Kurz nach der Jahrtausendwende stand die Tuning-Welt Kopf: Plötzlich waren Spoiler-Theken, Plastikschürzen und Fantasy-Sticker cool. Und: japanische Autos. Der Grund war die Kinopremiere von "The Fast and the Furious". Endlich hatten PS-Freaks der Neuzeit ihren Autofilm. Autos wie ...
... der Mitsubishi Eclipse erlangten den Ruf, eine waschechte Heizerkarre zu sein. Film-Sheriff Brian O'Connor ließ sich seinen Eclipse mit einer Lachgas-Einspritzung aufrüsten. Damit war die Spoilerbude zwar sauschnell, ...
... aber nicht schnell genug. Autoschieber Dominic Toretto hielt mit seinem Mazda RX-7 und NOS-System nicht nur dagegen, sondern erteilte fleißig Lektionen.
Der VW Jetta fristete bis "The Fast and the Furious" bei uns als Vento ein Dasein als Noname. Golf III mit Stufenheck? Braucht keiner. Ausgestattet mit sportlichem Rüstzeug und Hubraum-starker VR6-Engine sieht's schon ganz anders aus.
Als echter Actionheld fährt man in einem Tuning-Film selbstverständlich nicht nur ein Auto: Nachdem Undercover-Cop Brian O'Connor seinen grünen Eclipse durch eine Explosion verlor, stieg er auf einen getunten 95er Toyota Supra um. Der Reisbrenner schlechthin. Gegen das PS-Monster sieht ein Serien-Ferrari keine Sonne.
Aufgemotzt eignet sich so ein quirliger Honda Civic bestens als Highchecker-Car. Im ersten Teil von "The Fast and the Furious" nutzt die Gauner-Truppe um Dominic Toretto den Tuning-Evergreen für Überfälle auf Autotransporter.
Wer alte amerikanische Autos als minderwertige Gebrauchtwagen abstempelte, wurde spätestens 2001 eines Besseren belehrt. Nach der Kinopremiere von TFATF schossen die Preise für Dodge Charger abrupt in die Höhe. Als R/T und mit Kompressor ringt das Muscle Car so ziemlich jede Konkurrenz nieder. Und auch für Gangster gilt: Ein Auto ...
... ist kein Auto. Also flüchtet der Oberboss am Ende des Streifens mit einem 70er Chevrolet Chevelle SS – 7,4 Liter Hubraum, 365 PS – Richtung Mexiko. Und tschüss!
"2 Fast 2 Furious" geht es 2003 mit leicht verdrehten Rollen weiter. Der Cop macht jetzt auf Hobby-Bandit, der Oberschurke weilt im Exil. Weiter im Spiel: rasend schnelle Autos. Im zweiten Teil ...
... darf der Mazda RX-7 nicht fehlen. Der Wankel-Sportler hat sich schließlich als Sportgerät für illegale Straßenrennen bewährt. Ein RX-7 vom Band hat mindestens 280 PS. Mit Tuning freilich deutlich mehr.
Der hat Tradition, der war schon immer geil: Mitsubishi Lancer. In "2F2F" tritt der Rallye-Sportwagen als Evo VII auf.
1969 schon kein Schnäppchen, heute unbezahlbar: Chevrolet Camaro Yenko SYC. Unter der Haube bollert ein Siebenliter-V8 mit schlappen 611 PS. Aktuelle Preisspanne: 270.000 bis 2,2 Millionen US-Dollar.
Mauerblümchen: Den Mitsubishi Eclipse GS-T Spyder gab es offiziell nicht mal als geschlossene Version bei uns. Im Serienzustand dübelt so ein GS-T (V6-Turbo) in 7,2 Sekunden auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h. Im Film wird der Wagen von Tyrese Gibson als Roman Pearce pilotiert.
Girly-Power: In der Fast-and-Furious-Reihe kommt auch die weibliche Racer-Zunft nicht zur kurz. Devon Aoki aka Suki macht ihren männlichen Mitstreitern mit einem aufgebrezelten Honda S2000 das Leben schwer. Immer im Gepäck: NOS-Flaschen für eine feurige Zwischenzündung.
Der japanische Mustang oder auch Nippon Porsche: Ab "2 Fast 2 Furious" war das Höllengerät aus ...
... Kanagawa der Renner bei Tuning-Fans weltweit. Leistung im Serientrimm: 280 PS, in 5,7 Sekunden auf Tempo 100.
