammen von Chrysler, wo der Siebensitzer auch vom Band läuft.
Optisch ist der Routan ein echter VW: Klare Linien, glatte Flächen und ein ...
... Chromlätzchen-Grill nach Tiguan-Art.
Amerikanisches Herz: Auch der V6-Benziner kommt vom ehemaligen Mercedes-Partner. Als 3,8-Liter leistet er 200 PS, in der von AUTO BILD gefahrenen Vier-Liter-Version 256 PS. Beide Aggregate glänzen nicht gerade mit Laufkultur, ...
... sind durstig und damit unbrauchbar für den europäischen Markt. Konsequenz: Der Routan wird zunächst nur in Nordamerika angeboten, wo VW die riesige Lücke zwischen Passat Variant und Multivan schließen will.
Fahrleistungen: Mit dem großen V6 sprintet der Routan in glatten neun Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal sind 215 km/h drin, die man in Amerika eigentlich nur auf abgesperrten Highspeed-Ovals fahren darf.
Die dynamischen Eigenschaften des VW-Chrysler sind unauffällig: ordentlicher Komfort, durchschnittliche Lenkung, mittelmäßige Bremsen, Traktionsschwächen bei voller Beladung.
Alles einsteigen: Die großen Schiebetüren kennt man vom Grand Voyager. Sie lassen sich auf Wunsch auch elektrisch betätigen.
Sachlich, nüchtern: Das Cockpit des Routan zeigt sich aufgeräumt, ...
... der Wählhebel der Automatik liegt griffgünstig im Armaturenbrett. Ein manuelles Schaltgetriebe ist nicht verfügbar.
Infocenter: Vier klassische Rundinstrumente halten den Fahrer auf dem Laufenden.
Multimedia-Talent: Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur den richtigen Weg und das Bild der Rückfahrkamera, es wird auch mit Film-DVDs fertig. Außerdem lassen sich am Audiosystem ...
... weitere Geräte über die USB-Schnittstelle anschließen.
Dreizonen-Klimaautomatik: Die Temperaturen für Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere lassen sich getrennt einstellen.
Unglaublich geräumig: Das Gepäckabteil schluckt 926 Liter, lässt sich ...
... durch Zusammenlegen der hinteren Sitzbank auf satte 4100 Liter vergrößern.
Das Fazit von AUTO BILD-Autor Georg Kacher: "Da gibt es in Amerika einen großen deutschen Van für kleines Geld. Also rüberholen? Besser nicht. Denn der Routan ...
... ist weit weg von deutschen Tugenden und Ansprüchen. Vor allem die durstigen Sechszylinder und die Händler-Probleme machen eindeutig klar: Lasst ihn drüben!"
Der Genspender des Routan ist die vierte Auflage des Grand Voyager. Außen trägt der Chrysler ein unscheinbares Allerwelts-Gesicht, ...
... innen überrascht er mit ordentlich gemachtem Cockpit. Gelungen ist auch die moderne Armaturenlandschaft. Wobei angesichts des verwendeten Kunststoffes gilt: anschauen ist angenehmer als anfassen.
In der jüngsten Generation gibt es nur noch den Grand Voyager, die Kurzversion Voyager entfällt. Der auf 5,13 gewachsene Siebensitzer wirkt deutlich solider als das seit 2001 angebotene Modell.
Größter Schwachpunkt des 2.8 CRD ist der Grauguss-Selbstzünder, der wie ein Relikt aus vergangenen Diesel-Tagen wirkt – lahm und laut. Schuld daran ist vor allem die serienmäßige Sechsgang-Automatik, die dem V6-Ottomotor entliehen, aber offenbar überhaupt nicht angepasst wurde.
In Fahrt fällt der erheblich verbesserte Komfort auf. Dank der Verbundlenkerachse im Heck, die nicht stakst und trampelt wie die bisherige Starrachse. Der Chrysler Grand Voyager 2.8 CRD geht mit rund 35.000 Euro auch in den deutschen Handel.
Die Vordersitze verdienen – wie die Sitzposition ebenfalls Lob. Konkurrenzlos ist der Grand Voyager, wenn es darum geht, mit einer Horde gelangweilter Kinder Langstrecken zu bewältigen. Denn was seine Optionsliste hergibt, macht ihn ...
... zum mobilen Entertainer: drehbare Einzelsitze in Reihe zwei, ein einsteckbarer Spieltisch, zwei Bildschirme im Dach und, und, und. Das riesige Platzangebot, der sehr variable Innenraum und die umfangreiche Ausstattung sind die Stärken dieses Raumriesen.
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