Neuer Stoff für einen neuen Rückruf? Aus Japan und den USA gibt es Beschwerden über Bremsprobleme beim Toyota Prius. Beim Fahren über unebene oder rutschige Straßen sollen sie kurzzeitig nicht funktionieren, heißt es. Eine Ursache für die Bremsprobleme soll die mögliche Fehlfunktion eines Sensors sein, wenn das Bremskontrollsystem einen Schlag erhält. Toyota-Chef ...
... Akio Toyoda hat allen Grund, missgelaunt zu sein – angesichts des Massen-Rückrufs, den der Konzern wegen klemmender Gaspedale zurzeit sowieso schon planen muss. Am 29. Januar 2010 hatte die Rückrufwelle wegen Problemen mit klemmenden Gaspedalen Europa erreicht, der japanische Autobauer muss auch dort bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge ...
... in die Werkstätten odern. Am 1. Februar stand endlich die technische Ursache fest: Kondenswasser kann an bestimmten Komponenten des Gaspedals zu erhöhter Reibung führen. Das wiederum führt dazu, dass das Gaspedal möglicherweise langsamer als gewohnt in seine Ausgangsstellung zurückkehrt ...
... oder – ganz gefährlich – in gedrückter Position hängenbleibt. Diese Illustration zeigt, womit Toyota Abhilfe schaffen will: Ein präzise gefertigtes Distanzstück (rot markiert) reduziere den Anpressdruck zwischen den beiden Oberflächen. Folge: Geringere Reibung, das Pedal rückt widerstandslos in seine Ausgangsposition zurück.
In Europa sind bis zu 1,8 Millionen Autos betroffen. Auf dem europäischen Markt geht es geht um acht Modelle: Toyota Aygo (Februar 2005 - August 2009), ...
... Toyota iQ (November 2008 - November 2009), ...
... Toyota Yaris (November 2005 - September 2009), ...
... Toyota Auris (Oktober 2006 - 5. Januar 2010), ...
... Toyota Corolla (Oktober 2006 - Dezember 2009), ...
... Toyota Verso (Februar 2009 - 5. Januar 2010), ...
... Toyota Avensis (November 2008 - Dezember 2009), ...
Toyota RAV4 (November 2005 - November 2009).
In den USA wurden wegen des hängenden Gaspedals bereits Fahrzeuge im Millionenumfang in die Werkstätten gerufen. Deshalb hat Toyota eine FAQ-Liste ins Internet gestellt, die die wichtigsten Fragen von Toyota-Fahrern beantworten soll.
"In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, dass das Gaspedal nicht mit gewohnter Geschwindigkeit in seine Ausgangslage zurückkehrt. Vereinzelt kann es in der getretenen Position verbleiben."
"Kondenswasser, das durch den Einsatz der Heizung bei kalten Temperaturen oder durch andere Ursachen entsteht, kann zu erhöhter Reibung innerhalb des Bauteils führen. Wenn dies geschieht, besteht die Möglichkeit, dass das betätigte Gaspedal in seltenen Fällen langsamer als gewohnt in seine ursprüngliche Position zurückkehrt, oder in sehr seltenen Fällen in der betätigten Position verbleibt."
"Die Maßnahme zur Behebung des Problems besteht darin, ein präzise gefertigtes Distanzstück in das Bauteil einzusetzen. Mit Hilfe dieses Distanzstückes wird der Anpressdruck zwischen zwei Oberflächen reduziert, was zu einer geringeren Reibung führt. Das Distanzstück verstärkt zudem
die Druckkraft der Feder, die das betätigte Gaspedal in seine ursprüngliche Position zurückbringt."
"Nein, es besteht kein Zusammenhang."
"Der Fahrer könnte ein schwergängiges Gaspedal oder ein langsam zurückkommendes Gaspedal bemerken. Ferner könnte er eine nicht gleichmäßige Betätigung des Gaspedals wahrnehmen."
"Die Aktion umfasst 2,3 Millionen Fahrzeuge des US-Marktes: 2009-2010 RAV4, 2009-2010 Corolla, 2009-2010 Matrix, 2005-2010 Avalon, 2007-2010 Camry, 2010 Highlander, 2007-2010 Tundra, 2008-2010 Sequoia."
