Schau mir in die Augen, Kleiner: Aufreißertypen wollen sie sein, aber können sie auch landen? Mini Cooper, Alfa MiTo und Audi A1 Sportback (von links) pirschen sich an.
Techno oder Retro? Mini Cooper, MiTo oder A1 Seite an Seite (von links nach rechts) und mit ganz unterschiedlichen Designs. Während der Mini seine Vergangenheit zitiert, geben sich die anderen beiden modern.
Wem wird sie ihr Herz schenken? Ramona, unser Fotomodell, muss sich entscheiden, welcher der drei Kleinen ihr am besten liegt.
Klein – und doch premium: Der A1 ist ein Audi im Taschenformat. Mit "Nobilitätsgarantie", denn wer in Ingolstadt einkauft, der will gleichzeitig auch was fürs Image tun.
Das macht Eindruck: kurze Überhänge, relativ üppiger Radstand (2,46 Meter), flache Dachlinie. Knapp 3,99 Meter misst der A1 in der Länge, relativ schmale 1,75 Meter in der Breite.
Schön gezeichnet: Die charakteristische Audi-Sicke in Hüfthöhe setzt sich am Hinterteil fort, läuft rund ums Auto.
Der große Audi-Grill wirkt in Kombination mit der geschrumpften Karosserie besonders mächtig. Dahinter gibt es zumindest bei der A1-Studie ...
... Hybridtechnik zu bestaunen. Für den Antrieb sorgt eine Kombination aus einem per Turbo und Kompressor aufgeladenem 1,4-Liter-Vierzylinder mit 150 PS und einem Elektromotor mit 27 PS. In Serie geht das aber erst später.
Breite Spur, 18-Zoll-Räder, aber mit Leichtlaufreifen – es muss (oberstes Gebot) gespart werden. Nur im Verbrauch, versteht sich, nicht in der Anmutung. 3,9 Liter soll der A1 konsumieren, Hybridantrieb sei Dank.
Wenn Designer sich austoben dürfen: LED-Tagfahrlicht des Audi A1.
Blick in die Zukunft: Futuristische Leuchtkörper sind bei Audi längst zum Markenzeichen geworden, ...
... gehören beim A1 auch am Heck zur guten Optik. Inwieweit die Serienversion so extravagant ausfallen darf, wird sich Anfang 2010 zeigen, wenn der kleinste Audi auf den Markt rollt.
Markante Optik: Unter dem zweiteiligen Spoiler sitzt die üppig dimensionierte dritte Bremsleuchte. Damit wird Verzögern zum Augenschmaus! Und warum der Spoiler zweigeteilt sein muss, ...
... wird auf diesem Foto klar: Die Heckklappe ist ebenfalls zweigeteilt – auf eine ganz besondere Art und Weise. Welchen genauen Nutzwert das haben kann, ...
... zeigt Ramona beim Einräumen der Einkäufe von der Seite aus. Na ja, es ist sicher auch kein Beinbruch, ...
... dass sich die Ingolstädter für eine konventionellere Lösung entscheiden werden, denn ...
... mit einem ausgewiesenen Lademeister rechnet bei einem A1, der auf der Plattform des kommenden VW Polo steht, sowieso niemand.
Ramona beugt sich in den Audi A1, wo die Designer beim Einrichten offenbar einen perlweißen Palazzo vor Augen hatten. Alles ist hell, alles glitzert.
Ein bisschen Retro muss wohl doch sein: Die Mittelkonsole ist im Stil einer Musikbox der 1950er Jahre gehalten.
Multitalent: Das Display im Cockpit ist frei konfigurierbar, die dargestellten Instrumente dreidimensional.
Handarbeit auf Knopfdruck: Bei Betätigen der Sport-Taste fährt der Schaltknüppel des DSG aus der Mittelkonsole heraus.
