In der Tourenwagen-WM (WTCC) starten seriennahe Großserienfahrzeuge (Mindestproduktion 2500 Stück pro Jahr) mit 2-Liter-Saugmotoren. Der BMW 320si hat in den letzten Jahren die Serie sowohl bei den Werksteams als auch bei den Privatiers geprägt.
BMW verspricht: Wer einen 320si als Kundensportteam erwirbt, ist gegenüber den Werksteams nicht benachteiligt.
AUTO BILD MOTORSPORT hat die BMW-Werksgarantie am Beispiel des von Engstler Motorsport eingesetzten Fahrzeuges überprüft.
Gegner im Tracktestvergleich war ein Testauto des BMW-WTCC-Werksteams.
Der Vierzylinder des 320si WTCC leistet 280 PS.
In diesem Wagen steckt Formel-1-Know-how.
Auch der BMW-Pilot in der WTCC verfügt über ein elektronisch gut bestücktes Rennlenkrad.
Allerdings beschränkt sich die Knopfleiste auf die Steuerung von Licht, Scheibenwischer, Funk und hydraulischer Hebevorrichtung. Außerdem: der Auswahlschalter für das digitale Multifunktionsdisplay.
Direkt rechts vom Lenker sitzt der Drehknopf für die Bremskraftverteilung.
Der Schaltknauf ist kein Witz der Engstler-Ingenieure, sondern original Serien-Ausstattung.
Nachgerüstet: Zwei Anzeigen für die Bremsverzögerung über der Lüftung.
Fußarbeit: wichtig sind eigentlich nur Gas und Bremse, da das manuelle 5-Gang-Getriebe des 320si auch ohne die vorhandene Kupplung geschaltet werden kann.
Hinter dem knapp bemessenen Einstieg finden sich die ersten Unterschiede.
Der Engstler-BMW ist mit Sitzen der Marke König ausgestattet.
Das Werksteam vertraut auf Schalen von Recaro.
Zum Service gehört auch das Luft Tanken. Allerdings dient das durch die Tankklappe gepresste Gas dem hydraulischen Wagenheber als "Treibstoff".
Der Heckspoiler ist für alle WTCC-Fahrzeuge gleich.
Die Yokohama-Pneus sind in der Tourenwagen-WM für alle Teams vorgeschrieben.
Die Einheits-Slicks werden von den BMW fast nie bis an die Grenzen ihrer Haftfähigkeiten belastet.
Das dicke Ende: Ein doppeltes Endrohr mit sichtbarem Katalysator schmückt das Heck des 320si.
Kaum ein Unterschied: Außer der geringfügig anderen Sitzposition und der den Testumständen geschuldeten Fahrwerksabstimmung sind die Fahrzeuge des BMW-Werksteams und der Engstler-Truppe weitestgehend identisch.
BMW ist nicht umsonst der Liebling aller Privatfahrer im Tourenwagen-Sport. Mit Sicherheit kriegen die Werkspiloten besseres Material. Aber die Unterschiede sind minimal. Dies ist das Fazit von ABMS-Testpilot Christian Schön (im Bild hinten) für Teamchef Franz Engstler.
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