"Nein, es sind keine Lexus-Modelle betroffen."
"Ja, Toyota stellt sicher, dass alle aktuell beim Händler befindlichen Neufahrzeuge vor Auslieferung an den Kunden überprüft und falls notwendig modifiziert werden."
"Ein Unfall, der durch das beschriebene Phänomen verursacht wurde, ist Toyota Motor Europe nicht bekannt."
"Nein. Entsprechend unserer Philosophie der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung wurde die laufende Produktion der betroffenen Modelle bereits auf geänderte Bauteile umgestellt. Aus diesem Grund ist ein Produktionsstopp in den europäischen Werken nicht erforderlich."
"Toyota wird eine Rückrufaktion in Europa durchführen. Der genaue Zeitplan und Umfang wird derzeit noch geprüft."
"Bitte kontaktieren Sie umgehend den nächsten Toyota-Händler und bitten um Untersuchung."
"Toyota empfiehlt folgende Vorgehensweise. Fahrzeuge mit Schaltgetriebe: Betätigen Sie sofort das Kupplungspedal, und legen Sie den Schalthebel in den Leerlauf. Bremsen Sie das Fahrzeug kontrolliert ab (keine Stotterbremse!) und rollen Sie auf den Seitenstreifen. Anschließend stellen Sie den Motor ab."
"Fahrzeuge mit Automatik, Multi-Mode- oder CVT-Getriebe: Legen Sie den Fahrmodus-Wählhebel in die Neutralposition. Bremsen Sie das Fahrzeug kontrolliert ab (keine Stotterbremse) und rollen Sie auf den Seitenstreifen. Anschließend stellen Sie den Motor ab."
"Wenn Sie das Fahrzeug sofort stoppen müssen, betätigen Sie beherzt und kraftvoll das Bremspedal. Bleiben Sie unbedingt auf dem Bremspedal bis zum Fahrzeugstillstand stehen – keine Intervallbremsung vornehmen. Kontaktieren Sie umgehend den nächsten Toyota-Händler."
"Es sind keine Fälle verursacht durch Fehler im elektrischen System bekannt. Nach unseren Kenntnissen handelt es sich um ein rein mechanisches Problem."
Ist das Image von Toyota als Qualitäts-Vorreiter überholt? Hier gibt es einen Überblick über die wichtigsten Toyota-Rückrufe seit 2004. Ein Jahr ist es her, im Januar 2009: Weil sich das Dämmmaterial an der B-Säule beim Auslösen des pyrotechnischen Gurtstraffers entzünden konnte, schickte Toyota in Deutschland
44.578 Yaris-Modelle in die Werkstatt.
Mai 2007: Wegen drei Problemen an den Vorder- und Rücksitzen beorderte Toyota in Deutschland
26.940 Yaris in die Werkstätten zurück. Betroffen waren Kopfstützen, eine Naht in der Vordersitzlehne und ein möglicherweise fehlerhafter Seitenairbag.
Juli 2006: Ein defekter Dichtring im Bremszylinder machte deutschlandweit 2517 Lexus RX (Februar 2003 bis Dezember 2004) und 133
Toyota Land Cruiser (September 2002 bis Juni 2005) zu schaffen. Nach einem Wechsel der Hydraulikflüssigkeit konnten über den verdrehten Ring kleine Mengen davon austreten, was wiederum einen von zwei Bremskreisen lahmlegen konnte.
Juli 2006: Toyota rief in Deutschland 39.000
Corolla Verso zurück, die zwischen 5. Januar 2004 und 3. Mai 2006 gebaut wurden. Bei den Fahrzeugen musste das Abschaltmodul des Steuergerätes für den Beifahrer-Airbag ausgetauscht werden – der Luftsack konnte noch aktiviert sein, obwohl angezeigt wurde, daß er deaktiviert war.
