Erdgasfahrer tanken für weniger als die Hälfte. Da wundert es nicht, dass die noch vor ein paar Jahren kauzig-kleine Gemeinde mittlerweile auf 70.000 Mitglieder angewachsen ist. Und die kommen jetzt aus allen Ecken. Gas geben ist grün, günstig und gesellschaftsfähig.
Nicht sexy, aber interessant: Mit steigenden Spritpreisen werden Erdgasautos attraktiver. Besonders erfolgreich ist zurzeit der VW Caddy.
Ford C-Max 2.0 CNG: Das größte Problem des Kölner Kompakt-Vans ist nach wie vor, dass es sich beim Erdgasmodell um eine Nachrüstlösung handelt. Zwar fährt der 4,33 m lange Wagen deutlich besser als sein Vorgänger, aber noch immer sitzen die Tanks unglücklich unterhalb des Kofferraumbodens.
Im Vergleich zum Vorgänger verliert der Kofferraum weniger an Volumen. 290 bis 1450 Liter sollen reinpassen.
Ampelsignale: Grün bedeutet einen gefüllten Erdgastank.
Rot bedeutet einen leeren bzw. Benzinbetrieb.
Hier die Benzinanzeige. Der Zweiliter ist eigentlich ein bewährter Benziner, der jedoch im Erdgasbetrieb mächtig an Leistung verliert. Beinahe 20 PS weniger, damit spurtet der Van in 13,4 statt 11,7 Sekunden auf Tempo 100.
Trotzdem geht der C-Max besser als die gesamte Konkurrenz, mit Ausnahme der Mercedes B-Klasse. Trotz 824 Euro, die man jährlich an Spritkosten spart, gehört der Kölner nicht zu den Super-Knausern. Der Kaufpreis beträgt 25.410 Euro.
VW Caddy 2.0 EcoFuel: Spät reagieren, dann an die Spitze stürmen, typisch VW. Der Caddy ist Bestseller in der Gas-Branche. Das liegt auch an seinem verhältnismäßig günstigen Neupreis. 21.515 Euro kostet der zivile Kastenwagen mit dem kleinen EcoFuel-Schriftzug auf der Heckklappe.
Der Motor und die Tankanzeige sind identisch mit denen des Touran.
So kommt das Geschäft ins Rollen: Der Caddy tankt bis zu 26 Kilo Erdgas. Jeder Kilometer kostet günstige 39 Cent.
Da stutzt der Laie: Erdgas-Autos besitzen zwei Tankanschlüsse, einen für Gas, einen für Benzin. Mit 26 Kilo packt der Caddy am meisten CNG in die druckfesten Flaschen.
Opel Zafira 1.6 CNG: Ausgerechnet einen Blitz trägt der Zafira als Markenemblem... Aberkannt gehört der! Eine Schnecke wäre passender. Wer mit dem Opel Geld sparen möchte, braucht Engelsgeduld. Fast 19 Sekunden vergehen, bis der Siebensitzer die Tempo-100-Marke knackt. Und im Benzinbetrieb dauert es noch mal eine Sekunde länger.
Viel Komfort an Bord, um beim langsamen Reisen zu entspannen. Der Kaufpreis für den langsamen Zafira beträgt 24.210 Euro.
Eins für alles: Ob Benzin oder Erdgas – das Instrument zeigt beide Sorten an.
Mit großen CNG-Tank (21 Kilo) und kleinem Benzintank (14 Liter) fährt der Familienvan 550 Kilometer weit. Und verbrennt dabei gerade mal 5,4 Kilo Erdgas im Schnitt.
Jeder Kilometer kostet sechs Cent weniger als beim vergleichbaren Benziner. So überholt der Zafira die deutlich flottere Konkurrenz nicht nur bei den Kosten, sondern auch beim Füllen der Tanks.
VW Touran 2.0 EcoFuel: Selbst Menschen, die den Touran ablehnen, werden ihn nach dieser Rechnung lieben: Als EcoFuel spart er 1083 Euro Spritkosten im Jahr. Der Erdgas-Fahrer geht mit 24.350 Euro für den Kauf in Vorleistung.
Doppelte Tankanzeige: Im Rundinstrument informiert der VW EcoFuel über den Gas-, im Display über den Benzinstand.
Der 109-PS-Benziner stammt noch aus der Zwei-Ventiler-Ära. Er läuft vergleichsweise rau, schont dafür Umwelt und Portemonnaie.
