Der deutsche Dreikampf: AUTO BILD hat den nagelneuen Audi A4, die junge Mercedes C-Klasse und den vor drei Jahren renovierten BMW 3er zum Premium-Vergleich in der Mittelklasse gebeten.
Roter Teppich für den neuen Ingolstädter: Auf den A4 stürzen sich die Fotografen. Kann er aber auch im nüchternen Vergleichstest die Rivalen aus Stuttgart und München übertrumpfen?
Angetreten sind die drei Premium-Konkurrenten mit Selbstzünder-Herz. Auf dem Bild noch gleichauf, setzt sich am Ende ...
... der Audi A4 mit einem Vorsprung von fünf Punkten an die Spitze. Am Ringträger gefällt vor allen Dingen ...
... der dank zweier Ausgleichswellen für einen Diesel erstaunlich seidig laufende Zweiliter-TDI. Die Maschine schickt 143 PS und 320 Nm Drehmoment an die Vorderräder, die ...
... den A4 in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen.
Alles sauber: Ein Dieselpartikelfilter sorgt dafür, dass der Audi die Abgasnorm Euro 4 schafft.
Komfortabel: Im Audi sitzt es sich am besten, die ausgeformten Wülste sorgen für guten Seitenhalt.
Hochwertig: Der Arbeitsplatz des A4 kommt im typischen Audi-Stil, aber hier wimmelt es zusätzlich zu den 32.350 Euro Grundpreis von Aufpreisen. 180 Euro wollen die Ingolstädter für das Lenkrad haben, ...
... satte 2970 Euro kostet das DVD-Navigationssystem inklusive ...
... MMI-Bedienkonzept und -Regler auf der Mittelkonsole.
Schnickschnackfrei: Die Tachoanzeige kommt ohne Firlefanz aus, Tempo 30, 50 und 130 sind mit kleinen roten Strichen markiert. Maximal kann der Zeiger auf 215 km/h klettern.
Knackig: Dank einer günstigen Abstufung der Sechsgang-Schaltung gewinnt der Audi die Antriebswertung.
Seine größere Außenlänge bringt dem Audi Vorteile. Er hat hinten mehr Platz als der Mercedes. Allerdings müssen die Fondpassagiere einen etwas mühsamen Ein- und Ausstieg in Kauf nehmen.
Der schluckt was: In den Kofferraum des neuen A4 passen immer 480 Liter. Die umklappbare Rückbank macht das Gepäckabteil variabel.
Knapp geschlagen: Der BMW 318d landet auf dem zweiten Platz. Für den Münchner sprechen in erster Linie der günstige Grundpreis (29.950 Euro) und der geringe Verbrauch ...
... des Zweiliter-Turbodiesels, der im Schnitt bei 5,9 Litern auf 100 Kilometer liegt. Das Aggregat schickt 143 PS und 300 Nm Drehmoment an die Hinterräder und ...
... entlässt seine Verbrennungsrückstände selbstverständlich nur partikelgefiltert in die Umwelt.
Diesel-Dynamiker: Mit 9,4 Sekunden im Prestigesprint lässt der 3er sowohl den A4 als auch die C-Klasse hinter sich.
Auch BMW lässt sich die kleinen Komfort-Extras gut bezahlen: Das Multifunktions-Lenkrad schlägt mit 150 Euro zu Buche, ...
... beim Navigationssystem muss der Kunde mindestens 2300 Euro anlegen.
Bei Vollgas klettert die Tachonadel auf 210 km/h – die Konkurrenz schafft fünf km/h mehr.
Handarbeit: Für die Kraftverteilung des Selbstzünders steht ein manuelles Sechsgang-Getriebe zur Verfügung.
Ewiger Streitfall: Ist das iDrive zu kompliziert? Mit den programmierbaren Schnellzugriffstasten auf der Mittelkonsole ist es auf jeden Fall wesentlich besser geworden.
Erstaunlich: Trotz der geringsten Außenabmessungen bietet der BMW in diesem Vergleich den größten Platz.
Der Kofferraum des BMW 3er kann mit 460 Litern am wenigsten zuladen, aber auch hier lässt sich die Rückbank zur Vergrößerung des Volumens umklappen. Zudem kann Kleinkram ...
... in einem ausziehbaren Staufach untergebracht werden.
Die C-Klasse landet nur auf dem dritten Platz. Für den 200 CDI spricht vor allem die gute Sicherheitsausstattung, aber ...
... beim Motor gibt es Punktabzug. Gegen die Aggregate der Konkurrenz sieht der 2,2 Liter große Selbstzünder mit 136 PS und 270 Nm Drehmoment ziemlich alt aus. Da wundert es auch nicht, dass ...
... die C-Klasse beim Sprint nicht mithalten kann. In 10,3 Sekunden ist der Benz auf Tempo 100. Maximal sind – wie im A4 – 215 km/h drin.
Bequem: Die vorderen Sitze lassen sich elektrisch verstellen, lediglich in Längsrichtung muss der Fahrer handgreiflich werden.
Die Kunststoff-Wüste auf der Armaturen-Tafel sieht nicht unbedingt nach Premium aus. Der Arbeitsplatz der C-Klasse in der Avantgarde-Ausstattung bietet das Multifunktions-Lenkrad serienmäßig, dafür ...
... langt Mercedes bei der Navigation inklusive ...
... Command-System für 3403 Euro ordentlich zu.
Übersichtlich: klar gezeichneter Tacho mit vielen aufrufbaren Informationen im Kilometer-Anzeigefeld.
Wie bei der Konkurrenz: Auch Mercedes vetraut auf ein manuelles Schaltgetriebe mit sechs Gängen.
Der Mercedes bietet das beste Raumgefühl, hinten ist er jedoch der Kleinste im Vergleich.
Das Gepäckabteil der C-Klasse reicht knapp an das des A4 heran: Ohne umgeklappte Rücksitzlehne passen unter den Heckdeckel des Mercedes 475 Liter.
Kostspielig: Mit einem Grundpreis von 34.010 Euro ist der C 200 CDI das teuerste Auto im Vergleich.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Diether Rodatz: "Der neue Audi A4 fährt seinen Konkurrenten auf Anhieb davon. Den BMW schlägt er knapp, die junge C-Klasse aber hängt er deutlich ab. Das wird ...
... der schwäbischen Eiche ganz sicher nicht schmecken und riecht nach baldiger Verbesserung des C-Klasse-Rezepts. Der Dieselmotor gehört ebenso auf den Prüfstand wie die Preispolitik."
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