Er bringt satte 400 Kilo mehr auf die Waage als ein DTM-Renner, ist über fünf Meter lang und 480 PS stark: Der Chrysler 300C SRT8 aus dem Hause Zakspeed ist beileibe kein Leisetreter. AUTO BILD MOTORSPORT war mit dem Fünfmeter-Dickschiff in Hockenheim unterwegs.
Große Schnauze, viel darunter: Die markante Front des 300C SRT8 bekam von Zakspeed einen mächtigen Frontspoiler verpasst.
Die Tourenwagen-Limousine fährt in der italienischen Superstars-Serie.
Um 600 Kilo hat Zakspeed den Chrysler abgespeckt. Übrig bleiben immer noch 1400. Dem Fahrgefühl schadet das nicht.
Der Zakspeed-Chrysler folgt schnurstracks jedem Lenkbefehl: kein teigiges Gefühl in der Steuerung, kein Aufschaukeln der Karosserie.
Mächtig aufgeplustert: Die weit ausgestellten Radhäuser sind eine Zakspeed-Entwicklung und bestehen aus leichtem Carbon.
Bollerofen: Der 6,1-Liter-V8 wurde von Zakspeed nur leicht modifiziert – das Regelwerk der Superstars-Serie lässt nur geringe Modifikationen zu. Eine geänderte Elektronik und Einspritzanlage, leichtere Kolben und ein Rennauspuff – das war's. Ergebnis: 480 PS und 620 Nm Drehmoment.
Die Digitalanzeige im Cockpit informiert über Gang und Drehzahl, Lampen mahnen zum Hochschalten.
Nur das Nötigste blieb im Cockpit des 300C. Die Kraftübertragung läuft über ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Aus Kostengründen sind halbautomatische sequenzielle Schaltboxen in der Superstars-Serie verboten.
Das griffige Rennlenkrad verfügt über fünf Bedien-Knöpfe, die restlichen Funktionen sind ...
... auf einem zentralen Schaltpult untergebracht.
Einheit: Öl-Ausgleichsbehälter und Geberkolben für Kupplungs- und Bremshydraulik sind direkt im Pedalblock.
Der große V8 liebt keine hohen Drehzahlen, schiebt dafür gelassen aus dem Keller. Donuts sind für den 1400-Kilo-Koloss kein Problem.
Wenig Profil: Der schmale Heckflügel ist in der Superstars-Serie vorgeschrieben und bei allen teilnehmenden Autos gleich.
An der Vorderachse sitzen Sechskolben-Bremssättel mit 360- Millimeter-Bremsscheiben.
Goldene Leichtmetallfelgen sorgen für einen stilechten Auftritt auf der Rennpiste.
Stereo-Sound: Der V8 bollert durch eine doppelte Rennauspuff-Anlage.
Heiße Angelegenheit: Da sich in den Metallwaben der Katalysatoren Hitze staut und das Cockpit aufheizen würde, hat Zakspeed sie kurzerhand in die Endrohre verfrachtet.
Die Front erinnert – abgesehen vom mächtigen Spoiler – stark an das Serienmodell. Die Superstars-Serie lässt auch hier wenig Änderungen zu.
Zakspeed-Fahrer Sascha Bert (l.) erklärt AUTO BILD MOTORSPORT-Redakteur Martin Westerhoff die Technik des 300C.
Strahlende Gesichter: Der Profi-Rennfahrer aus dem Zakspeed-Team stand Westerhoff beim Tracktest zur Seite.
Fazit: Der Zakspeed-Chrysler ist ein passender Charaktertyp. Groß, bullig und schnell. Aber trotzdem lammfromm im Fahrverhalten. Ideal, denn das Team will den Deutsch-Amerikaner im Kundensport für Amateure einsetzen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Superstars-Serie international etabliert.
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