Typische amerikanische Reisekutsche: Toyota feiert in den USA den Marktstart seines neuen Crossovers "Venza". Der Fünfsitzer wildert ab sofort im Revier von R-Klasse und Dodge Journey.
Auf 4,80 Meter Länge haben fünf Personen reichlich Platz.
Toyota bietet seinen neuen Crossover zunächt als Fronttriebler mit zwei Motorisierungen an.
Ein 2,7-Liter-Vierzylinder mit 185 PS und ein 272 PS starker 3,5-Liter-V6 stehen im Motorenregal.
Der Fünfsitzer ist optisch eine Mischung aus SUV, Van und Kombi – und ähnelt in dieser Hinsicht der R-Klasse von Mercedes-Benz. Auch zum Dodge Journey gibt es in Sachen Karosserie-Design viele Parallelen.
Die Strategie von Toyota: Limousinenartiger Komfort in Kombination mit dem Platzangebot eines SUV sollen vor allem bei reisefreudigen Familien punkten.
Der Venza ist ab 25.975 Dollar (derzeit rund 20.722 Euro) als frontangetriebener Vierzylinder zu haben.
Den V6 (ebenfalls als Fronttriebler) gibt es ab 27.800 Dollar.
Ab Ende Januar 2009 bietet Toyota die beiden Motorisierungen auch mit Allrad an. Der "kleine" Venza kostet dann 27.425 Dollar, für den Sechzylinder werden 29.250 Dollar fällig.
Der 2,7-Liter-Otto soll laut Toyota im Durchschnitt 9,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen (4x4: 9,8 Liter), der V6 schluckt laut Datenblatt 10,7 Liter (4x4: 10,9).
Im Cockpit haben die Toyota-Ingenieure etliche Komfort-, Entertainment- und Sicherheitsregister gezogen.
Bei allen Varianten sind verdunkelte Scheiben hinten, Klimaautomatik, Sechsfach-CD-Wechsler, LCD Mulitfunktionsdisplay, Keyless-Schlüsselsystem, vertikal- und höhenverstellbares Lenkrad sowie ein Tempomat an Bord. Die Sitze lassen sich variabel umklappen.
Das Cockpit ist schnörkellos, die Bedienelemente sind zentral auf den Fahrer ausgerichtet.
Geschaltet wird der Fünfsitzer über eine Sechsgang-Automatik. Ein großes Fach in der Mittelkonsole neben der Schaltkulisse bietet Platz für einen externen MP3-Player, der an das Satelliten-Radio angeschlossen werden kann.
Wer ein paar Dollar mehr investiert, der bekommt optional ein sprachgesteuertes DVD-Navigationssystem.
Auch für die Sichergheit von Fahrer und Passagieren ist gesorgt: Das "Star Safety System" enthält jede Menge Airbags, ESP, ABS und einen Bremsassistenten.
Damit sich Fond-Passagiere auf den endlosen Highways nicht langweilen, ist – ebenfalls gegen Aufpreis – ein Entertainment-System erhältlich. Da können die Kids dann DVDs gucken, bis der Arzt kommt.
Umsonst und serienmäßig gibt's hingegen die Getränkehalter für alle Sitzplätze.
Anders als der Toyota Venza ist der Dodge Journey, der auf eine ähnliche Käuferschaft abzielt, auch in Deutschland zu haben.
In den USA gibt es die Reisekutsche bereits ab 21.300 Dollar, bei uns geht die Preisliste bei 23.890 Euro los. Dodge sieht den Crossover als "variablen Transporter mit Coolness-Faktor".
Angetrieben wird der Journey wahlweise von einem 2.4 Benziner mit 170 PS oder einem 2.0 Turbodiesel (140 PS). Serienmäßig kommt der 4,89 Meter lange Journey als Fünfsitzer daher, eine dritte Sitzreihe kostet Aufpreis.
Für die Sicherheit an Bord sorgen Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags, ESP, ABS und ein elektronischer Überrollschutz.
Der Journey verfügt über einen riesigen Laderaum. Wenn Sitzreihe zwei und drei im Boden verschwunden sind, avanciert der Ami zum großen Schluckspecht. Bis zu 1461 Liter können dann verstaut werden.
Die Mercedes R-Klasse fährt zwar in einer komplett anderen Preisklasse, richtet sich aber an eine ähnliche Klientel. Mercedes nennt seine Familienkutsche jedoch nicht Crossover, sondern SUV-Tourer (anfangs auch "Sports Tourer"). Beeindruckende Maße: 4,94 Meter Länge in der Kurzversion, 5,17 Meter als Langversion.
Serienmäßig ist die R-Klasse als Fünfsitzer erhältlich, gegen Aufpreis können eine 4+2 und eine 5+2-Version geordert werden. Den Fünfsitzer gibt es in der Basis-Variante R 280 ab 47.778 Euro. Für den R 500 4MATIC mit langem Radstand muss man mindestens 71.935 Euro hinblättern.
In den USA wird der Raumriese als R 350 4MATIC (ab 48.525 Dollar) und als R 320 BlueTec (ab 50.025 Dollar) angeboten. Die Motorenpalette in Deutschland beginnt beim 190 PS starken R 280 CDI und endet beim R 500 4MATIC mit 388 PS.
Der Kommandostand der R- gleicht dem aus der M-Klasse. Der Automatik-Wählhebel sitzt rechts hinterm Lenkrad.
Das hintere Gestühl bildet bei Bedarf eine ebene Ladefläche, die mit edlem Teppich ausgeschlagen ist. Das Fassungsvolumen beträgt bis zu 2436 Liter (Langversion) – der richtige Platz für Antiquitäten oder edlen Wein, weniger für dreckiges Kinderspielzeug.
Obwohl die R-Klasse hierzulande nicht der große Kassenschlager von Mercedes ist – von Januar bis Oktober 2008 wurden gerade einmal 2753 Stück verkauft – plant man im Daimler-Konzern die nächste Baureihe.
Es scheint, als bekäme der teure Ladenhüter mal wieder eine Chance. Ein neues Gesicht im Stil der B-Klasse soll den XXL-Crossover freundlicher dreinblicken lassen.
Ob das die als Käufer angepeilten Großfamilien von den Qualitäten des Riesen-Benz überzeugen wird, scheint fraglich.
Die R-Klasse ist schlicht zu groß, zu klobig und zu durstig für deutsche Straßen. In den USA könnte das jedoch anders aussehen.
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