Die Rallye-Zwerge der Einsteiger-Serien von Suzuki und Ford traten im Tracktest-Vergleich von AUTO BILD MOTORSPORT auf dem Hockenheimring gegeneinander an. Im Swift Sport wird der Suzuki Rallye Cup ausgetragen, im Fiesta ST die Sporting Trophy International.
Echte Rennsemmeln: Der Suzuki Swift für Deutschland leistet 135 PS, ...
... der Ford Fiesta ST für die Weltmeisterschaft hat noch 30 PS mehr.
Der Suzuki Rallye Cup (SRC) geht 2009 in seine fünfte Saison. Gefahren wird vor allem im Rahmen der Deutschen Meisterschaft.
Den bis auf Sicherheitsausstattung, Fahrwerk und leichte Leistungssteigerung (+ 10 PS) serienmäßigen Swift Sport verkauft Suzuki als einsatzfertiges Fahrzeug für 22.500 Euro.
Erfolge im Suzuki Rallye Cup bringen Preisgeld, die Laufsieger erhalten 1000 Euro. Der Gesamtsieger darf eine Rallye im Swift Super 1600 fahren.
Hinter der Ford Fiesta Sporting Trophy International (FSTI) steckt M-Sport, das Einsatzteam von Ford in der Rallye-WM.
Der Gesamtsieger erhält einen Test mit einem Focus WRC.
Zugelassene Basisfahrzeuge sind Fiesta ST und Fiesta Sport (seriennahe Gruppe N).
M-Sport bietet Komplettfahrzeuge für die Sporting Trophy International ab etwa 35.000 Euro an.
ABMS-Tracktest-Pilot Christian Schön wurde von Joachim Müller-Wende (rechts) mit den Feinheiten seines Fiesta ST vertraut gemacht.
Am Ford beeindruckt zuerst das professionelle Finish im Cockpit. Blitzsauber verschweißter Käfig, Fahrersitz mit seitlichem Kopfschutz, Türverkleidungen aus Kohlefaser, automatische Feuerlöschanlage – beinahe wie in einem World Rallye Car (WRC).
Macht an: Im Fiesta ST-Cockpit ersetzen Rennsitze und ...
... ein Drei-Speichen-Lenkrad die Serienteile. Der Innenraum ist weitgehend ausgeräumt
Eingepflanzt: In die Mittelkonsole sind Extra-Schalter integriert. Beim Fiesta wird hier auch das elektrische Feuerlöschsystem scharf geschaltet
Grip-Frage: Der Fiesta rollt auf speziell entwickelten Rallyereifen von Pirelli.
Der Zweiliter-Motor des Ford Fiesta ST geht kernig zur Sache. 165 PS und 202 Nm Drehmoment müssen auf Asphalt und Schotter gut dosiert eingesetzt werden.
Auf Schotter lässt sich das Heck zum Glück spielend leicht durch Gegenpendeln zum Ausbrechen bewegen – das beste Mittel gegen starkes Untersteuern.
Das im Testauto verwendete Asphalt-Fahrwerk und die Pirelli-Slicks sorgen für ein Gokart-ähnliches Fahrverhalten. Wenn es der Pilot übertreibt, drehen die Räder trotz Sperrdifferenzial kräftig durch.
Aufgrund der Straßenreifen ist die Tendenz zum Untersteuern beim Suzuki noch stärker ausgeprägt.
Auch beim Swift hat ein Sperrdifferenzial seine liebe Mühe, durchdrehende Räder zu verhindern. Die vorgeschriebene niedrige Querschnittsdimension reduziert die Übersetzung gegenüber dem Serienauto geringfügig, weil der Abrollumfang der Reifen dadurch kleiner wird.
Der drehfreudige 1,6-Liter-Vierzylinder packt in allen Drehzahlbereichen kräftig an. Die 135 PS haben mit dem relativ geringen Fahrzeuggewicht leichtes Spiel.
Die serienmäßigen Radaufhängungen, die Lenkung und die Antriebswellen können einiges wegstecken.
Safety first: Rennsitze und -gurte sowie Überrollkäfig sind auch im Swift Pflicht.
Das Cockpit hat noch viele Serienelemente – so zum Beispiel auch den Lautstärkeregler am Lenkrad.
Wie beim Test-Rivalen sind im Swift einige Zusatzschalter unterzubringen.
Die Technik der Ford Fiesta Sporting Trophy International (FSTI) und des Suzuki Rallye Cup (SRC) ist schlicht. Aber darauf kommt es nicht an.
Es gibt keine preiswertere und logistisch einfachere Möglichkeit, in den Rallyesport auf hohem Niveau einzusteigen. Für Anfänger ist der SRC genau das Richtige. Wer es nach ein, zwei Jahren auf deutschen Pisten wirklich wissen will, findet mit der FSTI die perfekte und vor allem bezahlbare Eintrittskarte in die Weltmeisterschaft.
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