Alles anders in "The Fast and the Furious: Tokyo Drift". Der dritte Teil (2006) spielt in der Tuningszene Japans. Bis auf den Einsatz von Dominic Toretto in der Schlusszene ist der komplette Cast neu besetzt. Die Fans zeigten sich irritiert. Heute rangiert "Tokyo Drift" ...
... in der Beliebtheit ganz weit oben. Wieder dabei: ein Mazda RX-7. Im Film wird der mit einem Veilside-Bodykit aufgemöbelte Sportwagen von Han Seoul-Oh alias Sung Kang gefahren.
Hauptdarsteller Lucas Black lernt als Sean Boswell im Mitsubishi Lancer Evo VIII das in der Japan-Szene so beliebte Drift-Handwerk. Was einfach aussieht, ...
... ist schwerer als gedacht. Brian Tee, der "Drift King", erteilt dem amerikanischen Heissporn mit einem Nissan 350Z eine folgenschwere Abreibung. Optisches Tuning: Veilside Bodykit.
Der Ford Mustang Shelby GT II passt so gar nicht ins Fahrzeugaufgebot von "The Fast and the Furious 3". So wird ein Schuh draus: Unter der Haube schüttelt sich kein Ford-Motor, ...
... sondern ein Nissan-RB26DETT aus dem Modell Skyline. Umgebaut zum Single-Turbo.
Der vierte Teil des Action-Spektakels ist bekannt unter dem Titel "Fast & Furious – Neues Modell. Originalteile". Han Seoul-Oh (aus Tokyo Drift) fährt am Anfang einen 63er Chevi Custom Fuel Heist Truck mit Crate-V8.
In Teil vier kamen zu japanischen Sportwagen und Muscle Cars auch Boliden der späten Achtziger und Neunziger. Der Buick GNX von 1987 (auf Basis Buick Regal) erfreut sich seitdem großer Beliebtheit als spätes "Muscle Car". Gefahren wird der Wagen von Dominic Toretto, der wie Paul Walker ...
... und viele Darsteller der ersten Stunde wieder mit von der Partie ist. Walker bleibt jedoch seiner Vorliebe für japanisches Blech treu. Kandidat eins: Nissan Skyline GT-R R34.
Kandiat zwei: Subaru Impreza WRX STi von 2008.
Ein alter Bekannter: In "Fast & Furious 4" taucht übrigens der zwischenzeitlich wieder aufgebaute Dodge Charger R/T aus Teil eins auf. Dort hauchte er infolge eines Überschlags sein Leben aus.
Dreht auch im vierten Teil seine Runden: 72er Ford Gran Torino Sport mit bis zu 7,5 Liter Hubraum. Vin Diesels "Feuerwehrauto", ...
... der 73 Camaro "F-Bomb". Beim Filmauto handlet es sich jedoch um einen Nachbau des 1500 PS starken Originals von Szene-Größe David Freiburger.
Teil fünf mit dem Titel "Fast Five" kam im Sommer 2011 in die deutschen Kinos. Viele Schauspieler aus den ersten Teilen wirkten mit. Die Mission der Truppe: Geld auftreiben und sich anschließend zur Ruhe setzen. Einer der Einsatzwagen von Ober-Panzerknacker Dominic Toretto ist ein 1970er Dodge Charger. Bekannterweise ...
... halten die Autos in Torettos Hand nicht allzu lange. Unter anderem leistet ihm ein Dodge Challenger SRT8 gute Dienste.
Ex-Polizist Brian O'Conner pilotiert auch in "Fast Five" mit Vorliebe Japaner: Datsun Skyline GT-R von 1972.
Die Truppe um Dom und Brian besitzt außerdem einen seltenen Koenigsegg CCXR mit über 1000 PS.
Diebesgut: Bevor sich die Truppe einen schönen Lebensabend machen kann, muss der ein oder andere Auftrag erledigt werden. Beim Autoklau kennen die Jungs und Mädels sich aus. Ein 66er Ford GT40 ...
... und ein De Tomaso Pantera (1971) werden von den Gaunern gecatcht.
Preisgeld: gewonnener Porsche 911 GT3.
Testwagen: Wo Toretto und O'Conner sind, ist ein Toyota Supra nicht weit. Fortsetzung folgt – spätestens mit Teil sechs.
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