Juli 2006: Wegen der
fehlerhaften Dichtung eines Kurbelwellensensors rief Toyota 7550 Autos in Deutschland in die Werkstätten. Europaweit waren rund 65.000 Wagen der Baureihen Yaris, Yaris Verso sowie Prius betroffen (Bauzeitraum 31.01 bis 08.11.2001).
Juli 2006: Im Cockpit des
Lexus RX konnten sich Clips zur Befestigung einer Abdeckung unterhalb der Mittelkonsole lösen. Deutschlandweit mussten 2729 Autos in die Werkstatt. Weltweit waren 360.000 Fahrzeuge betroffen, darunter auch der in Europa nicht erhältliche Toyota Highlander.
Mai 2006: Toyota schickte in Deutschland 7000
LandCruiser 90 zum Check in die Werkstatt. Bei den Geländewagen aus dem Bauzeitraum April 1996 bis Januar 1999 konnten Probleme mit den Antriebswellenflanschen an der Hinterachse auftreten, warnte der Hersteller.
April 2006: Möglicherweise auftretende Haarrisse in Stahlfelgen zwangen rund
25.000 Toyota RAV4 in die Werkstatt. Das Problem konnte bei werksseitig mit Stahlfelgen (ausgenommen Winterbereifung) bestückten Diesel-Fahrzeugen auftreten, die von Juni 2001 bis September 2004 gebaut wurden.
Mai 2005: Bei rund 2150 in Deutschland zugelassenen
Toyota Prius aus dem Bauzeitraum August 2003 bis November 2004 konnte der Verbrennungsmotor ausfallen. Schuld war ein fehlerhaft programiertes Steuergerät.
Juli 2005: Toyota rief in Europa 112.472 Fahrzeuge zurück, kanpp 20.000 in Deutschland. Grund für den außerplanmäßigen Werkstattbesuch von
Corolla und Avensis war ein Schlauch zwischen Bremskraftverstärker und Vakuumspeicher, der sich bei hohen Temperaturen zusammenziehen konnte. In diesem Fall wurde die Wirkung des Bremskraftverstärkers verringert.
Mai 2005: Wegen eines Problems mit einem "vorzeitigen Verschleiß an der Vorderachse" mussten weltweit 880.000 Toyota-Geländwagen in die Werkstatt. In Deutschland waren ca. 1300
LandCruiser 90 (Baujahre 2001 bis 2003) betroffen.
November 2004: Wegen eines
Defekts am Hauptbremszylinder mussten 43.500 Autos der Modelle Yaris, Yaris Verso und Celica in die Werkstatt. Weil Hauptbremszylinder in der Produktion mangelhaft gereinigt wurden, konnte Bremsflüssigkeit austreten und eine Bremskraftminderung zur Folge haben.
Oktober 2004: Wegen eines möglichen
Ausfalls des Giermomentsensors konnte es beim Avensis zu einer Fehlfunktion des elektronischen Stabilitätsprogramms VSC kommen. Betroffen waren in Deutschland 678 Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 25. Juni bis 7. Juli 2004. Bei dem außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt wurden die Sensoren ausgetauscht.
Juli 2004: Toyota bestellte europaweit rund 49.000 (in Deutschland 8400)
Avensis in die Werkstätten. Betroffen waren nur die 1,8-Liter-Benziner aus dem Bauzeitraum 15.1. bis 5.11.2003. Grund: Zwischen Lenkspindel und -getriebe konnte eine Verschraubung "nicht optimal ausgeführt" sein, so Toyota.
November 2002: Knapp
600 Yaris "Eco" aus dem Produktionszeitraum 10. Oktober 2000 bis 11. März 2002 wurden zurückgerufen. Grund: Schnee oder Schneematsch können auf der Radinnenseite oder Felge festfrieren, wodurch die jeweilige Bremsleitung durch das am Rad haftende Eis beschädigt werden kann.
August 2002: Beim
Toyota Avensis Benzin-Direkteinspritzer 2.0 konnte durch eine undichte Abdeckung zwischen Kraftstoffpumpe und Kraftstoffleitung Benzin austreten und sich am Motor entzünden. Betroffen war der Bauzeitraum Juli 2000 bis Juli 2001.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.