"Test the best" – unter diesem Motto haben 29 Chefredakteure der AUTO BILD-Familie nach dem intelligentesten Mini gesucht.
Mini-Champs: Toyotas iQ will der neue feine Kleine sein. In der Nähe von Rom traf er auf Ford Ka, Smart fortwo und Fiat 500.
Hier wurde getestet: der Bridgestone European Proving Ground rund 30 Kilometer südlich der italienischen Hauptstadt.
Experten unter sich: Fanny Glazenburg (Holland) und der Franzose Laurent Chiapello.
Vier Kleine, die hohe Wellen schlagen: Fiat 500, Smart fortwo, Ford Ka und Toyota iQ am Mittelmeerstrand von Nettono bei Rom.
Moderne Kunst: Das Rundstück Fiat 500 ist ein Gute-Laune-Auto – und auf dem Weg, ein Klassiker zu werden, wie der Smart schon ist. Der Ford Ka ist ...
... ein unauffälliger Kleinwagen, überzeugt im Test aber mehr als der brandneue Herausforderer Toyota iQ.
Gassenhauer: In den engen Straßen von Nettuno können die vier Stadtflitzer ihre Wendigkeit ausspielen.
Vier Minis, vier mal ganz unterschiedliche Typen: Beim iQ fällt vor allem auf, wie breit er sich macht. Mit 1,68 Metern ist er über 12 Zentimeter breiter als der Smart, mit dem er sich ...
... am Ende den dritten Platz teilen muss. So richtig überzeugen kann der Japaner die 29 Tester nicht. Vor allem das Design ...
... des iQ polarisiert stark. Der Toyota orientiert sich optisch eindeutig am Smart, aber ...
... die für die kleinen 15-Zöller viel zu großen Radhäuser lassen den Wagen "wie auf Stelzen laufen", findet Sergio Veiga aus Portugal.
Den iQ fest im Blick: Fischer Dario am Yachthafen des kleinen Fischerortes Nettuno. Ihm gefällt der Neue in der Kleinwagen-Liga.
Der Japaner wird von einem Dreizylinder mit einem Liter Hubraum in Bewegung gebracht. Das Aggregat mobilisiert 68 PS und 91 Nm Drehmoment.
In 14,7 Sekunden geht es im Toyota aus dem Stand auf Tempo 100, maximal sind 150 km/h drin. Verbrauch: 4,3 Liter Super auf 100 Kilometer im Durchschnitt.
Tito Klein, Chefredakteur AUTO BILD Spanien, lobt die gute Fahrdynamik. Tatsächlich liegen die vier Räder des breiten und kurzen iQ fast im Quadrat auf der Straße, was dem Handling spürbar gut tut. Die Tester haben den Eindruck, als wende der Wagen auf der Stelle.
Hereinspaziert: Weit öffnende große Türen erleichtern den Einstieg in den iQ. Ungewöhnlich ist die Position des Beifahrers, der schräg vor dem Fahrer sitzt und so Platz macht für einen weiteren Erwachsenen in Reihe zwei.
Wenig überzeugend: Auf dem braunen Billig-Plastik im Innenraum hinterlassen viele Tester mit ihren Eheringen Kratzer, die nie weider weggehen. Auch das Design verstört.
Finger weg: Der Toyota sortiert seine fünf Gänge automatisch.
Der iQ-Vorteil: Sind nur zwei Passagiere an Bord, bietet die umlegbare Rückbank ausreichend Platz. Der Kofferraum schluckt zwischen 32 und 238 Liter.
Da hört der Spaß spätestens auf: Für einen Toyota iQ werden mindestens 12.700 Euro fällig. Da kann die Qualität des Japaners leider nicht mithalten.
Auf Augenhöhe mit seinem Hauptgegner: Den ersten Angriff des Toyota iQ kann der Smart fortwo parieren und landet gemeinsam mit dem Japaner auf dem dritten Platz.
Das Kürzel mhd steht für "micro hybrid drive" (Mikro-Hybridantrieb) – und führt völlig in die Irre. Denn der Smart fortwo mhd fährt ausschließlich per Ottomotor. Einziger Unterschied zum bekannten Benziner: Bremst der Fahrer auf unter acht km/h ab, ...
... schaltet sich der Dreizylinder im Heck aus. Die Ein-Liter-Maschine schickt 61 PS und 89 Nm Drehmoment in den Antriebsstrang.
Schnell ist anders: Bis der Smart Tempo 100 erreicht, vergehen bei Vollgas 16,7 Sekunden. Auch 145 km/h Spitze reichen in diesem Vergleich nur für den letzten Platz.