Super führt der Touran nur als 13-Liter-Reserve zum Starten des Motors mit. Eventuell noch, um den Weg zur nächsten Erdgastankstelle zu überbrücken.
Mercedes B 170 NGT: Von dem haben Taxifahrer geträumt. Spritpreise halbiert, Fahrpreise stabil, so verdoppeln sich im Handumdrehen die Gewinne. Nachdem die Stuttgarter eine perfekte Erdgas-E-Klasse auf dem Markt etabliert haben, setzten sie nun ihr Wissen im B-Modell um.
Neuer Mercedes-Oberbegriff für alles, was umweltfreundlich ist.
Beschleunigt kräftig und trinkt sparsam. Wer will schon mit teurem Super fahren, wenn er Erdgas tanken kann?
Die Mercedes B-Klasse wechselt die Betriebsart von Benzin auf Gas per Bordcomputer.
Die Tanks reichen zusammen für eine Tour durch ganz Deutschland. Der Kaufpreis für den sparsamen Mercedes beträgt 28.798 Euro.
Citroën Berlingo Multispace Plus Bivalent: Der Erdgastank (13,5 Kilo) hinter der Rückbank nimmt im Kofferraum etwas Platz weg. In Verbindung mit dem 55-Liter-Benzintank ergibt das jedoch eine üppige Reichweite. Kaufpreis: 21.100 Euro und Ersparnis pro Jahr 822 Euro.
Citroën C3 Bivalent: Im Vergleich zu seinem Benzin-Bruder ist der C3 Bivalent empfindlich teuer: fast 3000 Euro Aufpreis. Deshalb rechnet er sich spät. Kaufpreis: 16.900 Euro und Ersparnis pro Jahr 611 Euro.
Fiat Doblò Natural Power: Stolze 21 Kilogramm fassen die Erdgastanks des kantigen Fiat, allerdings sind sie im Kofferraum untergebracht. Sie sorgen für beachtliche 330 km Reichweite. Kaufpreis: 17.970 Euro und Ersparnis pro Jahr 692 Euro.
Fiat Panda 1.2 8V Natural Power: Der günstigste Vertreter der Erdgas-Klasse schafft immerhin 310 Kilometer mit einer Gasfüllung. Die Tanks hat Fiat platzsparend unter dem Kofferraumboden angebracht. Kaufpreis: 13.570 Euro und Ersparnis pro Jahr 617 Euro.
Ford Focus CNG: Insgesamt fünf Behälter fassen zusammen 18 Kilogramm Erdgas, in Verbindung mit dem Benzintank kommt der CNG so über 1000 Kilometer weit. Kaufpreis: 23.180 Euro und Ersparnis pro Jahr 695 Euro.
Mercedes E 200 NGT: Komfortabler lässt es sich nicht sparen. Der E 200 verbindet niedrige Spritkosten mit gewohnten Reisequalitäten. Kaufpreis: 44.756 Euro und Ersparnis pro Jahr 1005 Euro.
Opel Combo 1.6 CNG: Die intelligente Anordnung der insgesamt 17,5 kg fassenden Erdgastanks unterm Wagenboden erhält den praktischen Charakter des Combo. Die fast 4000 Euro Mehrkosten zu einem Benziner fährt er bald herein. Kaufpreis: 18.890 Euro und Ersparnis pro Jahr 656 Euro.
Fiat Grande Punto Natural Power: Ab Herbst 2008 schickt Fiat den 70 PS starken Kleinwagen mit Erdgasantrieb ins Rennen. Die Tanks liegen unter dem Boden.
Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX: Opel treibt dem Zafira die Müdigkeit aus: Der Turbo holt mit Erdgas 150 PS aus dem Vierzylinder. Ab Ende 2008 bestellbar.
VW Passat 1.4 TSI EcoFuel: Der 150 PS starke Erdgas-Passat mit Bi-Turbo läuft ab November vom Band, schafft mit 22 Kilo Gas 420 Kilometer.
VW Caddy Maxi Life EcoFuel: Als Ergänzung zum bekannten Caddy kommt die lange Version mit Eco-Fuel-Antrieb im Frühjahr 2009.
Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko: Wenn schon Van, dann einer mit Erdgas. Der beste Grund dafür: Volltanken zum Preis einer Super-Sonderwäsche. Besonders sinnvoll sind monovalente Fahrzeuge mit großem Erdgas- und kleinem Benzintank wie Zafira, Touran und Caddy.
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