Hinten passen auch locker Erwachsene rein, aber statt der beiden Einzelsitze der Studie wird die Serienversion eine durchgehende Rückbank haben.
Eindeutiges Votum für den Mini-Audi: "Ich könnte ihm treu bleiben", sagt Fotomodell Ramona.
Wir spazieren weiter zum Alfa, dem feuerroten Romeo. Rot wirkt fast immer bei Frauen, sagt die Marktforschung, und zumindest das scheint zu stimmen. "Passt haargenau zu meinem Kleid", sagt Ramona (siehe Bild 29).
Ramona findet Alfas kleinen Verführer zwar recht praktisch veranlagt und geräumig, jedoch auch ein wenig klobig für ihren Geschmack. Zugegeben, mit 4,06 Meter Länge wirkt er schon leicht untersetzt für einen Kleinwagen.
Der MiTo schöpft seine Kraft aus einem 1,4 Liter großen Vierzylinder. Dank Turboaufladung schickt das Aggregat 155 PS und 230 Nm ins Getriebe.
Zünftig ist es ja, das Alfa-Cockpit mit seinen großen Instrumenten. Sein Reizpotenzial hält sich aber in Grenzen.
Gut: Selbst Zwei-Meter-Riesen kommen dank der Verstellmöglichkeiten auf den Vordersitzen zurecht. Schlecht: Der Fond (serienmäßig nur zwei Plätze, ein dritter kostet 180 Euro extra) taugt nur als Strafbank für Kurzzeit-Passagiere.
Ein Fall für starke Frauen: Die Ladekante des MiTo ist reichlich hoch geraten. Das Gepäckabteil dahinter schluckt zwischen 270 und 950 Liter.
Wenn es darum geht, das Auto individuell herauszuputzen, übertrifft der MiTo sogar den Mini. Zehn Außen-, sieben Polster- und fünf Cockpitfarben, ...
... zwölf Aufkleber und 14 verschiedene Rahmen für Front- und Heckleuchten – der MiTo ist eine rollende Boutique geworden.
Der Preis: Für den MiTo 1.4 verlangt Alfa Romeo mindestens 17.950 Euro.
Im Revier des Mini tummeln sich die Frauen. Das ist jetzt kein Klischee, sondern reine Statistik: 50 Prozent aller Mini-Kunden sind weiblichen Geschlechts, ...
... damit hält der Kleine aus England den Frauenrekord. Seine Verführungskünste stehen also außer Frage. Oder?
Ramona, unser Fotomodell, nickt: "Meine Kragenweite wäre er auch", sagt sie. "Aber Blau geht gar nicht." Wieder mal kein Verlass auf die Marktforscher also. Denn die sagen, Blau sei momentan schwer im Kommen. Gerade bei Frauen.
Definition automobiler Niedlichkeit: die großen Kulleraugen des Mini.
Aus dem mit 1,6 Litern größten Hubraum dieses Vergleichs holt der Mini-Motor 120 PS und 160 Nm Drehmoment.
Das durchgestylte Cockpit des Mini versteht sich durchaus als Jungbrunnen, ...
... der Dame im reiferen Alter erspart der Riesentacho die Lesebrille.
Winzig: Der Mini-Kofferraum verpackt zwischen 160 und 680 Liter.
Ein ziemlich teures Vergnügen: Wer den Kult will, muss ihn in Form des Mini Cooper mit mindestens 18.300 bezahlen.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König: "Schade, dass viele nette Spielereien des A1 es nicht in die Serie schaffen werden. Aber so ist das nun mal bei Designstudien. Immerhin: Stefan Sielaff, ...
... der Audi-Chefdesigner, versichert mir, dass die Gesamtanmutung des künftigen A1 dem Showauto sehr nahe kommt. Wenn das so ist, ...
... dann dürfte der kleine Audi beim anderen Geschlecht ähnlich gut landen können wie der kultige Mini. Wenngleich aus etwas anderen Gründen."
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