Bekanntes Problem: Die Halbautomatik des Smart nervt beim Schalten nach wie vor mit Ruckeln. Das gibt Abzüge ...
... im Antriebskapitel, in dem der fortwo am Ende deutlich hinter seinen drei Konkurrenten landet.
Unverwechselbar: Der Armaturenträger des Smart wirkt cool, aber nicht billig, ...
... findet auch Goran Kerim, Chefredakteur von AUTO BILD Mazedonien.
Sparmodus abgeschaltet: Die Normalfahrt ist jederzeit per Knopfdruck möglich.
Deutlich größer als der iQ: Hinter die Heckklappe des Smart fortwo passen zwischen 220 und 340 Liter.
Deutlich preiswerter als der iQ: Ein fortwo Coupé mhd gibt es ab 9850 Euro. Im Gegensatz zum Toyota haben im Smart aber nur zwei Personen Platz.
Der italienische Teil des Zwillingspärchens Ka/500 landet knapp von seinem Technikbruder geschlagen auf dem zweiten Rang.
Im Fiat steckt ein 1,2 Liter großer Vierzylinder, der 69 PS und 102 Nm Drehmoment mobilisiert. Damit wird der 500 ...
... zum Chefdynamiker in diesem Vergleich: Tempo 100 erreicht er nach 12,9 Sekunden, bei 160 km/h kommen Vortriebsdrang und Tachonadel zum Stillstand. Leider kostet das auch 5,1 Liter Sprit im Durchschnitt. Und das, obwohl ...
... im Fiat 500 Pur-O2 moderne Spritspar-Technik steckt. Das Start-Stopp-System kommt von Bosch, und steckt auch in den "Efficient Dynamics"-Modellen von BMW.
Mit der Spartechnik (das System lässt sich auch per Knopfdruck abstellen) wird der kleine Italiener noch attraktiver, notiert Alexandru Sincan aus Rumänien.
Nicht gerade ein Transport-König: In den Kofferraum passen zwischen 185 und 610 Liter.
Das zweitteuerste Angebot: Für einen Fiat 500 muss man mindestens 10.900 Euro übrig haben. Den Kult gibt es gratis dazu.
Das neue Pur-O2-Logo soll übrigens demnächst an diversen Fiat-Modellen kleben. Den Anfang macht der 500er, dann kommen Bravo und Croma.
29 Chefredakteure von AUTO BILD haben ihre Wahl getroffen: Der beste Kleinwagen beim großen Auto-Gipfel heißt Ford Ka. Vor allem beim Platzangebot und beim Komfort kann der kleine Kölner punkten.
Im Ka steckt das gleiche Herz wie im 500: 1,2 Liter Hubraum, vier Zylinder, 69 PS und 102 Nm Drehmoment. Obwohl der Ford mit 940 Kilogramm exakt so schwer ist wie der Fiat, ...
... muss er seinen italienischen Bruder bei den Fahrleistungen doch ziehen lassen. Der Ka braucht für den Sprint auf Tempo 100 13,1 Sekunden und erreicht maximal 159 km/h.
Dort, wo der Fiat 500 recht steifbeinig und mit wenig Feingefühl über schlechte Pisten stolpert, hat der neue Ka deutliche Vorteile. Komfort und Handling stimmen. Und damit auch der Fahrspaß.
Hier gibt natürlich auch die Lenkung ihren Senf dazu: Obwohl sie wie beim Fiat elektrisch betrieben ist, fühlt sie sich fast an wie eine hydraulische. Das Lenkgefühl, das Wissen, was die Räder da unten gerade anstellen, ist wirklich gut.
Trotz aller Ähnlichkeiten mit seinen Ford-Brüdern kann man dem Ka-Cockpit doch eine eigene Linie bescheinigen. Der hochgelegte Schaltknüppel dokumentiert die Verwandtschaft zum Fiat 500, ansonsten gibt sich ...
... der Ka nicht nur wegen des großen Logos auf der Mittelkosole eigenständig.
Der größte Schluckspecht des Vergleichs: Ins Ka-Heck passen zwischen 224 und 710 Liter.
Den kleinsten Ford gibt es ab 9750 Euro – das günstigste Angebot. Offizieller Verkaufsstart des Ka ist bei uns der 14. Februar 2009.
Das Fazit: "Wer clever ist, baut einen Stadtflitzer, der nicht billig wirkt, Platz bietet und unter 10.000 Euro kostet. Über die Form des iQ kann man streiten, ...
... nicht über das Billig-Material und den dafür zu hohen Preis. Schlauer ist die Schlichtheit des Testsiegers Ka, der durchdacht ist, aber kein Angeber. Der Ka ist smarter als der iQ."
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